Interview mit Magdalena Rogl [Microsoft Deutschland GmbH]

Magdalena Rogl ist Head of Digital Channels bei der Microsoft Deutschland GmbH und Referentin zum Thema „Social Media & Personal Branding – erfolgreiches Networking in Zeiten der Digitalisierung“beim diesjährigen U45-Event „Rollenverständnis und Kanzleistrategie – Was ist der Markenkern der Restrukturierung?“ im Rahmen der 14. Handelsblatt Jahrestagung Restrukturierung. Im Interview haben wir sie zum Thema Networking und Digitalisierung befragt.

Sie sind Head of Digital Channels bei Microsoft Deutschland. Wie viel Zeit pro Tag verbringen Sie selbst auf digitalen Kanälen?

Einfacher wäre es wahrscheinlich umgekehrt zu beantworten 😉
Ich bin quasi immer online: Früh morgens, um die Nachrichten zu checken, tagsüber für den Job, zwischendurch um mich mit Freunden auszutauschen oder zu Networken, abends um längere Artikel zu lesen… Ich empfinde es als große Bereicherung online sein zu können und digitale Kanäle zu nutzen – beruflich und privat! Trotzdem gibt es natürlich Momente in denen ich auch mal bewusst abschalte. Wobei… Meditation mache ich mittlerweile auch online.

Menschen miteinander zu verbinden und Kontakte zu knüpfen halten Sie (laut Ihrem Jobprofil auf microsoft.com) privat wie beruflich für eine große Bereicherung. Inwiefern bereichern Soziale Medien den Joballtag?

Mit Hilfe von Social Media kann ich mich schnell, direkt und persönlich mit Menschen austauschen, die ich sonst vielleicht nie kennengelernt hätte – weil sie in einer anderen Stadt leben, weil sie mehrere Joblevel über mir sind, weil sie sich (bisher) nicht für meine Branche interessieren. Außerdem kann ich Kontakt zu Freunden und Verwandten halten, die ich selten sehe.

Und gleichzeitig kann man sich auf sozialen Plattformen selbst präsentieren, sein Wissen teilen, seine Fähigkeiten zeigen, sich als Experte beweisen.

Ist Social Media ein notwendiges Tool für Restrukturierer von morgen?

Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: Restrukturierer von morgen sollten zeigen, dass sie Fachwissen haben, dass sie über ein exzellentes Netzwerk an Experten verfügen, sollten bei ihren Kunden schon im Kopf sein, bevor diese wissen, dass sie sie brauchen und sollten vor allem beweisen, dass sie die digitale Zukunft aktiv mitgestalten. All das ist auf einer Visitenkarte nicht möglich. Aber Social Media ist das ideale Tool dafür – und noch für vieles mehr.

Wird die Unternehmenskommunikation, speziell in Zeiten einer Unternehmenssanierung, aber auch allgemein, in Zukunft vornehmlich digital passieren?

Beobachten wir doch mal unser eigenes Kommunikationsverhalten: Es ist kaum noch denkbar ohne WhatsApp oder Facebook zu kommunizieren. Diese Plattformen sind Teil unseres Alltags geworden. Und Unternehmenskommunikation muss sich diesem Alltag anpassen. Gleichzeitig sollte gute Unternehmenskommunikation immer herausstechen und besonders sein. Das funktioniert beispielsweise in dem man Unternehmen auch digital ein Gesicht gibt und die Mitarbeiter auf Social Media sprechen lässt. Denn Kommunikation funktioniert immer auf persönlicher Ebene am besten.

Was sind die Dos und Don‘ts des erfolgreichen Networkings in Zeiten der Digitalisierung?

Das Wichtigste beim Networking ist authentisch zu sein – und deshalb gibt es aus meiner Sicht auch keine wirklichen Dos und Don’t. Was beim einen vielleicht unpassend wirkt, passt beim andren perfekt.

Ich selbst finde immer wichtig sich möglichst vorab über die Menschen zu informieren, die man treffen wird. Was haben sie kürzlich gepostet, wo waren sie im Urlaub, wohin ging die letzte Geschäftsreise? So hat man gleich einen Anknüpfungspunkt.

Interessant wird es auch, wenn man sich nicht mit seinem Jobtitel vorstellt, sondern stattdessen in einem kurzen Satz erzählt, was man tut. Denn so wirkt das Gespräch gleich persönlicher.

Was ist Ihr Best Practice Tipp für Personal Branding?

Ich denke jeder Mensch hat etwas, das ihn besonders macht. Das ihn von Mitmenschen und Kollegen unterscheidet. Die Kunst ist es, das herauszufinden und zum eigenen Markenzeichen zu machen, Bei mir ist das rein äußerlich zum Beispiel meine Liebe zu Sneakers, beruflich mein ungewöhnlicher Quereinstieg und menschlich meine Empathie.