Neue Rahmenbedingungen für die Finanzierung der Krankenkassen Autor siehe unten

Bereits in diesem Jahr erhebt nahezu jede gesetzliche Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, und trotzdem schmelzen viele Kassen derzeit ihre Vermögen ab. Dies macht deutlich, dass die Rahmenbedingungen für die Finanzierung der Krankenkassen einer dringenden Überarbeitung bedürfen. Die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds reichen bei den meisten gesetzlichen Krankenkassen zur Finanzierung der medizinischen Versorgung ihrer Versicherten nicht aus. Aus Sicht der Betriebskrankenkassen ist zudem das unausgewogene Finanzausgleichssystem zwischen den Krankenkassen anzugehen. Der sogenannte morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich muss transparenter, zielgenauer und gerechter werden. Dazu ist es notwendig eine Reihe von Veränderungesoptionen zu diskutieren, deren Wirkungen in den nächsten Monaten näher analysiert werden müssen.

Es liegt auf der Hand, dass die unterschiedlich ausgestaltete medizinische Versorgungslandschaft sich auch im Morbi-RSA mit einem Faktor für regionale Unterschiede widerspiegeln müsste. Noch ist offen, wie ‚Region‘ definiert wird, aber Fakt ist, dass städtische Ballungsräume und ländliche Regionen höchst unterschiedliche Strukturen und damit auch Kosten medizinischer Versorgung – oft innerhalb eines Bundeslandes – haben.

Schon lange fordern die Betriebskrankenkassen, dass bei der Zuweisung für Krankengeldaufwendungen aus dem Gesundheitsfonds die reale Höhe der Löhne der Versicherten berücksichtig werden. Momentan bemessen sich die Zuweisungen zur Hälfte nach Alter und Geschlecht und ansonsten nach Ausgaben für krankengeldberechtigte Versicherte – unabhängig von deren Einkommen.

Diese Forderung bekommt eine besondere Dynamik, da der Anteil der Langzeit-Krankheiten (mit mehr als sechs Wochen Dauer) in zehn Jahren von rund 41 auf 46 Prozent gestiegen ist. Somit geht mittlerweile jeder zweite Krankentag auf das Konto eines Langzeiterkrankungs-Falls.

Franz KniepsFranz Knieps
Mitglied des Vorstandes
BKK Dachverband

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