Datenschutz-GAU: Hacker erbeuten Millionen Kundendaten von Amerikas größter Wirtschaftsauskunftei

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Datenschutz-GAU: Hacker erbeuten Millionen Kundendaten von Amerikas größter Wirtschaftsauskunftei

Der US-Finanzdienstleister Equifax wurde Opfer eines großangelegten Hackerangriffs. Bei der Cyberattacke erbeuteten die Angreifer die Daten von 143 Millionen Amerikanern, darunter auch sensible Informationen wie Sozialversicherungs- oder Kreditkartennummern. Das Unternehmen selbst bemerkte diese Attacke erst am 29. Juli, nachdem die Hacker bereits seit Mitte Mai am Werk waren.

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Datenschutz-GAU: Hacker erbeuten Millionen Kundendaten von Amerikas größter Wirtschaftsauskunftei

Identitätsdiebstahl kann nicht ausgeschlossen werden

Die bislang unbekannten Hacker nutzten eine Sicherheitslücke in der Website-Anwendung, wodurch sie sich über einen Zeitraum von Mitte Mai bis Juli sensible Informationen, wie Namen, Adressen, Geburtsdaten, Führerscheindaten, Sozialversicherungs- und Kreditkartennummern der Equifax-Kunden, aneignen konnten. Die Auswirkungen dieser Attacke sind verheerend, besonders vor dem Hintergrund, dass vor allem die Führerscheindaten und die Sozialversicherungsnummer den amerikanischen Bürgern als Mittel zur Identifizierung dienen und dabei ein Leben lang gleichbleiben. Dieser Umstand stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar, denn ein möglicher Identitätsdiebstahl kann für die Betroffenen nicht ausgeschlossen werden.

Laut eigenen Angaben von Equifax ist die Aufsichtsbehörde informiert und Spezialisten seien mit einer forensischen Prüfung zur Aufklärung des Falles betraut. Etwaige Kosten dieser Maßnahmen können zum aktuellen Stand nicht eingeschätzt werden.

Vertrauensverlust bei Kunden und Aktionären

Neben den 143 Millionen betroffenen Amerikanern – das entspricht mehr als 40% der gesamten US-Bevölkerung – wurden auch Kunden aus Kanada und dem Vereinigten Königreich Opfer der Attacke, allerdings nicht in vergleichbarem Ausmaß.
Im Rahmen einer internen Prüfung wurde Equifax Ende Juli auf den Datenraub aufmerksam, die Öffentlichkeit wurde jedoch erst am 7. September über den Vorfall informiert. Nach der Bekanntgabe des Angriffes brach der Aktienkurs des Finanzdienstleisters nachbörslich um über fünf Prozent ein.

Kritisch wird in diesem Zusammenhang die Tatsache diskutiert, dass Finanzchef John Gamble sowie zwei weitere Topmanager bereits Anfang August Unternehmensanteile im Wert von insgesamt 1,8 Millionen Dollar verkauften. Obwohl die Manager bestreiten zu diesem Zeitpunkt von dem Hackerangriff gewusst zu haben, dürfte das Vertrauen von Anlegern und Kunden nachhaltig gestört sein.

Equifax als größte Wirtschaftsauskunftei der USA

Das US-amerikanische Unternehmen gilt als größte Wirtschaftsauskunftei der USA und gehört zu den drei führenden Finanzdienstleistern. Der Dienstleiter bietet sogar Produkte an, die Daten- und Identitätsdiebstahl verhindern sollen.

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