Kurzinterview mit Christoph Verenkotte, Präsident, Bundesverwaltungsamt

Kurzinterview Christoph Verenkotte, Präsident, Bundesverwaltungsamt

Wo stehen wir ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Krise in Bezug auf die Digitalisierung von Staat und Verwaltung? Welche Erfolgstories gibt es und wo gibt es noch Nachholbedarf?

Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, wie notwendig es ist, die Prozesse in der Verwaltung zu verbessern. Und wie viel uns noch fehlt, um zukunftsfähig zu sein. Es fehlte an rechtzeitiger und hinreichender Investition in die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und  an Umsetzungskompetenz in der Breite.

Dem großen Engagement vieler Einzelner ist es zu verdanken, dass die Verwaltungen vergleichsweise gut durch die Krise gekommen sind. Zumindest brauchen wir heute nicht mehr über die Notwendigkeit des Handelns zu diskutieren. Jeder hat begriffen, dass Großes passieren muss, um die  Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Wirtschaft an eine Verwaltung im digitalen Zeitalter zu erfüllen.

Welche Insights möchten Sie beim Handelsblatt GovTech-Gipfel mit uns teilen?

Bei IT-Fachkräften haben wir noch Nachholbedarf. Insgesamt ist der öffentliche Dienst aber als Arbeitgeber grundsätzlich attraktiv und ich freue mich, dass viele junge Menschen Verantwortung für unsere Gesellschaft übernehmen und die Zukunft unseres Landes aktiv mitgestalten wollen. Angesichts der demographischen Entwicklung wird es aber immer schwieriger werden. Flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten und gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt es heute auch anderswo. Hier haben wir keinen Wettbewerbsvorteil mehr.

Verraten Sie uns noch etwas über sich, was wir so noch nicht wussten? Z.B. ein Hobby, Ihren Kindheitstraum o.ä.

Ich koche leidenschaftlich gern und sehe mich als Genießer. Mit einer guten Flasche Rotwein kann man mir immer eine Freude machen. Und ich traue mich auch, mich als Zigarrenraucher zu outen.