Mobilität neu denken, heißt Produktion neu denken

Der Wandel in der Automobilindustrie bleibt längst nicht auf die Fahrzeugtechnologien beschränkt. Auch auf Produktion und Logistik kommen einschneidende Veränderungen zu, für die sich Daimler konsequent neu aufstellt. Das zeigte Mercedes-Benz Cars Bereichsvorstand Markus Schäfer zum Start in den Tag der Strategen auf.

Das alles entscheidende Merkmal sei Flexibilität. Schon heute bewegt die Marke an einen typischen Tag mehr als 50 Millionen Teile in ihrer Logistikkette. Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch nicht in der Menge, sondern darin, dass sich die Volumina nur bedingt vorhersehen lassen und sich mit jeder weiteren Modellvariante schneller verschieben: von Baureihe zu Baureihe, von Markt zu Markt, von Antrieb zu Antrieb. Flexibilität sei also innerhalb der Werke gefragt, damit möglichst viele Derivate auf demselben Band gefertigt werden können, sowie außerhalb im Produktionsnetzwerk. „Unser Ziel ist ein atmendes globales Netzwerk, in dem wir die Produktionskapazitäten permanent zwischen den Werken in aller Welt verschieben können“, erklärt Markus Schäfer.

Mit zunehmender Antriebsvielfalt werde der Faktor Flexibilität immer wichtiger. Die dafür nötigen Strukturen hat die Marke bereits verwirklicht: Die Position des Werksleiters wurde abgeschafft und die Zahl der Führungspositionen reduziert. Stattdessen sind die Zuständigkeiten nach Baureihen geordnet. „Denn das Produkt steht im Fokus, nicht das Werk“, so Schäfer. Traditionsreiche Standorte werden zu Full-Flex-Werken, in denen schon in wenigen Jahren fast jedes Modell auf jeder Linie gefertigt werden kann – auch Elektrofahrzeuge und Verbrenner im Wechsel. Die Forderung nach Flexibilität gelte ganz besonders für die Transformation der Powertrain-Standorte. Denn hier würden hocheffiziente Verbrennungsmotoren und Komponenten für Plug-in-Hybride, Brennstoffzellensysteme sowie batteriebetriebene Fahrzeuge parallel gefertigt.

Nicht zuletzt gab Markus Schäfer einen Ausblick auf die vernetzte Produktion. Schon heute kann der Kunde die Entstehung seines Fahrzeugs am Computer in Echtzeit verfolgen. Was heute ein Marketinginstrument ist, kann morgen die Fertigung verändern, etwa wenn der Käufer kurz vor der Montage der Räder noch schnell andere Felgen ordert. Fest steht: „Die digitale Fabrik wird Realität.“


Backstage-Report zum Handelsblatt Auto-Gipfel 2017

Die Führungsriege der Automobilwirtschaft hat beim Auto-Gipfel 2017 Stellung bezogen. Was wird wahr, was nicht? Wir haben für Sie die wichtigsten Statements, Diskussionen und Videos zu einem umfangreichen Nachbericht zusammengefasst.
Packshot vom Backstage-Report zum Auto-Gipfel 2017
Zum Gipfeltreffen der Automobilbranche kamen über 600 Automobilexperten aus der ganzen Welt – darunter Hersteller und Zulieferer, Technologie- und Energiekonzerne sowie Politiker und Verbände – Ende Oktober 2017 nach Sindelfingen. Vom 24. bis 26. Oktober diskutierten die versammelten Branchengrößen Strategien, Konzepte und Technologien für das Automobil von morgen und die zukünftige Ausrichtung der Autoindustrie.

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