Konjunkturausblick 2016: Rezession in Schwellenländern überlagern globale Konjunkturimpulse


Prof. Dr. Michael Heise, Allianz SE

Die anhaltende Angst vor Terroranschlägen, die Flüchtlingskrise, der Ukraine-Konflikt und der Ölpreisverfall, aber auch die Sorge um die chinesische Wirtschaft haben zu einem spürbaren Anstieg globaler Unsicherheiten geführt, erklärt Prof. Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz Gruppe in seinem Konjunkturausblick auf der 12. Handelsblatt Jahrestagung Restrukturierung 2016 in Frankfurt.

Die schwächelnde Wirtschaft in den Schwellenländern und der Rückgang der Ölpreise führen zu einer Überlagerung globaler Konjunkturimpulse. Besonders die Rezessionen in den schwergewichtigen Wirtschaftsmärkten Brasilien und Russland haben dramatische Auswirkungen auf umliegende Regionen, wie Lateinamerika und Osteuropa. Der Blick auf die Weltwirtschaft verrät: Zwar können die Industrieländer weiterhin ein Wachstum verzeichnen, doch das Tempo bleibt moderat.

Der einstige Shootingstar China hingegen kämpft nach wie vor mit seiner riesigen Schuldenblase. Vor allem in staatseigenen Betrieben sind große Finanzlöcher entstanden. Diese Kapazitäten müssen aus dem Markt genommen werden, um sicherzustellen das die Blase nicht platzt.

In Europa zeichnet sich eine leichte Wachstumsbeschleunigung ab: Neben Frankreich und Italien zeigt besonders der deutsche Markt positive Tendenzen und wird in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle in der Eurozone einnehmen. „Damit das so bleibt, müssen wir einige Probleme angehen, die uns in der Zukunft erwarten“, erklärt Dr. Michael Heise. Das besondere Stichwort lautet demografischer Wandel: 2030 wird es nur noch 3 Mio. Erwerbstätige geben, diese stagnierende Arbeitsproduktivität ist maßgeblich verantwortlich für die globale Wirtschaftsschwäche.