GET SMART. Richtungsweisender Input für die Macher der Digitalisierung.

Die digitale Transformation der Energiewirtschaft erfasst die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung bis zum Vertrieb. Die Integration regenerativer und damit volatiler Energiequellen stellt neue und komplexe Anforderungen an die digitale Infrastruktur der Branche.

Auf  der Handelsblatt Tagung Digitalisierung erörtern Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft  wie man strategisch den neuen Herausforderungen begegnen kann und welche Veränderungen konkret mit der weiteren Digitalisierung auftreten werden.


Aktuelle News zu Digitale Energiewirtschaft 2016:

Transformation durch Megatrends

Transformation durch Megatrends: Delphi – Der Blick in die Zukunft

Von Dr. Norbert Schwieters, Partner, Global Energy, Utilities & Mining Leader, PricewaterhouseCoopers AG WPG

Für die internationale Zukunftsstudie Delphi Energy Future 2040 – ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und PricewaterhouseCoopers (PwC) wurden ca. 350 Energieexperten aus mehr als 40 Ländern aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik befragt.
Die Delphi Energy Future 2040 widmet sich den relevantesten Fragen mit der übergreifenden Aussage, Energiewende als globales Phänomen zu sehen. In diesem Rahmen wurden rund 170 Studien und Prognosen ausgewertet mit dem Ziel, einen sektorübergreifenden Blick zu entwickeln.

Transformation durch Megatrends

Die Mehrheit der Befragten glaubt, dass eine Einigung der internationalen Gemeinschaft auf verbindliche Ziele zur Reduktion von CO2-Emissionen bis 2040 stattfindet und umgesetzt wird. Zu den Treibern für einen effektiven Klimaschutz wird der globale Ausbau Erneuerbarer Energien gezählt. Strom ist die Energie des 21. Jahrhunderts; v.a. aus erneuerbaren Quellen sorgt er auch für Mobilität und Wärme und hat Erdöl und Erdgas in vielen industriellen Prozessen ersetzt.

Deutschland wird hierbei von der Mehrheit der Experten die internationale Systemführerschaft für das Management und die Technik eines primär auf Erneuerbare Energien aufgebauten Energiesystems zugesprochen. Der Systemführerschaft droht jedoch der Wettbewerb mit dem prognostiziert weltgrößten Entwickler erneuerbarer Technologien 2014, China.

Einigkeit besteht: Energiepolitik erfolgt integriert. Europa wird in den nächsten beiden Jahrzehnten eine harmonisierte Energie-Innenpolitik und einen leistungsfähigen Energie-Binnenmarkt aufbauen, basierend auf einer hochleistungsfähigen grenzüberschreitenden Infrastruktur. Die größten Auswirkungen der Energiewende werden demnach in Europa und Nordamerika erwartet. Die Gegenthese lautet: Im Jahr 2040 kommt es in Europa zu einer Re-Nationalisierung der Energiepolitik, Phasenschieber riegeln die Grenzen ab.

Paradigmenwechsel

Nachhaltigkeit und Dezentralität werden sich als ökonomische Paradigmen durchsetzen. Experten gehen davon aus, dass die Nutzung dezentraler erneuerbarer Energien-Anlagen mit Batteriespeichern im Jahr 2040 zu einer neuen demokratischen Selbstorganisation auf lokaler Ebene führt. Im Jahr 2040 übernehmen Batteriekraftwerke als Frequenzausgleich die Funktion der konventionellen Kraftwerke bei der Systemstabilität.

Energiepolitik ermöglicht Selbstbestimmung und der Verbraucher verlangt Nachhaltigkeit. Nicht nur von Unternehmen, sondern auch von Produkten und Dienstleistungen. Mangelnde Nachhaltigkeit gilt als unethisch.

Im Jahr 2040 ist der Strommarkt geprägt durch hohe Auflösung, leistungsgemessene Kunden und „real time pricing“. Die klassischen Energieversorger werden nur noch für wenige technische Funktionen wie den Netzbetrieb verantwortlich sein, während viele kleine Produzenten die Stromerzeugung übernehmen und das Netzmanagement zur Domäne internationaler IT-Unternehmen geworden ist. Im Jahr 2040 sind Internetriesen sowie die Daten- und IT-Industrie die größten Player der Energiewelt, die klassische Energiewirtschaft bleibt analog.

Weitere Studienergebnisse besagen, dass konventionelle Kraftwerke kleiner und flexibler werden. Die ehemals großen Kraftwerke sind kleinformatig und flexibel geworden, mit einer Kapazität von regulär nicht mehr als 100 MW.

Ebenso werden die Verbraucher ihre Nachfrage flexibilisieren – zum Beispiel durch Demand Side Management. Im Jahr 2040 zahlt der Verbraucher für Strom eine Flatrate, die sich an seinem Durchschnittsverbrauch und seinem individuellen Bedürfnis nach Versorgungssicherheit orientiert.

Einigkeit, ob Verbraucher Versorgungssicherheit in Zukunft separat als Dienstleistung kaufen müssen und sie damit einen Preis bekommt, besteht unter den Experten nicht. Verliert das Stromnetz seine Neutralität, ist im Jahr 2040 aufgrund des Ausbaus volatiler Erneuerbarer Energien die kontinuierliche Verfügbarkeit von Strom keine Standardleistung der Energieversorger mehr. Fest steht: Die Unternehmen werden ihre Geschäftsmodelle neu aufstellen müssen – mit stärkerem Kundenfokus. Bei der Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen soll die Delphi Studie Orientierung bieten.

Weitere Informationen zur Studie: http://www.pwc.de/de/energiewirtschaft/ergebnispraesentation-internationale-studie-delphi-energy-future.html


Digitalisierung als Chance

Digitalisierung als Chance

Von Dr. Matthias Cord, stellv. Vorsitzender des Vorstands, Thüga AG

Das Thema Digitalisierung ist branchenübergreifend eng mit Technologietrends verbunden. Innovationen sind folglich der übergeordnete Treiber für die Digitalisierung. Aus dieser Erkenntnis zu schließen, dass Digitalisierung in jedem Fall mit spektakulären neuartigen Produkten aufwarten muss, die den deutschen Energieversorgern die Möglichkeit geben, aus der Commodity-Falle auszubrechen, neue, hochprofitable Märkte zu erschließen und damit einhergehend gleichzeitig einen Imagewandel hin zu einem Apple-, Google- oder Facebook-vergleichbaren Unternehmen zu vollziehen, wäre allerdings nicht zulässig. Digitalisierung wird sich vielmehr in den meisten Fällen vergleichsweise diskret in Prozessen entlang der Wertschöpfungskette abspielen, die die Energieversorger seit Jahrzehnten gut beherrschen und kontinuierlich erfolgreich weiterentwickelt haben. (mehr …)


Ökonomisierung durch Digitalisierung

Ökonomisierung durch Digitalisierung

Von Prof. Dr. Jens Strüker, Süwag Stiftungsprofessor für Energiemanagement/Geschäftsführer Institut für Energiewirtschaft (INEWI), Hochschule Fresenius

Der Umbau des Stromsystems in Deutschland konzentriert sich bislang auf die Erzeugung: So sind heute bereits über eine Millionen Photovoltaik- und Windkraftanlagen sowie Blockheizkraftwerke an das Stromnetz angeschlossen. Aufgrund des für die kommenden Jahre prognostizierten Preisverfalls der Lithium-Ionen-Technologie, ist von der Installation zehntausender dezentraler Solarbatterien auszugehen. Sollte zudem die Zahl der Elektromobile auf deutschen Straßen eine relevante Größenordnung erreichen, wächst mit zunehmender Dezentralität der Erzeugung bei gleichzeitig abnehmender Prognosegüte auf der Angebots- und Nachfrageseite (Wetter bzw. Prosumer) die Koordinationsherausforderung im deutschen Stromsystem in den kommenden Jahren erheblich an. Der seit 2015 vorliegende Entwurf eines Gesetzes zur „Weiterentwicklung des Strommarktes (Strommarktgesetz)“ adressiert dieses Komplexitätsproblem und strebt u.a. mit einer Öffnung der Regelenergiemärkte und einer erhöhten Bilanzkreistreue explizit eine verstärkt marktliche Koordination an. (mehr …)


„Smart Grid 2016“ – exklusive Zusammenfassung der Deloitte Studie

Deloitte Studie „Smart Grid 2016“ – Executive Summary

Die Digitalisierung der Energiewende

Seit Jahren wartet die Energiebranche auf Regelungen zu Finanzierung, Zeitrahmen und Art der Umsetzung der Digitalisierung der Energiewende. Ende letzten Jahres veröffentlichte das Bundeskabinett nun seinen Beschluss zum Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Die Deloitte-Studie „Smart Grid 2016“ beschreibt Zielbilder und Möglichkeiten, sich als Unternehmen neu auszurichten und liefert Strategieansätze für eine erfolgreiche Umsetzung. (mehr …)



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