Kreativ gedacht und gehandelt

INDat Report 05_2021

Düsseldorf. Die für die über 350 Teilnehmer rein digitale 17. Handelsblatt Jahrestagung Restrukturierung vom 22. bis 25.06.2021 bot wieder ein sehr umfangreiches Programm aus Analysen, Praxisberichten, Interviews und Diskussionen in einem zumeist 15-Minuten-Takt der Referenten. Nach dem Focus Day u. a. zu Distressed M&M und dem StaRUG sowie der Session »Young Leaders in Restructuring« ging es am ersten Kongresstag am 23.06.2021 um »Kreative Lösungen für den Standort Deutschland«. Im Düsseldorfer Studio sorgte das Moderatorenduo für einen lebhaften Austausch mit Experten live vor Ort oder zugeschaltet. Roter Faden der Tagung war eine filmische Deutschlandreise zu Menschen mit kreativen Lösungen nach Düsseldorf, Wuppertal, Hannover und Dresden.

Text: Peter Reuter

Nach einer längeren Übungsphase und einem Lernprozess in Pandemiezeiten auch für Kongressveranstalter hat sich die Handelsblatt Jahrestagung Restrukturierung (vorübergehend) in einem Onlineformat eingerichtet, das dieses Mal (anders als vor einem Jahr) ansprechend, abwechslungsreich und erkennbar aufwendig gestaltet und vorbereitet war. Einige Referenten fanden den Weg in die zwei mit mehreren Kameras und Mischpult eingerichteten professionellen Fernsehstudios im Foyer des Düsseldorfer Verlagsgebäudes, die vielen weiteren Referenten und Diskutanten waren eng getaktet zugeschaltet – ohne »Absturz« der Verbindung zu ihnen, wo immer sie waren. Die beiden Moderatoren Ina Karabasz (Leiterin Journalismus Live, Handelsblatt) und RA Dr. Burkard Göpfert (Kliemt Arbeitsrecht) sorgten als eingespieltes Team, das sich die Bälle zuspielte, mit Nachfragen und Überleitungen für Struktur und zeitliche Ordnung.

Gestartet wurde in der Luft mit Dorothea von Boxberg, CEO und Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Cargo AG, und Alexis von Hoensbroech, CEO von Austrian Airlines. Während Cargo in der Pandemie fast an einer Knappheit der Ressourcen litt – man habe nicht Engpassfaktor der Wirtschaft sein wollen, so von Boxberg –, freute sich von Hoensbroech nach einer nie vorstellbaren vollständigen Einstellung des Flugbetriebs über die eingesetzte, hohe »Dynamik nach oben« bei den Passagierflugbuchungen. Die CO2-Debatte hielt der Airlinechef für eine »überhöhte politische Diskussion« in Deutschland, Strecken bis 500 Kilometer machten nur 4 % des verflogenen Treibhausgases aus, im Übrigen biete man mit Air-Rail-Kooperationen attraktive Angebote am Boden in Kooperation mit den Bahnen. Nicht alle Regionalflughäfen ließen sich wie Leipzig zu Cargozentren transformieren, so von Boxberg, vielen drohe wohl eine Schließung. Flughäfen – siehe Frankfurt am Main – sollten mit idealer Anbindung an Autobahn und Bahntrasse vielmehr als Mobility Hub verstanden werden.

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