Künstliche Intelligenz erklärt Verschreibungsverhalten und Patientenreise – neue Möglichkeiten auch im Bereich Biosimilars


Dr. Yannick Loonus, Chief Sales Officer, Semalytix

Patientenzentrierung, hochwertige Patientenversorgung, Digitalisierung, Big Data, Künstliche Intelligenz, Wissensexplosion, Kulturwandel: Die Schlagwörter, die es in die Keynote-Titel der diesjährigen Handelsblatt Jahrestagung Pharma geschafft haben, folgen einem bemerkenswerten roten Faden.

Sie lesen sich wie ein konsequenter Gedankengang von Vision (Patientenzentrierung), über Maßnahmen (Digitalisierung) hin zu einem neuen Ist-Zustand (Kulturwandel). Das schürt nicht nur die Vorfreude auf die Veranstaltung, sondern sendet auch ein deutliches Signal an die Branche.

Die Pharmaindustrie befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Wandel, der Risiken, aber auch Potenzial für neue Geschäftsmöglichkeiten birgt. Da sich die Zahlungsmodelle von volumen- zu ergebnis- oder wertorientierten Modellen zu verlagern beginnen, werden neue Ansätze zum Verständnis, zur Messung und zum Nachweis des Wertes eines Medikaments benötigt, um den Wert von kostenintensiven Therapien wie beispielsweise Biopharmazeutika und Biosimilars zu begründen.

Pharmaunternehmen, Institutionen und Dienstleister sind angehalten, diesen Wandel herbeizuführen und zwar nicht nur bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe, sondern, je nach Blickwinkel, entlang des gesamten Lebenszyklus eines Medikaments, beziehungsweise der gesamten Patientenreise. Um den Schritt von inselartigem Datenbesitz zu unternehmensweiter Wissensexplosion herbeizuführen, bedarf es allerdings technologischer Innovation. Und die Technologie mit dem höchsten Disruptionspotential ist mit Sicherheit Künstliche Intelligenz (KI).

KI kann eine entscheidende Rolle bei der Demonstration von Werten spielen und Pharmaunternehmen befähigen, die Wahrnehmung von Werten durch Gesundheitsfachkräfte, Patienten und Kostenträger besser zu verstehen, derzeit unerfüllte Bedürfnisse zu erkennen und positive Ergebnisse „in der realen Welt“ zu demonstrieren.

Getragen von reichhaltigen, aber heterogenen Informationsbeständen in Form von Freitext (bspw. Berichte von Außendienstmitarbeitern über Konversationen mit Gesundheitsfachkräften, Patientenforen und Soziale Medien, elektronische Krankenakten), wächst die Nachfrage nach KI-Lösungen, welche derartige Quellen zusammenführen und mit dem Verständnis eines Menschen in strukturierte Analysen umwandeln. Hierbei geht es nicht nur darum, Nutzern zu zeigen „Was“ passiert, sondern auch das „Warum“ zu erklären.

In Gesprächen mit Kunden und Pharma-Experten werde ich immer wieder mit einer zentralen Frage konfrontiert, die besonders von solch einer Wissensexplosion profitieren könnte: Wie kann es gelingen, den Mehrwert eines Medikaments gegenüber anderen Behandlungsmethoden mit Daten zu belegen, die nicht dem kontrollierten Umfeld klinischer Studien entstammen?

Abteilungsübergreifend werden dann im Kontext dieses übergeordneten Themas regelmäßig drei Bedürfnisse deutlich:

Kann KI erklären, warum eine Behandlung verschrieben wird?

  • Künstliche Intelligenz kann zur effizienteren Nutzung von Berichten aus den Bereichen Medical Affairs/Excellence und von Außendienstmitarbeitern eingesetzt werden und damit reale Erkenntnissen über die klinische Praxis liefern.
  • Sie erzeugt einen Mehrwert, indem die Verbindung zwischen Investitionen, Fokussierung der Vertriebsmitarbeiter, Gespräche mit Gesundheitsfachkräften, Verschreibungsverhalten und Vertrieb über den gesamten Lebenszyklus des Medikaments und über diverse Quellen hinweg erklärt wird.

Kann KI erklären, wie eine Behandlung erlebt wird?

  • Sie vollzieht die Patientenreise von Diagnose, über Behandlung bis hin zur Heilung nach und beantwortet Kernfragen zu Themen wie Handhabung von Injektionsgeräten, Austauschbarkeit von Biosimilars oder Therapietreue.
  • Sie unterstützt die Erschließung neuer Geschäftsfelder, indem die Einschränkungen und unerfüllten Bedürfnisse von Patienten, Pflegepersonal und Kostenträgern erklärt werden.

Kann KI das Verhalten von Wettbewerbern und Umfeld prognostizieren?

  • Sie verdichtet Aktivitäten, Mikro- und Makrotrends sowie die Meinungen diverser Bezugsgruppen in den Bereichen klinische Studien, „Real World Evidence“, Publikationen und Regulierung zu einem einheitlichen Bild.
  • Sie erstellt im Kontext aktueller Ereignisse Prognosen aus Daten zu Investitionsverhalten, Ressourcenbeschaffung und -konzentration von Wettbewerbern.

Um diese Fragen in Echtzeit zu beantworten, wurde die Pharos®-Produktfamilie aufgebaut, die Semalytix auf der Handelsblatt Jahrestagung Pharma vorstellen wird. Pharos® ermöglicht es Pharmaunternehmen, Early-Adopter einer Plattform zu werden, die bessere Entscheidungsfindung und besseres Beweismanagement über Datenquellen, Abteilungen und Aktivitäten hinweg ermöglicht.