So investiert Toto Wolff (Formel-1-Chef, Mercedes-Benz) sein Geld


Toto WolffToto Wolff ist bekannt aus dem Formel-1-Zirkus als Motorsportchef von Mercedes-Benz; gleichzeitig ist er mit seiner Venture-Capital-Gesellschaft Marchfifteen als Investor aktiv. In diesem Interview gibt uns Toto Wolff einen Einblick in seine Strategien.

Herr Wolff, Sie haben neben dem Studium mit dem Motorsport angefangen. Wie schwer ist es, neben dem Studium ein Hobby auszuüben, bei dem jeder Zeit Hochleistung gefragt ist?

Toto Wolff: Mein Interesse am Motorsport wurde durch einen Freund geweckt. Als ich 17 war, nahm er mich zu einem Formel 3 Rennen auf dem Nürburgring mit. So entstand für mich der Traum, Rennfahrer werden zu wollen. Ich verhandelte mit meiner Mutter, um Rennfahrerlehrgänge machen zu dürfen und sprang bei der Walter Lechner Racing School am alten Österreichring ins kalte Wasser. Für mich war es ein Hobby, das von meiner Leidenschaft für den Rennsport angetrieben wurde. Es gab keinen besonderen Leistungsdruck, weder beim Lernen, noch beim Rennfahren. Letztlich habe ich weder mein Studium beendet, noch bin ich Rennfahrer geworden. Das ist also alles andere als das perfekte Fallbeispiel!

Formel-1 meets Private Equity & Venture Capital

Interview mit Toto Wolff, Motorsportchef, Mercedes-Benz

Herr Wolff, Sie haben neben dem Studium mit dem Motorsport angefangen. Wie schwer ist es, neben dem Studium ein Hobby auszuüben, bei dem jeder Zeit Hochleistung gefragt ist?

Toto Wolff: Mein Interesse am Motorsport wurde durch einen Freund geweckt. Als ich 17 war, nahm er mich zu einem Formel 3 Rennen auf dem Nürburgring mit. So entstand für mich der Traum, Rennfahrer werden zu wollen. Ich verhandelte mit meiner Mutter, um Rennfahrerlehrgänge machen zu dürfen und sprang bei der Walter Lechner Racing School am alten Österreichring ins kalte Wasser. Für mich war es ein Hobby, das von meiner Leidenschaft für den Rennsport angetrieben wurde. Es gab keinen besonderen Leistungsdruck, weder beim Lernen, noch beim Rennfahren. Letztlich habe ich weder mein Studium beendet, noch bin ich Rennfahrer geworden. Das ist also alles andere als das perfekte Fallbeispiel!

Was ist für Ihre Position als Motorsportchef bei Mercedes an Erfahrung am wichtigsten? Ihr Studium, Ihre Erfahrungen aus anderen Unternehmen oder doch die Erfahrungen als Rennfahrer?

Toto Wolff: Eindeutig meine Erfahrung als Geschäftsmann. Ich war ein ordentlicher Amateur-Rennfahrer. Aber weit davon entfernt, das Niveau der Profis zu erreichen, die heute in unseren Autos sitzen. Es ist jedoch nützlich, zumindest einen gewissen Eindruck davon zu haben, was sie da draußen auf der Rennstrecke fühlen. Meine eigentliche Herausforderung ist heute, alle Positionen mit den richtigen Leuten zu besetzen. Ich muss kontinuierlich am Zwischenmenschlichen arbeiten, damit alles gut läuft, das Unternehmen wächst und es sich in die richtige Richtung entwickelt. Diese Fähigkeiten habe ich in meiner Zeit als Unternehmer gelernt. Ich habe in Unternehmen investiert, sie umstrukturiert und versucht, Werte zu schaffen. Auf diese Fähigkeiten greife ich noch heute zurück.

Mit Ihrer Venture-Capital-Gesellschaft Marchfifteen haben Sie große Erfolge in der Internetbranche verzeichnen können. Was hatte Sie dazu gebracht, so optimistisch in diesen Bereich zu investieren?

Toto Wolff: Mein Investment in diesem Bereich hat seinen Ursprung in New York. Nachdem ich dort einige Zeit verbracht hatte, visierten wir diesen Bereich bei meiner Rückkehr nach Österreich an. Wir sind zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen und auch zur rechten Zeit wieder ausgestiegen. Alles in allem sehe ich mich aber nicht als eine Person, die Risiken eingeht. Was ich mache, ist folgendes: Ich versuche, das ‚Worst Case‘-Szenario zu kalkulieren und wenn ich mit diesem schlimmsten Fall klarkommen kann, dann stürze ich mich in dieses Projekt.

Als Rennfahrer und Firmenchef muss man jeder Zeit “High Performance” bringen. Wie wichtig ist da Entspannung und was machen Sie, um neue Energie zu tanken?

Toto Wolff: Das Wichtigste ist, zu verstehen, wie man als Einzelperson funktioniert. Anhand dieser Selbsteinschätzung muss man dann die richtigen Entscheidungen treffen. Jeder kann sich auf eine andere Art und Weise entspannen oder von seiner Arbeit abschalten. Ich denke nicht, dass es ein Standardrezept für jedermann gibt. Um ein Leistungsträger zu sein, muss man aber definitiv dazu in der Lage sein, etwas Abstand und eine neue Perspektive zu gewinnen. Nur so kann man etwas mit anderen Augen sehen. Dann entstehen auch die Ideen. Dafür muss man sich jedoch Freiräume schaffen. Man muss sich die Zeit nehmen, das Gesamtbild zu betrachten. Man darf sich nicht in den Details verlieren.

Welche Vorteile sehen Sie für ein Unternehmen, in das eine Venture-Capital- oder Private-Equity-Gesellschaft investiert?

Toto Wolff:Das hängt sehr davon ab, was für ein Finanzinvestor einsteigt und in welcher Entwicklungsphase sich das Unternehmen befindet. Ein junges Technologiestartup wird mit einer geeigneten Venturecapitalfinanzierung Zugang zu einem Netzwerk an Executives aus wichtigen Corporates bekommen, ob als Kunde oder Partner. Der Finanzinvestor bringt meist auch eine gewisse Kultur der Orientierung an messbaren Erfolgskriterien und Finanzkennzahlen. Das kann jungen Unternehmern eine unangenehme Erfahrung ersparen, es kann aber auch zu massiven Spannungen zwischen Investor und Unternehmensgründern führen. Man muss da sehr aufpassen. Klassische Private-Equity-Gesellschaften sind meist bei reiferen Unternehmen aktiv – da geht es oft um strategischen Input, um Wachstum und um Marktkonsolidierung. Was nach einem Private-Equity Investment passiert sollte beim Einstieg jedenfalls offen kommuniziert werden.