Mit Liquiditätsfreiräumen durch finanzielle Engpässe

Dr. Henning Syllwasschy und Lukas Thesker

Advertorial

Artikel aus dem Handelsblatt Journal „Restrukturierung“ vom 11.05.2022

von Dr. Henning Syllwasschy und Lukas Thesker

Stringentes Cash-Management reduziert die Kapitalbindung und stärkt die Innenfinanzierungskraft, ermöglicht optimale Ressourcenallokation und schafft Rechtssicherheit für die Gesellschaftsorgane. Obwohl die Vorteile klar auf der Hand liegen, beobachten wir in der Praxis regelmäßig ungenutzte Potenziale. Die Gründe sind vielfältig: Sie reichen von geringem Liquiditätsfokus über uneinheitliche ITLandschaften bis zu geringer Erfahrung in der Implementierung geeigneter Prozesse.

Vor diesem Hintergrund lassen sich drei Voraussetzungen für ein zeitgemäßes Cash-Management identifizieren:

1. Täglicher Liquiditätsstatus:
Ein umfassendes Lagebild als Startpunkt
Wesentlich ist hierbei, vorhandene Restriktionen in Bezug auf die tatsächliche Verfügbarkeit und sofortige Disponierbarkeit der Liquidität zu berücksichtigen (beispielsweise Treuhandkonten, Barhinterlegungen, Covenants oder internationale Kapitalverkehrsrestriktionen).

2. Kurzfristiger Liquiditätsforecast:
Der Blick in die Zukunft
Welche Form eines Forecasts geeignet ist, hängt von der Unternehmensstruktur, Zielsetzung und weiteren Rahmenbedingungen ab – darunter: wesentliche Gesellschaften, die Verteilung einer (de-)zentralen Planungsverantwortung oder auch welcher Grad der Anbindung an bestimmte Systeme erforderlich ist, damit der Aufwand beim regelmäßigen Erzeugen des Liquiditätsforecasts in einem guten Verhältnis zum Nutzen steht.

3. Digitale Tools:
Liquiditätspotenziale ausschöpfen
Eine zeitgemäße Working-Capital-Optimierung lässt sich unabhängig von der Unternehmensgröße (nur) mit digitalen Technologien realisieren. Diese ermöglichen es, Bewegungs- und Bewertungsdaten auf Einzelbelegebene zu erfassen, auszuwerten und zu interpretieren. So kann Process Mining Ablaufprozesse in einem Unternehmen hochgradig automatisiert analysieren und in Echtzeit überwachen. Auf dieser Grundlage lassen sich anschließend Stellschrauben und Maßnahmen zur Optimierung zuverlässig identifizieren und „Jo-Jo-Effekte“ vermeiden.

Im Ergebnis: Mehr Handlungsspielraum
Bei der Umsetzung optimaler Cash-Management-Prozesse ist es entscheidend, die wesentlichen Steuerungselemente nicht isoliert umzusetzen, sondern individuell auf die Unternehmenssituation zuzuschneiden und eng miteinander zu verzahnen. Nur dann bedeutet Cash-Management auch nachhaltig mehr Liquidität, mehr Handlungsspielraum und mehr Rechtssicherheit für die handelnden Organe.

Dr. Henning Syllwasschy, Partner, FTI-Andersch
Lukas Thesker, Direktor, FTI-Andersch

FTI-Andersch

Dieser Artikel ist im aktuellen Handelsblatt Journal „Restrukturierung“ erschienen.

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