Energiepolitik unter neuen Voraussetzungen

von Maria Moræus Hanssen

Die jüngste Klimaschutzkonferenz hat wieder einmal die Frage aufgeworfen, wie die Klimaschutzziele für die Jahre 2030 bzw. 2050 erreicht werden können.

Denn das globale Bevölkerungswachstum lässt derzeit keinen Rückgang des Energieverbrauchs erwarten. In bevölkerungsreichen Ländern wächst eine aufstrebende Mittelschicht mit erhöhter Kaufkraft und einem steigenden Energiebedarf heran. Europa muss deshalb seine Klimaschutzbemühungen verstärken. Klimaschutzpartnerschaften sollten genutzt werden, um die Länder, deren Energiebedarf steigt, noch stärker mit Hilfe von Fachwissen, Technologie und Finanzmitteln zu unterstützen. Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und der Energieeinsparung spielen dabei eine wichtige Rolle. Denn die einfachste Art, einen Klimaschutzbeitrag zu leisten, ist noch immer das Energiesparen. Jede Tonne Kohle, jeder Liter Öl, jeder Kubikmeter Gas, der nicht verbrannt wird, setzt kein CO2 frei.

Wie eine moderne Gesellschaft ihren Energiebedarf decken will, welche klimapolitischen Ansprüche sie hat und was sie bereit ist dafür zu tun, gilt es zu klären. Deutschland tritt aus der Kernenergie aus und plant einen Kohleausstieg. Wie die dadurch entstehende Versorgungslücke geschlossen werden soll, bleibt noch ungewiss. Doch warum nicht Erdgas stärker berücksichtigen?

Erdgas aus heimischen und importierten Quellen bietet sich als eine ideale Übergangslösung an, die eine sichere Energieversorgung gewährleistet und gleichzeitig die CO2-Emissionen reduziert. Erdgas hat den niedrigsten CO2-Gehalt aller fossilen Energieträger und ist klimafreundlicher als Kohle und Öl. Durch Erdgas kann zudem die globale Umweltbilanz schnell verbessert werden.

Es wäre wünschenswert, einen allgemeinen Konsens über einen Masterplan für die Energiewende zu erzielen, der insbesondere dem Erdgas eine tragende Rolle beimisst. Denn der Umbau des Energiesystems ist nicht morgen vollendet, sondern dauert noch die nächsten 50 bis 100 Jahren. Und in diesem Zeitraum wird die Öl- und Gasbranche einen verantwortungsvollen Beitrag auf dem Weg zu einer dekarbonisierten Welt leisten, durch Umweltinnovationen, Reduktion eigener Emissionen, Entwicklung und Einführung neuer Produkte und deren Anwendungen sowie eine höhere Energieeffizienz.

Maria Moræus HanssenMaria Moræus Hanssen
Vorstands vorsitzende
DEA Deutsche Erdoel AG