Wie die Stadt Hamburg ihre Gesundheitswirtschaft transformiert


Dr. Johannes Jacubeit

Dr. med. Johannes Jacubeit, CEO & Founder, connected-health.eu GmbH

Mobile Technologien sind allgegenwärtig. Kontextbasierte Interaktion über Smartphones sind für mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit innerhalb eines Jahrzehnts zur Normalität geworden. Die Medizin steht vor dem größten Paradigmenwechsel den dieses Fach je gesehen hat. Zahlreiche Branchen wurden bereits digital transformiert. Klassische Geschäftsmodelle werden durch einfachere, schnellere Geschäftsmodelle ersetzt. Im Bereich der Gesundheitswirtschaft steht diese digitale Transformation noch am Anfang:

  • Die alten Paradigmen in denen der Arzt der Wissensträger ist, werden bereits aufgeweicht.
  • Patienten sind besser und schneller informiert, als der Arzt.
  • Mediziner werden mit mehr und mehr Daten überfrachtet.

Die Rolle des Arztes ist dabei sich fundamental in eine begleitende Rolle wandeln. Patient und Arzt werden künftig ihre Entscheidungen gemeinsam auf datenbasierten prädiktiven Analysen fällen.

Hamburg packt die Zukunft an

Die Altersentwicklung der bundesdeutschen Bevölkerung ist mit zahlreichen gesellschaftlichen Herausforderungen verbunden, die neben den zunehmenden Anforderungen für die Sicherungs- und Gesundheitssysteme auch Entwicklungsbedarfe für die Gemeinschaft und das alltägliche Zusammenleben mit sich bringen. Eine zentrale Aufgabe ist es daher, Angebote und Konzepte zu entwickeln, die älter werdenden Menschen weiterhin die aktive und damit gesundheitsfördernde soziale Teilhabe in unterschiedlichen Lebensbereichen ermöglichen und somit deren Wohlbefinden und Lebensqualität zu steigern.

Die Stadt Hamburg agiert im Gesundheitssektor als Vorbild. Damit auch zukünftig Hamburger Bürgern die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleistet werden kann, sind laut Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) innovative Projekte notwendig. Mit zwei genau solcher innovativen und öffentlich geförderten Projekte soll die Gesundheitsversorgung der Hamburger Bürger nac hhaltig verbessert werden. Mit LifeTime ist dieconnected-health.eu GmbH ein Teil der Projekte INVEST und AG Qua. Die Digital Health Lösung LifeTime ermöglicht den sicheren digitalen Datenaustausch zwischen Arzt und Patient. Ziel ist es, dass Patienten alle medizinischen Informationen stets griffbereit auf dem Smartphone haben und somit die Grundlage für eine bessere medizinischen Versorgung geschaffen wird.

Projekt INVEST

Das Projekt INVEST wird vom Innovationsfonds der Bundesregierung gefördert und startet Anfang 2017 mit dem Ziel die gesundheitlichen Chancen der Bevölkerung in zwei sozial benachteiligten Hamburger Stadtteilen zu verbessern. „Die Bevölkerung in den Stadtteilen Billstedt und Horn hat aufgrund der sozioökonomischen Bedingungen schlechtere Lebens- und Gesundheitschancen als die übrige Hamburger Bevölkerung“, erläutert der Projektleiter Alexander Fischer. In diesen Stadtteilen leben im Vergleich überdurchschnittlich viele Empfänger von Sozialleistungen,  Migranten, Menschen mit niedrigen Schulabschlüssen und Alleinerziehende.

Die Gesundheitsversorgung in den Stadtteilen soll im Rahmen des Projektes neu organisiert, der öffentliche Gesundheitsdienst integriert und der medizinische und soziale Sektor vernetzt werden. „Wir wollen in den kommenden Jahren die Versorgungsdefizite im ambulanten medizinischen Sektor mindern und den Zugang der Bevölkerung zur Gesundheitsversorgung verbessern“, betont Dr. h. c. Helmut Hildebrandt, Vorstand der OptiMedis AG. Als Teil des Projektes stattet die connected-health.eu GmbH Ärzte in Billstedt und Horn mit der innovativen Lösung LifeTime aus und ermöglicht durch die digitale Datenübertragung von Gesundheitsdaten eine bessere medizinische Versorgung in den Stadtteilen.

Projekt AGQua

Ziel des Projektes AGQua (Aktive und Gesunde Quartiere Uhlenhorst und Rübenkamp) ist es, dass Menschen im Alter länger selbstständig in der eigenen Wohnung im angestammten Quartier leben können. Das Projekt setzt dabei sowohl auf soziale Komponenten, als auch auf technische Assistenz. Dafür bündeln Partner aus Wissenschaft, Pflege- und Wohnungswirtschaft sowie aus den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie ihre Kompetenzen.

Beteiligt sind die Gesundheitswirtschaft Hamburg, die Schiffszimmerer Genossenschaft, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), die Universität Hamburg, Pflegen & Wohnen Hamburg, Q-Data Service, Silpion IT-Solutions sowie das Start-up connected-health.eu GmbH mit dem Produkt LifeTime. Finanziert wird das Projekt aus Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz gefördert.

Als Digital Health Experte und Mediziner sind wir überzeugt, dass das innovative Vorgehen der Stadt Hamburg zu einer technologiegestützten, nachhaltigen Verbesserung der Gesundheit aller Hamburger Bürger führen wird.