Sustainability: Stark in der Krise – Resilienz und Zukunftsfähigkeit sichern

Sustainability: Stark in der Krise – Resilienz und Zukunftsfähigkeit sichern

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie lassen mehr als deutlich werden, dass vorausschauendes Handeln der Unternehmensführung und ein Fokus auf Prävention, aber auch Agilität und Anpassungsfähigkeit das Fundament eines resilienten Unternehmens bilden. Für viele Unternehmen, die bereits vor der COVID-19-Pandemie mit finanziellen Schwierigkeiten kämpften, kann die aktuelle Wirtschaftskrise das Aus bedeuten. Daher gilt es umso mehr, bereits im Vorfeld, Strukturen zu schaffen, um die betriebliche Handlungsfähigkeit auch in stürmischen Zeiten zu sichern.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die vorausschauende Sicherung der Liquidität. Unternehmen sollten frühzeitig erwägen, die im Konzern vorhandenen finanziellen Mittel über konzerninterne Finanzierungsstrukturen sinnvoll zu nutzen, um Liquiditätsengpässe in einzelnen Gruppenunternehmen zu vermeiden. Gruppenweite Cash Pools erfreuen sich gerade in Krisenzeiten großer Beliebtheit. Neben der Sicherung der Liquidität ist auch die Vermeidung von Haftungsrisken ein wichtiger Baustein, um den Abfluss finanzieller Mittel aus dem Unternehmen zu verhindern. Besonders ESG-Themen wie Umweltverschmutzung, Menschenrechtsverletzungen und Governance-Verstöße gewinnen hier immer weiter an Bedeutung.

Neben der Krise des eigenen Unternehmens muss die Geschäftsleitung auch die finanzielle Situation der Vertragspartner im Blick behalten. Die Absicherung von Lieferketten ist dabei ein wesentlicher Faktor, um einen Domino-Effekt zur verhindern, sollten Vertragspartner in die Krise geraten. Dies gilt insbesondere in Branchen mit langen Lieferketten und einer starken Abhängigkeit der Vertragspartner untereinander. In der Pandemie hat sich bereits mehrfach gezeigt, dass diese Strukturen besonders krisenanfällig sind. Vertragliche Vereinbarungen zur Krisensicherung und ein sorgfältiges Kunden- und Lieferantenmanagement sind daher Schlüsselelemente zur Vermeidung von Kapazitäts- oder Liquiditätsengpässen.

Seit dem 01.01.2021 hat sich die Situation für Geschäftsleiter noch zusätzlich verschärft. Im neuen Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen („StaRUG“) wurde eine Pflicht der Geschäftsleitung zur Krisenfrüherkennung und zum Krisenmanagement normiert. Damit verlangt nun auch das Gesetz, das eigene Unternehmen krisenfest aufzustellen und Risiken frühzeitig zu identifizieren, um die Handlungsfähigkeit zu erhalten und Krisen erfolgreich und nachhaltig zu überwinden. Resilienz und Zukunftsfähigkeit sind damit nunmehr wichtiger denn je.

Dr. Alexandra Schluck-Amend, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Insolvenzrecht, Leiterin Restrukturierung und InsolvenzCMS Deutschland