Submetering eröffnet neues Geschäftsfeld für Stadtwerke – Bündelung über Smart Meter Gateway möglich

Wohnimmobilien bieten die Möglichkeit Smart Metering und Submetering effizient zu verknüpfen.

Der Smart Meter Rollout kommt: Das Mannheimer Unternehmen PPC hat als erster Hersteller eines Smart Meter Gateways die Zertifizierung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhalten, die Umsetzungsphase rückt somit einen großen Schritt näher.

Der Rollout ist vor allem eine große Herausforderung für die Netzseite. Aus vertrieblicher Perspektive drängt sich jedoch gleichzeitig die Frage auf, wie die neue Infrastruktur genutzt werden kann, um Mehrwerte für Kunden zu schaffen.

Wohnungswirtschaft bietet Einsatzmöglichkeiten

Mit dem Rollout intelligenter Messsysteme wird die Infrastruktur deutlich leistungsfähiger. Die neue Technik wird aber zunächst nur bei wenigen, großen Verbrauchern zur Pflicht. Auch in Wohnimmobilien weist nur eine geringe Zahl von Nutzern einen jährlichen Verbrauch über 6.000 kWh auf, sodass in den meisten Fällen lediglich moderne Messeinrichtungen installiert werden müssen. Mehrfamilienhäuser bieten jedoch ein interessantes Feld für den optionalen Einsatz von Smart Meter Gateways, da hier die einfache Möglichkeit besteht, eine Vielzahl von Zählern über ein einzelnes Gateway abzulesen.

Zukünftige Rolle lokaler Energieversorger

Durch die fortschreitende Digitalisierung wandelt sich auch die Rolle des lokal agierenden Energieversorgers vom reinen Energielieferanten zum Anbieter verschiedenster Energiedienstleistungen. Als örtlicher Messstellenbetreiber können Stadtwerke in vielen Liegenschaften die Grundlage für spartenübergreifendes Energiemanagement schaffen. So kann die intelligente Infrastruktur der Stadtwerke z.B. genutzt werden, um auch das Submetering, also die verbrauchsabhängige Messung und Abrechnung von Heiz-, Warmwasser- und Kaltwasserkosten in Mehrparteienhäusern, über das Smart Meter Gateway anzubinden. Eine Bündelung im Sinne des § 6 Messstellenbetriebsgesetz ist so künftig möglich – gleichzeitig wird die hochsichere Kommunikationsinfrastruktur effizienter genutzt.

Unabhängig von der Frage, ob eine Anbindung über ein Smart Meter Gateway erfolgt oder eine eigenständige Kommunikationsinfrastruktur genutzt wird, beschäftigen sich aktuell mehr und mehr Stadtwerke mit dem Thema Submetering als Dienstleistung für die Wohnungswirtschaft. Denn die nutzerbezogene Verbrauchsabrechnung von Mehrparteienhäusern bewegt sich nahe am klassischen Kerngeschäft der Versorger und ist damit prädestiniert, um das Geschäftsfeld von Stadtwerken sinnvoll zu erweitern.

Submetering als neues Geschäftsfeld für Stadtwerke

Gebäudeeigentümer sind gemäß Heizkostenverordnung dazu verpflichtet, den anteiligen Wärme- und Warmwasserverbrauch einzelner Wohneinheiten am Gesamtverbrauch des Wohngebäudes zu ermitteln und die Kosten verbrauchsabhängig zu verteilen. In den meisten Bundesländern sieht die Landesbauordnung darüber hinaus auch eine anteilige Erfassung und Abrechnung des Kaltwasserverbrauchs vor.

Um schnelle und vollständige Zahlungsläufe zwischen Mieter und Eigentümer bzw. Verwalter sicherzustellen und Haftungsrisiken zu vermeiden, sind rechtskonforme Prozesse und Abrechnungen notwendige Voraussetzung. Dies erfordert geschulte Mitarbeiter, eine zuverlässige Messinfrastruktur und Abrechnungssoftware sowie nicht zuletzt einen erprobten Datenplausibilisierungsprozess.

Die Hürden erscheinen zunächst hoch, doch mit kompetenten Partnern ist der Einstieg durchaus möglich und sinnvoll. Daneben verfügen Stadtwerke über eine vorteilhafte Ausgangslage. So verbinden lokale Energieversorger und kommunale Wohnungswirtschaft neben der natürlichen Nähe häufig bereits eine langjährige Geschäftsbeziehung im Rahmen der Energielieferung. Wohnungsunternehmen und Immobilienverwalter profitieren zudem davon, dass sie für Versorgung und Gesamtabrechnung nur noch einen Ansprechpartner erhalten. Stadtwerken ermöglicht die Verknüpfung von Energielieferung und Submetering- Dienstleistungen wiederum, die Kundenbindung zu vertiefen, das eigene Leistungsspektrums auszuweiten und neue Vertriebsmodelle zu entwickeln.

Erste Projekte zwischen Messdienstleistern und Energiewirtschaft laufen bereits. So hat das deutschlandweit tätige Messdienstleistungsunternehmen Kalorimeta GmbH (KALO) aus Hamburg die Kooperationsmöglichkeiten schon früh erkannt und die Annäherung zwischen Energie- und Wohnungswirtschaft aktiv vorangetrieben. Mit dem modular aufgebauten Lösungsangebot des Hamburger Unternehmens erhalten Stadtwerke die Möglichkeit, Submetering schrittweise als neues Geschäftsfeld zu etablieren.

KALO ist auf der Stadtwerke Jahrestagung 2019 vertreten und informiert am 7. Mai um 11.45 Uhr in einer der parallelen Breakout-Sessions („SESSION C“) über das Thema Submetering für Stadtwerke.