Run-off – Perspektiven für eine nachhaltige Altersvorsorge


Dr. Claudius Vievers
Sprecher der Athora Deutschland und der Athora Lebensversicherung AG

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit hat sich im politischen und gesellschaftlichen Dialog in den letzten Jahren fest etabliert. Vor diesem Hintergrund wendet sich dieser Artikel der Frage zu, in welcher Form Athora als Bestandsversicherer mit seinem Geschäftsmodell einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten kann. Dazu wird das Thema der Nachhaltigkeit aus drei Perspektiven beleuchtet: aus Sicht der Kunden, für die Realwirtschaft und die Branche sowie mit Blick auf das Versicherungsunternehmen selbst.

Wir gehen hier bewusst nicht auf das Thema der Nachhaltigkeit der Kapitalanlagen in der deutschen Lebensversicherung ein. Das Thema ist wichtig, dieser Artikel fokussiert sich aber auf die genannten Aspekte.

Neben der gesetzlichen Rente und der betrieblichen Altersversorgung als zwei der drei Säulen der Altersvorsorge bedarf es weiterhin der privaten Vorsorge, wie die Diskussion über die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung eindrucksvoll zeigt. Da sich die Versicherungsindustrie in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld bewegt, welches mittlerweile bereits als das „new normal“ wahrgenommen wird, muss hinterfragt werden, inwieweit das Geschäftsmodell der Lebensversicherung – insbesondere das der klassischen kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherung mit langlaufenden Garantien – noch eine Zukunft hat, und ob bzw. wie es nachhaltig gestaltet werden kann. Auswertungen des GDV über das Neugeschäft für das Jahr 2020 zeigen eindrucksvoll, dass es weiterhin eine große Nachfrage nach Produkten mit Garantien gibt. Vor allem im Versicherungsbestand überwiegt nach wie vor der Anteil des Geschäfts mit Garantien. Damit die Lebensversicherungen diese Erwartungen an das Geschäft mit Garantien erfüllen können, müssen sie nachhaltig handeln.

Warum ist Athora‘s Geschäftsmodell nachhaltig?

Aus unserer Sicht sind drei Aspekte von zentraler Bedeutung:

  • Wir liefern ein Produkt, dass den Renditebedürfnissen der Kunden entspricht
  • Wir finanzieren die Realwirtschaft und stellen uns in den Dienst der Gesellschaft
  • Wir stellen eine nachhaltige Gesundheit unseres Unternehmens sicher

Dieser Artikel verdeutlicht, welchen Weg Athora hierbei beschritten hat, und wie das Geschäftsmodell von Athora zu einem stabilen Lebensversicherungssektor und einer nachhaltigen Altersvorsorge in Deutschland und Europa beitragen kann.

I.) Nachhaltigkeit aus Sicht des Kunden
bedeutet, dass die Ansprüche des Kunden mindestens erfüllt, bestenfalls übererfüllt werden. Dieser Anspruch hat bei Athora eine zentrale Bedeutung: “Athora’s mission is to bring more value to customers in fulfilling their long-term insurance needs.” Dieser Auftrag bildet die Grundlage für die Geschäftsstrategie von Athora, aus welcher wir eine eindeutige Risikostrategie ableiten. Athora setzt sein Kapital und Know-how dafür ein, die Produkte zu liefern, die unsere Kunden für die Absicherung im Alter und Ruhestand brauchen. Dabei
konzentrieren wir unser Produktangebot nicht auf Produkte, die den Kapitalbedarf des Versicherers minimieren, sondern unseren Versicherungsnehmern einen Mehrwert bieten.

Unsere ALM-Technologie und unser Zugang zu renditeorientierten Kapitalanlagen sind das Mittel, um das Produkt, das die Kunden benötigen, in geeigneter Weise bereitzustellen. Es werden Risiken also genau dort eingegangen, wo diese adäquate zukünftige Erträge bieten. Wir verfolgen einen disziplinierten Ansatz beim Kapitalmanagement zwischen ALM und risikoorientierten Kapitalanlagen, um unter allen Marktbedingungen eine angemessene Rentabilität zu liefern und gleichzeitig zu gewährleisten, dass ausreichendes Kapital zur Unterstützung unserer Kunden verfügbar bleibt.

Als Konsequenz der Solvency II Methodik wird der dazu erforderliche Risikokapitalbedarf (SCR) unmittelbar für die Ermittlung der Bedeckungsquote angesetzt, während die durch die Nutzung  von Marktopportunitäten entstehende reale Wertschöpfung in der Solvency II Bedeckungsquote zum jeweiligen Stichtag nicht berücksichtigt wird.

Diese Anlagephilosophie hat sich bereits ausgezahlt. So hat Athora für das Jahr 2021 das zweite Jahr in Folge die Überschussbeteiligung erhöht und konnte mit einer Gesamtverzinsung von 4 % eine führende Position im deutschen Markt einnehmen. Auf diese Weise haben wir für unsere Kunden einen nachhaltigen Nutzen geschaffen.

II.) Nachhaltigkeit mit Blick auf die Realwirtschaft
bedeutet, dass ein Investor aktiv die Bildung von Produktivkapazitäten unterstützt und Kapital
langfristig zur Verfügung stellt.

Grundsätzlich passen die Verpflichtungen aus Versicherungsverbindlichkeiten sehr gut zum Risikoappetit von Athora. Denn die lange Laufzeit und die Struktur dieser Verbindlichkeiten ermöglichen es Athora, eine wertschöpfende Asset Allokation umzusetzen.

Zunächst einmal unterscheidet sich Athora nicht grundlegend von anderen Versicherern. Der primäre Fokus ist das Risikomanagement mit aktivem ALM-Management, das speziell auf das klassische Lebensversicherungsgeschäft zugeschnitten ist. Priorität haben Bilanz- und Kapitalstabilität. Rund 80 Prozent unserer Investitionen fließen in sogenannte ALM-Anlagen – Staatsanleihen, Hypothekendarlehen für Wohnimmobilien, Barmittel, Unternehmensanleihen mit Investment Grade. Die restlichen 20 Prozent der Investitionen werden in die Realwirtschaft investiert, wie Private Debt für Unternehmen, Anlagenfinanzierungen, Immobilien und nicht börsennotiertes Eigenkapital. Zu diesem Zweck greift Athora auf die einzigartige Asset-Sourcing-Kapazität und das Risk-Underwriting- Know-how seines Vermögensverwalters Apollo zurück. Der Fokus von Athora liegt auf der Generierung von überdurchschnittlichen Anlagerenditen mit einem strikten Kreditrisiko-Underwriting durch besicherte Kapitalanlagen, um unsere Risiken auch in schlechten Szenarien zu minimieren. Dass dieser Ansatz funktioniert, wird auch dadurch sichtbar, dass trotz der Corona-Krise nur minimale Ausfälle zu verzeichnen waren.

Insgesamt investiert Athora rund 60 Prozent seines Vermögens in die Finanzierung der Wirtschaft, sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen. So investierte Athora Deutschland im Jahr 2020 bei Ausbruch der Corona Krise allein rund 15 Prozent seiner Kapitalanlagen in Unternehmensanleihen. Das Geschäftsmodell von Athora unterstützt folglich die Realwirtschaft und trägt zu einer nachhaltigen Wirtschaft bei.

III.) Nachhaltigkeit aus Sicht des Unternehmens
bedeutet, dass eine Konzentration auf Wertschöpfung im Unternehmen erfolgt. Der Fokus ist, die Disziplin des Managements sowie ein angemessenes Geschäftsmodell über Jahre und  Jahrzehnte sicherzustellen. Wir konzentrieren uns auf das Kerngeschäft, um der Beste in dem zu sein, was wir tun. Das ist die beste Garantie dafür, dass wir über lange Zeit für unsere Versicherungsnehmer und Mitarbeiter da sein werden. Athora konzentriert sich auf seine Kernkompetenzen und überprüft alle Aktivitäten und Prozesse laufend. Um das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu verbessern, ergreift Athora verschiedene Maßnahmen, die ihrem Geschäftsmodell zugrunde liegen: So setzt Athora durch Rückversicherungsangebote und Portfoliotransfers sein Kapital und seine Expertise ein, um andere Versicherer in die Lage zu versetzen, die in der Vergangenheit abgegebenen Versprechen gegenüber den Versicherungsnehmern zu erfüllen.

Athora nutzt sein Kapital und sein Risikomanagement, um die Garantien und Versprechen an die Versicherungsnehmer sicherzustellen. Dabei konzentriert das Management von Athora seine Ressourcen auf seine Kernkompetenzen und kooperiert mit Partnern, um moderne Prozesse und Automatisierung zu implementieren, die Skalierbarkeit und Kosteneinsparungen ermöglichen und gleichzeitig die Servicequalität für seine Versicherungsnehmer sicherstellen. Diese Skaleneffekte werden durch den Erwerb neuer Portfolios und Unternehmen optimiert.

Auf diese Weise optimiert Athora eigene interne Strukturen und Abläufe, automatisiert Prozesse und Kostenstrukturen. Athora hat so die eigene Fertigungstiefe deutlich reduziert und sich auf die Bedürfnisse der Stakeholder fokussiert.

Insgesamt gelingt es Athora damit nicht nur, die eigene wirtschaftliche Position nachhaltig zu stärken, sondern gleichzeitig das „Geschäftsmodell Lebensversicherung“ durch das Bereitstellen von frischem Kapital nachhaltig zu unterstützen.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es Athora gelungen ist – die Bedürfnisse der Kunden durch eine attraktive Überschussbeteiligung nachhaltig zu erfüllen,

  • die Realwirtschaft durch Kapital und Investitionen zu unterstützen,
  • die eigene Stärke und Wettbewerbsfähigkeit durch eine Reduzierung der Fertigungstiefe und Konzentration auf die eigentliche Wertschöpfung nachhaltig zu verbessern und
  • somit das „Geschäftsmodell der Lebensversicherung mit langfristigen Garantien“ durch Lösungsmöglichkeiten zu stabilisieren.

Athora hat in Deutschland und in der europäischen Gruppe in den letzten drei Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass der von ihr eingeschlagene Weg nachhaltig erfolgreich ist.

Dr. Claudius Vievers, Sprecher, der Athora Deutschland und der Athora Lebensversicherung AG, ist Referent des diesjährigen Strategiemeetings Lebensversicherung. Er gibt einen Impuls zum Thema „Run-off – Perspektiven für eine nachhaltige Altersvorsorge“. Seien Sie dabei und stellen live Ihre Fragen.

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