Kategorie: Allgemein

Health Data Revolution Report

Gesund bleiben statt nur gesund werden, Prävention statt nur Kuration. Je eher eine drohende Erkrankung festgestellt werden kann, desto besser und sanfter kann sie bekämpft werden. Dieses Leitbild ist ein zentraler Baustein bei dem Ansinnen, die Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt des Systems zu
stellen – als handelnde Subjekte, die die eigene Behandlung aktiv mitgestalten – und nicht als Objekte, die behandelt werden.

Freuen Sie sich auf folgende Aspekte, welche unter der Leitung des Handelsblatt Research Institute gemeinsam mit ausgewählten Partnern beleuchtet wurden:

Basis für die Datenrevolution im Gesundheitswesen
Digitalisierung als Voraussetzung
Datenquellen
Interview mit Admir Kulin
Interview mit Dr. Oliver Gröne
Methoden der Datenarbeit

Potenziale für Versorgung und Forschung
Interview mit Dr. Peter Gocke
Interview mit Prof. Jörg Debatin

Hürden für die Datenrevolution
Technologische Hürden
Strukturelle Hürden
Interview mit Dr. Ulf Maywald
Regulatorische Hürden
Interview mit Prof. Dr. Peter Schwarz

Handlungsempfehlungen

 

 

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Mit Value-Based Healthcare zu einer besseren Versorgungsqualität

Wir können in den aktuellen Zeiten der Transformation einen wichtigen Trend in unserem Gesundheitssystem beobachten: Der Trend von Medizin als Institution zu einer Medizin im Behandlungs- und Gesundheitsprozess der Patientinnen und Patienten – Value-Based Healthcare. Dieser Trend reflektiert das zunehmende Bedürfnis der Patientinnen und Patienten, ihre Behandlungsreise besser zu verstehen, um diese souverän mitgestalten und mitbestimmen zu können. Dies ist der Digitalisierung geschuldet, sie bietet allen Beteiligten neue Wege der Informationsbeschaffung und Informationsvermittlung, wodurch sich das Wissensgleichgewicht zwischen Patient und Medizin verändert. Diese Veränderung muss verstanden und in unser Gesundheitssystem integriert werden.

Ein optimales Management der Behandlungsreise ist ein wesentlicher Faktor dafür, die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. Das gelingt nur unter Einbeziehung der Patientinnen und Patienten – und drei wesentliche Paradigmenwechsel.

  1. Die Stärkung der subjektiven Patientenperspektive in der Bewertung der medizinischen Ergebnisqualität.
  2. Die Bereitschaft zu einer kontinuierlichen Messung der Ergebnisqualität im gesamten Behandlungsprozess und Schaffung einer Transparenz auf der gesamten Behandlungsreise.
  3. Das Commitment der Leistungserbringer, die eine zentrale und orchestrierende Rolle in der Behandlungsreise der Patientinnen und Patienten spielen, zur Stärkung einer datenbasierten, qualitätsorientierten medizinischen Versorgung. Ein Commitment aber auch für eine Nutzung innovativer Medizinprodukte.

Value-Based Healthcare: Ein international erprobtes Modell

Wir von alley sehen das Value-Based Healthcare Konzept als optimales und in zahlreichen Ländern erprobtes Modell für ein patientenzentriertes und auf Ergebnisqualität orientiertes Management der Behandlungsreise.

Das Value-Based Healthcare Konzept wurde 2006 von dem amerikanischen Ökonomen Michael Porter an der Boston Harvard Business School vorgestellt und im amerikanischen Gesundheitssystem eingeführt.

Das Konzept basiert im Wesentlichen auf vier Säulen:

  1. Der Organisation der Versorgung von Patientinnen und Patienten in sogenannten Integrated Practice Units. Damit ist eine Spezialisierung der Versorgung auf jeweilige Indikationen begleitet von Assozierten Fakultäten gemeint.
  2. Der Messung medizinischer als auch patientenbezogener Ergebnisqualität, sogenannte „Outcomes“. Hierfür hat ein Internationales Konsortium von medizinischen Expertinnen und Experten das „International Consortium of Health Outcome Measurement“ (ICHOM) gegründet und für über 40 Indikationen Daten-Sets zur Messung entwickelt.
  3. Eine auf Qualitätsmessungen basierte integrierte Versorgungssteuerung, zusammen mit Leistungserbringern und Kostenträgern und mit entsprechenden Vergütungsvereinbarungen.
  4. Die Nutzung von Digitalisierung und Intelligenter Datenanalytik für umfassende Qualitätsmessungen und um die Ergebnismessungen möglichst breit zu Verfügung zu stellen, z.B. in Form von indikationsbezogenen Qualitätsregistern.

Das Value-Based Healthcare Konzept von Porter wurde 2019 durch eine EU-Expertengruppe um eine wesentliche Dimension für ein gesamthaftes Verständnis der Patientenreise ergänzt: die Einbeziehung in die Messungen der Ergebnisqualität von sozialen und mentalen Einflussfaktoren auf die Gesundheit der Patientinnen und Patienten. Diese „Social Determinants of Health“ werden bereits in verschiedenen europäischen Ländern berücksichtigt und können wesentlich zur Stärkung einer Patientensouveränität beitragen.

Value-Based Healthcare in Deutschland

Wo stehen wir in Deutschland mit dem Value-Based Healthcare Ansatz? Meines Erachtens noch ganz am Anfang.

Erfreulicherweise ist unser Gesundheitssystem durch die sich beschleunigende Digitalisierung massiv beeinflusst und verändert worden. Wir beobachten eine Dezentralisierung im Gesundheitswesen hinein in die Häuslichkeit. Digitale Gesundheits- und Versorgungsangebote sind heute nicht mehr aus dem Lebensalltag der Nutzerinnen und Nutzer wegzudenken. Sie komplementieren unsere Gesundheitsversorgung genau da, wo starke, unerfüllte Bedürfnisse auftreten.

Andererseits erleben die Patientinnen und Patienten, trotz einer hervorragenden, leitlinienbasierten medizinischen Versorgung durch ihre Ärztinnen und Ärzte, eine Vielzahl von Brüchen und Irritationen auf ihrer Behandlungsreise. Oft müssen sie sich in einem Dschungel widersprüchlicher Informationen orientieren, bei gleichzeitig steigenden analogen und digitalen Angeboten, deren Qualität sie häufig nicht bewerten können.

Wir glauben, dass eine Mitgestaltung und Mitbestimmung der Patientinnen und Patienten durch Nutzung analoger und digitaler Gesundheitsangebote das Arzt-Patienten-Verhältnis in den kommenden Jahren nachhaltig verändern wird. Neben der rein medizinischen Behandlung gewinnt das Bedürfnis eines ganzheitlichen Verständnisses ihrer Situation unter Einbeziehung der persönlichen Vorstellung von Lebensqualität zunehmend an Bedeutung.

Patientinnen und Patienten sind bereit, ihre Gesundheitsdaten digitalen Anbietern zu überlassen, sofern daraus ein Nutzen bzw. Mehrwert für die Patientinnen und Patienten entsteht. Auf Basis eines modernen Datenschutzes entsteht so ein Datenschatz, das individuelle Arzt-Patienten-Verhältnis wird um wesentliche Dimensionen erweitert, Patientinnen und Patienten können souveräner ihren Behandlungsprozess mitgestalten und mitbestimmen, weil sie über einen 360 Grad Blick darüber verfügen.

Value-Based Healthcare: Die nächsten Schritte

Welche Rolle hierbei Krankenversicherungen, die Leistungserbringer und schließlich private, digitale Gesundheitsdienstleister spielen, muss intensiv diskutiert und ausgestaltet werden. Wir glauben, dass eine analytisch-fundierte, qualitätsorientierte Vergütung auf Basis etablierter Kooperationsverträge bzw. Verträgen der Besonderen Versorgung nach § 140a SGB V das Ziel sein muss – erweitert um neue Ansätze der Versorgungsforschung und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung auf Basis von Echtzeitdaten und sogenannter Real-World Evidence.

Wir danken Manuel Mandler, CEO & Founder von alley, für diesen Gastbeitrag.

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Wandel von On-Premise zu flexiblen Cloud Solutions sicher gestalten

Wie ist den transformativen Herausforderungen im stark regulierten Umfeld zu begegnen? Welche Gesetze, Normen und Standards sind bei Cloud-Betreibermodellen, ausgelagerter Datenhaltung und Technologieauswahl zu beachten? Existieren „Trusted Cloud Infrastructure Angebote“?

Die Digitalisierung und die damit verbundene Vernetzung des deutschen Gesundheitssystems stellt alle darin befindlichen Stakeholder vor große transformative Herausforderungen: Healthcare Cloud Solutions müssen umfangreiche Mindestanforderungen im Hinblick auf Data Privacy, Transparenz, Rechtssicherheit und Betriebsqualität erfüllen.

Wir setzen auf IT-Security als Enabler für komplexe und innovative Lösungsansätze. Unser Healthcare Cloud Konzept sorgt für die volle Kontrolle über verarbeitete und gespeicherte (Medizin-, Gesundheits- und Patienten-) Daten.

Doch wie können diese Anforderungen bedient werden?

Bei der erfolgreichen Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben im Gesundheitswesen geht es um mehr als nur um die Erfüllung der Sicherheitsziele Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität. Hochsensible, den Patienten persönlich zuzuordnende Gesundheitsdaten müssen verlässlich geschützt werden. Auch medizinische Prozesse in der Versorgung, die sich durch eine steigende Automatisierung von Abläufen und smarter Medizintechnik auszeichnen, sind betriebskritisch und jederzeit aufrecht zu erhalten. Das Missbrauchspotenzial ist enorm, so dass Datensicherheit und Datenschutz letztendlich über die Akzeptanz des Cloud Computings in Gesundheitseinrichtungen entscheiden.

Um eine digitale Abhängigkeit vom Cloud-Anbieter zu vermeiden, sind bei der Speicherung und Verarbeitung kritischer Gesundheitsdaten in Cloud-Infrastrukturen Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit und Transparenz unabdingbar. Studien zeigen, dass professionell und branchenspezifisch betriebene Cloud-Infrastrukturen zahlreiche Vorteile gegenüber stark begrenzten personellen IT-Ressourcen und IT-Budget einzelner Organisation aufweisen; vor allem in Fragen der System- und Betriebssicherheit und, unter Beachtung besonderer Sicherheitsmaßnahmen auf Seiten des Betreibers, auch in der Datenspeicherung und damit unter dem Aspekt des Datenschutzes.

Ein vielversprechender Lösungsansatz

Es sei gesagt, dass es keine einfache Lösung gibt, die bereits heute sämtliche Forderungen von politischer Strahlkraft bis technischer Excellence bedient. Es gibt jedoch bereits Vorhaben, Technologien und Strategien, die digitale Souveränität und Vertrauenswürdigkeit sicherstellen sollen – sowohl aus staatlicher und europäischer Perspektive als auch aus der eines jeden Nutzers. secunet setzt seit Jahrzehnten auf Open Standards und Open Source, um Transparenz, Überprüfbarkeit und Verfügbarkeit von Produkten zu gewährleisten. Das gilt auch für das entwickelte sichere Cloud-Betriebssystem secustack: Eine Basis, die die einfache und abgesicherte Bereitstellung von Ressourcen für den Betrieb von Cloud-Anwendungen ermöglicht und transparent integrierte kryptographische Mechanismen „security made in germany“ für verschiedenste Funktionsbereiche wie der Datenspeicherung, Kommunikationskanäle, Identity Management, u.a. anbietet. Immer mit dem Anspruch, die Hoheit über Data & Compute vollständig dem Dateneigner zu überlassen.

Reicht das bereits für „Trusted Cloud Infrastrukturen“ im Gesundheitswesen? – Nein. Normen und Standards und die Harmonisierung (Stichwort Interoperabilität) verlangen weitergehende Maßnahmen wie Confidential Computing für besondere Datenklassen, Revisionssicherheit beim Einsatz von machine learning/ data analytics, regelmäßige Konformitätserklärungen für Medizinprodukte oder auch die Anbindung an staatliche Gesundheitsdienste wie beispielsweise die der Telematikinfrastruktur.

Eine zukunftsfähige Cloud-Technologie-Basis, gepaart mit der integralen Verankerung branchenspezifischer Compliance-Mehrwertdienste, ermöglicht zuständigen Behörden, Verbänden und Nutzern die Diskussion über Zulässigkeit und Einsatz von Cloud Computing auch im Gesundheitswesen.

Sie möchten tiefer in das Thema einsteigen? Besuchen Sie unser Off-The-Record im Rahmen des Health Circles am 03.11.2021 oder kontaktieren Sie uns – beispielsweise über unsere Webseite.

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Data Privacy & Cyber Security vs. digitaler Turbo im Gesundheitswesen

das ist Thema des secunet Spotlights im Rahmen des Health Circles am 22.09.2021 um 13:00 Uhr.

Eine Frage, die immer wieder aufkommt: Was wird aus Datenschutz und Datensicherheit in den neuen Telematikinfrastruktur 2.0 Konzepten? Die Digitalisierung des Gesundheitswesens hat praktisch gerade erst begonnen, aber die Cyber-Bedrohungslage ist unverändert hoch und wird sich weiter verschärfen. Nun kommt die TI 2.0 und die Verantwortung für gewisse Sicherheitsansprüche verlagert sich auf Hersteller und Industrie. Sind die Anbieter in der Lage dies zu leisten? Haben wir die Technik und Konzepte, um der Bedrohungslage Herr zu werden?

Diese und weitere Themen diskutieren wir im Circle Member Spotlight zusammen mit unserem IT-Sicherheitsexperten Markus Linnemann.

Unser Gast Herr Linnemann ist seit Juni 2011 bei der secunet Security Networks AG beschäftigt und leitet die Division eHealth. Zur secunet wechselte er vom Institut für Internet-Sicherheit der Westfälischen Hochschule, bei dem er zwischen Juli 2008 und Juni 2011 als Geschäftsführer agierte. Bereits 2005 begann er dynamische Sensibilisierungsvorträge durchzuführen und etablierte Live-Hacking-Veranstaltungen, die mittlerweile bei vielen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Auftraggebern durchgeführt werden. So kann Markus Linnemann auf weit über 800 Veranstaltungen zurückblicken. Markus Linnemann ist Autor eines Buches (www.sicher-im-internet.de) und einer Vielzahl weiterer Veröffentlichungen.

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Wieso ist das Thema Datenschutz und Datensicherheit so wichtig?

Wir befinden uns inmitten einer komplexen, digitalen Transformation. Bei diesem Prozess ist die Frage wichtig, ob die Sicherheit mit der Digitalisierung Schritt halten kann. Es wurde viele Jahre über den gläsernen Bürger diskutiert. Wird ein solches Szenario durch die Hintertür Digitalisierung real? Oder spielt das in Zeiten von umfangreichen, persönlichen Google Daten und Apple Smartphones in Kombination mit Sozialen Medien keine Rolle mehr?

Muss man sich entscheiden, zwischen sicherem Umgang mit Daten und einem hoch digitalen, effizienten und patientenzentrierten Gesundheitswesen?
Wie so oft gibt es kein schwarz und weiß, aber am Gesundheitswesen wird man sehen, wie gut Deutschland Digitalisierung kann und seinem Anspruch gerecht wird, gleichzeitig das höchste Sicherheitsniveau anzusetzen und durch die sehr gute deutsche IT-Sicherheitsindustrie zu stützen.

Die Bedrohungslage für das Gesundheitswesen

Laut Bundesregierung ist die Zahl der Angriffe auf Krankenhäuser von 2019 auf 2020 um über 150% gestiegen. Die Bedrohung geht aktuell insbesondere von Ransomware aus. Mehrere Fälle in jüngster Vergangenheit, so wie im Juli im Klinikum Wolfenbüttel, im März bei der Evangelischen Klinik Lippstadt oder im Mai bei der irischen Gesundheitsbehörde zeigen, die Einschläge kommen näher. IT-Angriffe sind üblicherweise durch finanzielle Interessen getriggert. Das äußert sich aktuell durch die Erpressung bei der Verschlüsselung von Daten. Was bedeutet das für die digitale Zukunft? Wird ein Erpresser in Zukunft Systeme hacken, die es ihm ermöglichen mich mit meinen Leben zu erpressen durch den Zugriff auf lebenswichtige Maschinen, oder Daten in meiner zentral zusammengeführten Patientenakte?

Gegenüberstellung Digitalisierung vs. Sicherheit

Die Digitalisierung ist ein zweischneidiges Schwert. Durch die heute mögliche Auswertung von Daten könn(t)en Behandlungsmethoden wesentlich verbessert werden, die Pflege würde stark optimiert, es könnten sogar völlig neue Möglichkeiten geschaffen werden unser Leben zu verbessern und zu verlängern. Auf der anderen Seite wird man angreifbarer. Kriminalität gab es schon immer. Der Unterschied bei der Internetkriminalität ist die globale Anbindung. Jeder kann von überall einen Angriff starten, ohne den physischen Zugriff organisieren zu müssen.

Sollten wir deshalb nicht digitalisieren? Beim gläsernen Bürger, beim Umgang mit Daten und bei Aussagen zur IT-Sicherheit wird oft und gerne pauschalisiert und gerne ohne Kontext gearbeitet. Entscheidend für einen sicheren Ansatz ist immer für die jeweilige Situation angemessene Sicherheitsmaßnahmen zu etablieren. Dies ist nur möglich, wenn die Rahmenbedingungen und die Schutzwürdigkeit klar definiert sind. Es gibt sicher einige die gegen die Telematikinfrastruktur schimpfen, weil die Datenschutzregelungen nicht granular genug gehandhabt werden. Viele von den Kritikern nutzen beruflich oder privat Twitter, Facebook oder LinkedIn, diktieren eventuell Texte oder Befehle per digitaler Spracherkennung. Um diese nützlichen Gewohnheiten und Kommunikationsformen zu verwenden, werden umfangreiche Geschäftsbedingungen akzeptiert, die eine Nutzung unserer Daten für große Konzerne ermöglicht. Über 60 Millionen Deutsche besitzen ein Smartphone und über 30 Millionen nutzen eine Payback Karte. Privat geben wir Unmengen von Daten Preis für den Mehrwert mit den tollen neuen Diensten zu arbeiten. Da ist der Kontext dann gerne mal zu vernachlässigen.

Die Telematikinfrastruktur hat unter anderem einen so langen Weg hinter sich, weil alles super sicher sein sollte und das ist es. Die Ansprüche an die Systeme sind enorm hoch und führen auch dazu, dass nicht jeder in der Lage ist, diese Systeme zu bauen. Die TI ist dadurch sicherheitstechnisch voll auf der Höhe, will aber konzeptionell nicht mehr ganz zu unserem aktuellen Technikverständnis passen. Daher wird das ganze System aktuell umgeworfen. Die neuen Konzepte unterscheiden sich auch im Sicherheitsbereich auf den ersten Blick stark von den bisherigen Konzepten. Einige bisher typischen Sicherheitsanker werden wohl aufgegeben, wie die Verankerung von jeder Praxis und weiteren Leistungserbringern an ein Hardware Gateway. Ein Konzept, welches einen sehr hohen Sicherheitsstatus genießt. Kann auch per Software die gleiche Sicherheit hergestellt werden? In einigen Bundesländern dürfen Patientendaten heute das Krankenhaus nicht verlassen. Wenn wir mit künstlicher Intelligenz Daten auswerten wollen, um die Behandlungsmethoden zu verbessern, oder neue Heilungsoptionen zu finden, dann braucht es große Rechenpower und eine Menge an Daten aus vielen Krankenhäusern. Erste Frage: Was ist wichtiger? Der Fortschritt in der Medizin, oder der Schutz der Daten? Zweite Frage: Gibt es nur entweder oder?

Die entscheidende Entwicklung für einen digitalen Mehrwert

Aus Sicht der IT-Sicherheitstechnik lässt sich sagen, dass gerade die deutsche IT-Sicherheitswirtschaft mit Ihrem sehr hochqualitativen Verständnis von Datenschutz und Datensicherheit Lösungen anbietet und anbieten kann, die die jeweils angemessene Sicherheit bieten.

Daten aus den Krankenhäusern in die Cloud zu schieben, bedeutet nicht automatisch diese in eine der amerikanischen Systeme schieben zu müssen, die ein anderes Werteverständnis bezüglich des Datenschutzes vertreten. Es gibt bereits heute vertrauenswürdige und hoch sichere Cloudsysteme, die eine angemessene Verarbeitung von Gesundheitsdaten umsetzen können. Auch die Cloud alleine reicht nicht. Es bedarf vertrauenswürdiger und intelligenter Systeme, die direkt an medizinische Geräte angesteckt werden können, um einerseits diese von einem ungewollten Zugriff von außen zu schützen und andererseits Daten verschlüsselt, angepasst und evtl. anonymisiert in Richtung intelligenter Systeme in der Cloud weiterleiten zu können. Auch das ist technisch heute zu haben.

Dies ist die technische Seite. Entscheidend ist auch, dass die Politik und die entscheidenden Organisationen in unserem Gesundheitswesen die Kenntnisse der Industrie nutzen, um geeignete Lösungen zu finden. In der Telematikinfrastruktur werden in Zukunft einige der Sicherheitsvorkehrungen des Herzstücks der TI, dem Konnektor, auf Softwarehersteller übergehen. Aber haben diese Firmen alle die Mittel politischen Vorgaben an die Sicherheit mit abzudecken? Es sind üblicherweise keine Sicherheitsfirmen, sondern Experten für die Prozesse in medizinischen Einrichtungen. Es gilt eine Struktur zu schaffen, die die jeweilige Expertise der Teilnehmer am Gesundheitswesen nutzt und sinnvoll zusammenbringt.

Die technische Expertise für den „sicheren“ Schritt in ein mehrwertbringendes digitales Gesundheitswesen ist vorhanden. Jetzt gilt es den Ball aufzunehmen und voranzutreiben, bevor Deutschland auch hier den Anschluss verliert und sich bald wundert, dass all unsere Gesundheitsdaten bei Google gespeichert werden.

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