Neue Wege für mehr Patientennutzen

Zemzoum, Iris Dr Janssen-CilagOb späte Diagnose, mangelnde Therapietreue oder fehlendes Verständnis der eigenen Krankheit: Im Alltag bleibt der Therapieerfolg von Erkrankten oftmals hinter den unter optimalen Behandlungsbedingungen möglichen Erfolgen zurück. Dieses Phänomen tritt bei allen Patientengruppen auf. Das Beispiel der Schizophrenie-Kranken zeigt die Problematik besonders deutlich: 40 Prozent setzen ihre Medikamente nach dem ersten stationären Krankenhausaufenthalt ab. Die Rückfallquote steigt bei mangelnder Therapietreue erheblich. Studien belegen, dass 64 Prozent der Patienten bei Verabreichung von Placebo-Tabletten ohne Wirkstoff einen Rückfall innerhalb von zwölf Monaten erleiden. Bei Behandlung mit Antipsychotika sind es nur 27 Prozent.

Ein neues, ganzheitliches Verständnis des Patientennutzens setzt an diesen Lücken im Versorgungssystem an. Um den Patientennutzen ganzheitlich zu erfassen und zu verbessern, reicht die Betrachtung von Mortalität, Morbidität und Lebensqualität nicht aus. Der erweiterte Begriff des Patienten-Outcomes umfasst darüber hinaus die Qualität der Versorgung sowie die Kosten für das Gesundheitssystem.

Begleitprogramme für den Therapieerfolg

Von diesem umfassenden Outcome-Begriff ausgehend entwickelt Janssen unterschiedliche Programme, die die medikamentöse Therapie gezielt unterstützen. In allen Programmen wird der Erfolg kontinuierlich gemessen. Im Falle der Schizophrenie-Patienten liefert das Programm „kompass“ Unterstützung im Praxisalltag. In rund 40 Kooperationsprojekten wurde ein Angebot entwickelt, das sich an medizinisch-therapeutisches Fachpersonal richtet. Ziel ist es, behandelnde Ärzte, Therapeuten und das Pflegepersonal durch Praxismaterialien und Fortbildungen zu unterstützen. Das Online-Portal kompass-therapiebegleiter.de macht Informationen und Praxismaterial von Experten für Experten zu fünf kompass Modulen, darunter auch Entlassmanagement und Patienten-Arzt-Kommunikation, zugänglich.

Gleichzeitig fördert Janssen die Aufklärung von Patienten und Angehörigen. Leider fehlt für diesen Therapiebaustein in der Praxis oft die Zeit. Da sind Kooperation wie die zwischen Janssen und dem UKE Hamburg sehr wichtig. Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Martin Lambert ist das Online-Psychoedukationsportal psychose-wissen.de entwickelt worden, das bereits 17.000 Besucher zählt.

Health Outcome Management aus Überzeugung

Programme wie „kompass“ und „psychose-wissen.de“ entwickelt Janssen auch für Patienten in den Bereichen Onkologie, Immunologie oder Infektiologie. Sie sind ein wichtiges Mittel, um den Patienten-Outcome bzw. den nutzen einer Therapie für den Patienten messbar zu steigern. Das sogenannte Health Outcome Management ist deshalb fest in die Unternehmensstrategie von Janssen integriert.

So funktioniert Health Outcome Management

zoum-patientennutzen

Dr. Iris Zemzoum ist seit Dezember 2012 Managing Director von Janssen Deutschland, der Pharmasparte von Johnson & Johnson. Die approbierte Ärztin erklärt den Wandel vom forschenden Pharma- zum forschenden Gesundheitsunternehmen.