Tante Emma geht tanken – Der Supermarkt in der Tankstelle.


Perfekt präsentierte Produkte, wie hier Getränke in einem Kühlregal,  machen Lust auf mehr.
(Foto: POS TUNING)

Die Zeiten in denen Tankstellen nur zum Tanken angesteuert wurden sind mittlerweile vorbei. Die Tankstelle hat sich verwandelt. Fast könnte man sagen: Sie ist eine Symbiose eingegangen. Eine Symbiose mit Tante Emma. Oder in größeren Dimensionen gesprochen: Eine Symbiose mit den Supermärkten dieser Zeit. Tanken und shoppen in einem Store ist das Konzept der Zukunft.

Der Tankstellenkunde kann sich über große Auswahl freuen. Es gibt fast nichts mehr, was es nicht gibt. Zwischen dem Feierabendbier kann noch schnell die fehlende Milch eingekauft werden. Und wenn der Hochzeitstag vergessen wurde – kein Problem: Pralinen und Sekt gibt es ja auch. Laut einer Statista Online-Umfrage gaben 51% der Befragten an, dass der Einkauf an der Tankstelle meist spontaner Natur sei. Beim Einkauf im Supermarkt ist das meist anders.

Doch was muss die Tankstelle dem Kunden, außer einer ansprechenden Auswahl, bieten? Wie können Produkte optimal platziert und präsentiert werden? Frank Lanzendorfer, Customer Director Business bei POS TUNING aus Bad Salzuflen hat dazu einige Fragen beantwortet.

Immer mehr Tankstellen erweitern ihr Angebot und werden zu „Mini-Supermärkten“. Der Platz in den Tankstellen ist aber meist begrenzt. Worauf muss bei der Produktpräsentation geachtet werden?

Frank Lanzendorfer: Die Aufgabenstellung ist komplex: Das Angebot um weitere Sortimente und eine höhere Markenvielfalt erweitern – aber dennoch den Shoppern auf der kleinen Fläche Orientierung und Übersicht bieten. Umsetzen lässt sich dies nur mit geeigneten Mitteln der Produktpräsentation – Erinnern Sie sich noch an die Tabakwarenregale in den Tankstellen vor 20 Jahren und wie durch den Einsatz von Glasböden und Warenvorschüben für mehr Regalmeter und eine perfekte Präsentation gesorgt wurde? Heute sind moderne Tankstellen Tabakwarenfachgeschäfte mit einem tiefen und breiten Sortiment – ohne dabei dem Shopper die Orientierung zu nehmen!

Laut einer Umfrage kauft aber nur jede Zweite, der tankt, auch im Shop. Wie können Kunden zum Einkauf im Tankstellenshop animiert werden?

Frank Lanzendorfer: Es handelt sich in aller Regel um Impulskäufe, die ein Tankstellenshopper auf dem Weg zur Kasse tätigt. Entscheidend ist daher die Kundenführung sowie die Platzierung der richtigen Artikel an der richtigen Stelle. Hat der Shopper dann einen Bedarf für sich entdeckt, muss man ihm Orientierung und Übersicht innerhalb des Sortiments bieten. Und nicht zu vergessen: Masse verkauft Masse – die Regale müssen immer einen gut gefüllten und sortierten Eindruck machen, was sich am besten mit Vorschublösungen und der daraus resultierenden Frontpräsentation umsetzen lässt.

Neben Tabakwaren, stehen schnelle Snacks und Getränke ganz oben auf der Liste der meistgekauften Produkte in Tankstellen. Gibt es eine Erfolgsformel für mehr Umsatz in Impulskategorien?

Frank Lanzendorfer: Der Shopper kauft in der Tankstelle vor allem Produkte für den kurzfristigen Bedarf. Also was brauche ich für meinen heutigen Arbeitstag? Was fehlt mir noch für einen schönen Abend? Bei diesen Gedanken kann man dem Kunden mit einer guten Präsentation und Orientierung durchaus auf die Sprünge helfen – sei es mit einem interessanten Fastfood- und Coffee-to-go-Angebot, einem top gepflegten und sortierten Kühlregal mit Frontpräsentation, oder auch ordentlich und auffällig positionierten Süßwaren und Snacks für den kleinen Hunger – der Tankstellenkunde lernt sehr schnell, dass die Tankstelle dann nicht nur ein Fachgeschäft für Tabakwaren, Zeitschriften, Autozubehör oder Geschenkguthaben ist, sondern ihn auch in anderen Sortimenten bestens versorgt.

www.postuning.de

Frank Lanzendorfer

 Frank Lanzendorfer
– Customer Director Business & Category Development CPG –
bei POS  TUNING