Wasserstoff braucht starke Netze

Wasserstoff braucht starke Netze

Advertorial

Artikel aus dem Handelsblatt Journal „ENERGIEWIRTSCHAFT“ vom 18.01.2022

von Katherina Reiche

80 Prozent. Das ist der Anteil an den deutschen Wasserstoff-Projekten, die 2022 beginnen sollen, aber noch auf ihre finale Investitionsentscheidung warten. Diese Kennziffer steht für die Unsicherheit in der Wasserstoffwirtschaft, festgehalten vom Kopernikus-Projekt Ariadne. Während andere Länder bereits Anlagen im Gigawatt-Maßstab bauen, droht Deutschland, in der Planungsphase zu verharren – und abgehängt zu werden.

Tempo bei der Umsetzung
Aber: Als Energieunternehmen erkennen wir eine wachsende Handlungsbereitschaft bei unseren Kunden und Partnern. Um die Erzeuger und Abnehmer von Wasserstoff miteinander zu verknüpfen, gehen E.ON und Westenergie voran: mit unserem jüngsten Projekt H2.Ruhr und mit der Klimaschutz-Modellregion Sauerland. Wir brauchen aber dringend mehr Tempo in Deutschland! Und dafür brauchen wir deutlich mehr Rückenwind durch die Politik. Der Koalitionsvertrag von SPD, FDP und Grünen geht in die richtige Richtung. Sie wollen die Netzentgelte reformieren und ein integriertes „Klimaneutralitätsnetz“ schaffen.

Potenzial der Gasnetze nutzen
Die Gasnetze müssen die Basis für das künftige Wasserstoffnetz sein. Als unser Ass im Ärmel für eine schnelle regionale Clusterbildung brauchen sie eine Transformationsgarantie. Umrüstung und Neubau von Leitungen müssen im Rahmen der Netzregulierung rentabel sein. Kosteneffizienz ist wichtig. Aber sie darf bei den Herausforderungen der Energiewende nicht die einzige Regulierungsmaxime sein. Die Anreizregulierung muss die deutlich verschärften Klimaschutzziele endlich angemessen abbilden. Unternehmen, die konsequent in Energienetze investieren, müssen belohnt und nicht bestraft werden. Und sie brauchen klar bezifferte Ausbaupfade bei Erzeugung, Importen und Anwendung von Wasserstoff. Die Verdoppelung der Zielmenge der Elektrolyseleistung auf 10 Gigawatt bis 2030 ist ein Anfang. Weitere Schritte müssen spätestens im angekündigten Update der Nationalen Wasserstoffstrategie folgen. Der Wasserstoff Aktionsplan Deutschland 2021-2025 des Nationalen Wasserstoffrats sollte hierfür die Richtschnur sein. Wenn der Gesetzgeber die Netzbetreiber fortan als Partner und als Mittler versteht, schafft das Sicherheit für die Wirtschaft und bringt integrierte Projekte voran. Dann werden aus Plänen Investitionen und aus Investitionen ein erfolgreicher Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.

Katherina Reiche, Vorstandsvorsitzende, Westenergie AG

westenergie

www.westenergie.de

Dieser Artikel ist im aktuellen Handelsblatt Journal „ENERGIEWIRTSCHAFT“ erschienen.

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