Können 30-40 % der Arbeitsunfähigkeitszeiten in Deutschland vermieden werden?

Würfel , Alexander AbbVieSchätzungen zufolge leidet jeder dritte Arbeitnehmer an einer chronischen Erkrankung — und viele verschweigen diesen Zustand aus Angst vor negativen Konsequenzen. Alexander Würfel, Geschäftsführer des Bio-Pharma-Unternehmens AbbVie, fordert einen Paradigmenwechsel innerhalb unserer Gesellschaft.

Würde verantwortungsvoller mit dem Thema der chronischen Erkrankungen umgegangen, könnte einerseits die Lebensqualität für Arbeitnehmer erhöht werden und andererseits erstaunliche 30–40 % der entstehenden Arbeitsunfähigkeitszeiten durch interne Maßnahmen der Unternehmen vermieden werden.

 Lesen Sie hier den Beitrag „Jeder dritte Arbeitnehmer ist chronisch krank — Umdenken erforderlich“ von Alexander Würfel (AbbVie Deutschland) aus dem Newsletter Standpunkte Health 2014.

Jeder dritte Arbeitnehmer ist chronisch krank — Umdenken erforderlich

Seit seiner Gründung leistet das forschende BioPharma-Unternehmen AbbVie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Teilhabe chronisch und schwer kranker Menschen am beruflichen und gesellschaftlichen Leben. Dafür fördert AbbVie Deutschland zahlreiche Initiativen, die sich für die Bedürfnisse der Betroffenen einsetzen. AbbVie Deutschland möchte das Bewusstsein für die Thematik künftig noch weiter schärfen und einen öffentlichen Diskurs anregen.

Dieser Prozess ist dringend erforderlich: Schätzungen zufolge sind rund ein Drittel der Erwerbsbevölkerung in Deutschland von einer chronischen Erkrankung betroffen – und die Zahl nimmt stetig zu. Ein Problem dabei: Viele Betroffene verschweigen ihren Zustand gegenüber dem Arbeitgeber, aus Angst vor negativen Konsequenzen. Das Schweigen kann jedoch nachteilig für alle Beteiligten sein: Der Betroffene leidet beispielsweise unter Fehl- und Überbelastungen, weil Kollegen und Vorgesetzte keine Rücksicht nehmen können. Dem Arbeitgeber ist zudem die Chance genommen, sich mit der Schaffung integrativer Rahmenbedingungen auf die individuellen Bedürfnisse des Mitarbeiters einzustellen.

30–40 % der Arbeitsunfähigkeitszeiten können vermieden werden

Ob Betroffene, die sich öffentlich über ihre Erkrankung äußern, bei Kollegen und Vorgesetzten auf Verständnis stoßen, ist eine Frage der Unternehmenskultur. Ein offener Umgang mit dem Thema begünstigt es, die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu schaffen, um erkrankten Mitarbeitern ein erfüllendes Arbeitsleben bestenfalls bis zum Renteneintritt zu ermöglichen. Damit einher geht auch der Erhalt der Lebensqualität: Ein erfülltes Arbeitsleben ermöglicht Selbstverwirklichung, Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe. Diese Faktoren haben Einfluss auf die psychische und physische Gesundheit und können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Oftmals können chronisch kranke Mitarbeiter durch einfache Maßnahmen wieder in den Betriebsalltag integriert werden – etwa mittels spezieller Ausstattung des Arbeitsplatzes, flexibler Arbeitszeiten oder Umschulungen. Und auch dem Unternehmen ist damit geholfen: Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin könnten 30–40 % der Arbeitsunfähigkeitszeiten durch interne Maßnahmen der Unternehmen vermieden werden.

Chronisch schwer kranke Arbeitnehmer müssen besser eingebunden werden

Der verantwortungsvolle Umgang mit chronischen Erkrankungen liegt aber nicht allein in der Verantwortung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Der Erhalt der Arbeitsfähigkeit und die damit verbundene Integration ins soziale Leben sollten noch stärker ein übergeordnetes Thema für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft darstellen, denn sie ist eine Basis für die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitssystems und der deutschen Volkswirtschaft.

Ein Wertewandel hin zu einer fähigkeitsorientierten, flexiblen Beschäftigungskultur ist dringend notwendig. Diesen Paradigmenwechsel können Arbeitgeber aber nicht alleine schaffen. Krankenkassen, Politik, das gesamte Gesundheitssystem sind dazu eingeladen, gemeinsam nach Lösungen für eine bessere Einbindung chronisch schwer kranker Arbeitnehmer zu suchen. Ein wichtiger Fortschritt wäre dabei eine holistische Betrachtung unter Versorgungs- und nicht ausschließlich unter Kostengesichtspunkten.

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