Beständiger Erfolg in unbeständigen Zeiten – Wie Unternehmen Veränderung in Vorsprung umwandeln

Milan Knarse, Partner im Bereich Strategy and Transactions und Head of Reshaping Results GSA, EY‐Parthenon

Marc‐André Sanden, Director im Bereich Strategy and Transactions,  EY‐Parthenon

Lockdown, verändertes Kundenverhalten, neue Office‐Strukturen: Die Corona‐Krise hat weltweit Sektoren zerrüttet und Unternehmen zur Umstrukturierung gezwungen. Der Druck, das Geschäftsmodell anzupassen, ist gerade in volatilen Zeiten enorm – allerdings ist nicht nur COVID‐19 der Grund dafür. Die Pandemie ist vielmehr eine Art Brennglas, das die Wichtigkeit von agilen Veränderungen hervorhebt und beschleunigt.

Bereits vor der Krise mussten Unternehmen, angetrieben durch Marktschwankungen oder neue technologische Entwicklungen, permanent ihr Geschäftsmodell hinterfragen und an aktuelle Gegebenheiten  anpassen. In der Realität zeigt sich: Vielen Unternehmen fällt es schwer, ihre Ziele zu erreichen und notwendige Veränderungen umzusetzen – Wettbewerbsnachteile oder reduzierte Robustheit des Geschäftsmodels drohen. Woran liegt es, dass Transformations‐ und Leistungssteigerungsprogramme oftmals scheitern oder nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen? Und was sind relevante Erfolgsfaktoren?

Programm‐Management zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Transformation bedeutet Veränderung. Veränderung benötigt wiederum ein starkes Programm‐Management. Viele Unternehmen unterschätzen aber, dass bei einem erfolgreichen Prozess unterschiedliche Bereiche wie Zahnräder ineinandergreifen müssen. Oft ist das hauseigene Transformations‐Team mit den vielfältigen Anforderungen überfordert. Expertise von außen kann die fehlenden Impulse bringen.

So liefert die Nutzung von Performance and Transformation Offices (PTOs) schnelle, messbare und nachhaltige Erfolge – unter anderem durch ein softwaregestütztes Maßnahmenmanagement, den Zugriff auf digitale Tools und methodische Ansätze. Außerdem bietet es die Möglichkeit einer ganzheitlichen Steuerung über alle Phasen der Transformation hinweg: von der Strategiefindung bis hin zur operativen Umsetzung.

Schlüsselfaktoren, die PTOs erfolgreich machen:

  1. ein robustes Mandat für die Programmleitung mit klaren Zielvorgaben durch die Geschäftsführung
  2. ein tiefes inhaltliches Verständnis der Maßnahmen und ein flexibler Umgang mit sich verändernden Rahmenbedingungen, ohne vom finanziellen Gesamtziel abzuweichen
  3. Objektivität als wesentliche Steuerungsgrundlage, generiert durch adäquate Software‐Tools
  4. umfassende Kommunikation und Durchführung eines klaren Change‐Management‐Fahrplans

Ein PTO fungiert als übergreifende Schaltzentrale, die der Geschäftsführung direkt unterstellt ist – und
agiert damit als verlängerter Arm des Top‐Managements. Spezielle Teams kümmern sich dabei um die
Steuerung der Performance‐Projekte in den verschiedenen Geschäftsbereichen. Darunter fallen unter
anderem die personalwirtschaftliche Umsetzung sowie die richtige Kommunikation.

Gelungene Veränderung lebt von Kommunikation
Wer ein Unternehmen zukunftsfähig machen will, muss Veränderungen vorantreiben. Die meisten
Menschen stehen Veränderungen allerdings zögerlich oder skeptisch gegenüber – vor allem, weil ihnen
oft der Einblick in Entscheidungsprozesse und damit auch ein Verständnis der neuen Situation fehlt. Die
Begeisterung der Mitarbeiter für die Umstellung darf nicht unterschätzt werden: Sie sind eine der
tragenden Säulen für den nachhaltigen Erfolg einer Transformation.

Managemententscheidungen sollten deshalb frühzeitig auf ihre kommunikative Wirkung geprüft
werden: Die Frage „Wie wirkt es?“ erweist sich oft als mindestens genauso bedeutend wie die Frage
„Welche Strukturveränderungen führen zu welchem Einsparpotenzial?“. Auch vorhandene Widerstände
aufseiten der Stakeholder müssen identifiziert, ernst genommen und gemanagt werden.

PTOs helfen beim Zusammenführen wichtiger Themen, Zusammenhänge und Abteilungen. Laut einer
aktuellen Studie halten 83 % der befragten Top‐Manager die Befähigung und Einbindung von
Führungskräften und Mitarbeitern für essenziell – die Umsetzung eines zeitgerechten Dialogs gestaltet
sich aber oft trotzdem schwierig.

Der Blick in den Rückspiegel reicht nicht
Durch Change‐Management‐Workshops lassen sich Veränderungen auf breiter Front anschieben. Ein
klarer Fahrplan ist ebenso wichtig wie die Etablierung des neuen Unternehmenszwecks und der Vision in
der Belegschaft.

Neben dem kulturellen Wandel spielt zudem die Methodik eine entscheidende Rolle. Wichtig ist vor
allem die operative und finanzielle Fortschrittsmessung. Prognosen zur Belastbarkeit der Maßnahmen
können hier frühzeitig einschätzen, ob die übergreifenden Ziele überhaupt erreicht werden. PTOs
verfügen über hochmoderne, automatisierte Tools, die in Echtzeit einen Überblick über einzelne
Maßnahmen sowie das Gesamtprogramm liefern. Um notfalls korrigierend einzugreifen, reicht der Blick
in den Rückspiegel nicht aus. Der Fokus muss nach vorne gehen.

Die dauerhafte Installation eines PTO ermöglicht es Unternehmen, sich langfristig in einem volatilen
Umfeld zu behaupten. Denn eine Verankerung von Transformation in den Methoden und der Kultur
eines Unternehmens bietet Agilität, Flexibilität und die Chance, auch künftige Krisen erfolgreich zu
managen.

Mehr Informationen finden Sie unter www.ey.com/strategy