Die Welt nach Corona aus Proptech-Sicht


Michael Seeberg

Gastbeitrag von Michael Seeberg, Geschäftsführer, hypcloud GmbH

Die Infektionskrankheit COVID-19 hat unerwartet und schnell die Art und Weise verändert, wie wir miteinander leben und arbeiten und damit auch, wie wir Immobilien nutzen: Arbeiten von Zuhause statt im Büro, Videocalls statt Geschäftsreisen, Online Events statt Kongresse oder Online Einkauf statt Shopping Center. Die gegenwärtigen Herausforderungen zeigen uns dabei umso deutlicher, wie bedeutend Themen der Technologieentwicklung und Nachhaltigkeit für unser zukünftiges soziales und wirtschaftliches Dasein sind.

Schon lange vor COVID-19 begann die Entstehung einer Vielzahl von Technologieunternehmen, die aufgrund ihres Fokus auf die Immobilienbranche Proptechs genannt werden und die an verschiedensten Stellen entlang der Immobilienwertschöpfungskette innovative Lösungen entwickeln. Diese Lösungen erstrecken sich von der Marktdatenanalyse, über die Finanzierung und Transaktionsunterstützung, die Optimierung von Bauprozessen und der Bauplanung, bis hin zu Gebäudetechnik.

Die Vielzahl der Anknüpfungspunkte für Innovationen sowie die notwendigen Zugänge zu den meist lokal agierenden Nutzern sind dabei mit Sicherheit Ursachen für die bis zur Pandemie eher geringe Aufmerksamkeit und Adaption in der Immobilienwirtschaft. Signale für eine beschleunigte Akzeptanz von Proptech Technologien und Services sind nun an den Stellen vermehrt wahrnehmbar, an denen eine effiziente Zusammenarbeit verschiedener Akteure einen maßgeblichen Wettbewerbsvorteil darstellt. Zum Beispiel durch Vermarktungs- und Finanzierungsplattformen oder allgemeine Kommunikations- und Projektmanagementanwendungen.

Doch wie nachhaltig ist diese Entwicklung? Ein Rückfall in die analoge Praxis droht, sofern die Potentiale von Technologie nicht erkannt werden und ihre Weiterentwicklung aus dem Auge verloren wird. Denn nur durch die stetige Optimierung von Technologien können nachhaltige Veränderungen bestehender Geschäftsmodelle gelingen.

Für eine nachhaltige Adaption sind wohl drei Aspekte entscheidend:

  1. eine überzeugende Nutzererfahrung bei Produkten und Services durch die Proptechs zu bieten;
  2. die Wirtschaft im Zuge der Pandemie im Hinblick auf langfristige Ziele wie die Digitalisierung und den Klimaschutz durch die Politik zu transformieren;
  3.  weiter Budgets für Technologien durch die Immobilienunternehmen bereitzustellen und eigene Personal-/Know-how-Engpässe in der Digitalisierung über Kooperationen mit Technologieunternehmen stärker anzugehen.