BioNTech


Siek Poetting

BioNTech ist einer der Wegbereiter bei der Entwicklung innovativer individualisierter Immuntherapien gegen Krebs und andere Krankheiten. Innerhalb von 10 Jahren entwickelte das Unternehmen alle hierfür wichtigen Disziplinen unter einem Dach – von der Bioinformatik, Diagnostik über die Entwicklung neuer Wirkstoffplattormen bis hin zur GMP-Produktion – und hat dabei eine führende Position auf dem Gebiet innovativer immunologischer Technologien eingenommen. Dies wird durch die Tatsache, dass sich aktuell sechs Produktkandidaten in der klinischen Testung befinden, sowie durch zahlreiche Partnerschaften mit etablierten Pharmafirmen und die Unterstützung durch namhafte Investoren, unterstrichen.

Die Firma ist eine Ausgründung der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, welche 2008 von Prof. Dr. Ugur Sahin, CEO von BioNTech, sowie Professor Emeritus Christoph Huber, seinerzeit Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Stammzellentransplantation, gegründet wurde. Seither ist die Mitarbeiterzahl am Hauptsitz in Mainz und an weiteren Standorten in ganz Deutschland auf über 900 gewachsen. Bei der Gründung wurde das Unternehmen langfristig durch die Strüngmann Familie und die MIG Fonds unterstützt, mit 150 Mio. EUR die seinerzeit größte private Anfangsfinanzierung im Bereich Biotechnologie in Europa.

BioNTech verfolgt bei der Entwicklung seiner Krebstherapien den Ansatz, für jeden Patienten eine auf seinen individuellen Tumor abgestimmte Therapie zu generieren. Grundstein hierfür ist die Erkenntnis, dass jeder Tumor auf Mutationen des Erbguts beruht, die ebenso individuell sind wie die genetische Information eines jeden Menschen. Die genetische Heterogenität von Krebserkrankungen hat bis heute die Behandlung der Krankheit weitgehend schwierig gestaltet. Prof. Dr. Sahin hat mit seinem wissenschaftlichen Team über viele Jahre hinweg an dem Verständnis der molekularen Ursachen von Tumoren gearbeitet und hat seine Erkenntnisse in die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden übertragen. Da das Immunsystem die Krebszellen in den meisten Fällen nicht als Gefahr erkennt, ist einer der Therapieansätze die Entwicklung von Immuntherapien, welche die tumorspezifischen Antigene („Neoantigene“) für das Immunsystem „sichtbar“ machen. Das zugrundeliegende Konzept der Neoantigen-Impfstoffe wurde in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht, wobei die Nature-Publikation im Jahr 2015 erstmals die erfolgreiche Wirksamkeit dieses Therapieprinzips in Tiermodellen demonstrierte. Im Jahre 2017 wurden dann – ebenso in Nature – die ersten Ergebnisse der Phase I Studie an Patienten veröffentlicht.

Um eine Therapie entwickeln zu können, welche direkt auf die individuellen Neoantigene eines Tumors abzielt, müssen die spezifischen Mutationen dieses Tumors identifiziert werden. Dies ist ein aufwendiger Prozess, der neuste Technologien (z. B. Next-Generation-Sequencing) nutzt, sowie große Datenmengen verarbeitet. Eigens entwickelte Algorithmen, die ständig mit neuen Informationen überarbeitet werden, ermöglichen es, für jeden Patienten die krankheitsverursachenden Mutationen zu finden, um anschließend Impfstoffe gegen diese tumorspezifischen Strukturen zu entwickeln.

Ein weiterer Schlüssel für die Entwicklung individualisierter Impfstoffe ist der Einsatz von mRNA-basierten Wirkstoffen, welche die zeitnahe Herstellung von Therapien ermöglichen, die auf die tumorspezifischen Neoantigene abzielen.

Die von BioNTech bis dato vorgelegten Daten aus klinischen Studien stützen die Annahme, dass diese mRNA-Impfstoffe eine Immunreaktion bei Patienten induzieren und möglicherweise einen therapeutischen Effekt haben könnten. Die nächste Stufe in der klinischen Entwicklung sind klinische Studien, in deren Rahmen die Therapie an einer größeren Anzahl Patienten und in einer größeren Bandbreite an Krebserkrankungen getestet werden.

Während BioNTech klinische Tests nach diesem Ansatz vorantreibt, wird gleichzeitig auch die Produktionsgeschwindigkeit zur Herstellung dieser individualisierten Impfstoffe erhöht. Im Jahr 2015 dauerte die Herstellung eines einzelnen Impfstoffes noch etwa 3 Monate, mit Beginn des Jahres 2019 wurde dieser Zeitraum durch Automatisierung und Fortschritte in Technologie und Produktion auf 6 Wochen verkürzt.

Das Ziel von BioNTech ist es, die Immuntherapien der Zukunft zu entwickeln und damit die Behandlung von Krebs und anderen Krankheiten zu revolutionieren. Um dies zu erreichen, vereint BioNTech verschiedene Behandlungstrategien und Technologien in seinem Entwicklungsportfolio. Hierzu zählen neben den individualisierten mRNA-Vakzinen auch Immuntherapien mit „duospezifischen“ Antiköpern sowie genetisch veränderten CAR-T-Zellen. BioNTech verfolgt nicht nur das Ziel innovative Therapien zu entwickeln sondern diese auch nach deren Marktzulassung entsprechend zu vermarkten.

Sierk Poetting, Ph.D., CFO and COO, BioNTech