Interview mit Sebastian Wolff, Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik, TU München (TUM)


Wo sehen Sie aktuell die Herausforderungen der Branche?

Die größte Herausforderung der Branche ist sicherlich der schnelle Übergang hin zu einem nachhaltigen Gütertransport, wie auch die neuen Grenzwerte der EU verdeutlichen. Der Branche muss es gelingen, trotz steigendem Transportaufkommen, die CO2 Emissionen so schnell wie möglich zu senken.

Wie sehen Ihrer Meinung nach die Lösungen dazu aus?

Aktuell gibt es viele Technologien, die mögliche Lösungsalternativen darstellen. Ohne eine Elektrifizierung des Antriebes, wird es allerdings nicht gehen. Sowohl Hybridantriebe, als auch rein elektrische Fahrzeuge, egal ob mit Oberleitung oder ohne, haben das Potential dazu.

Welche Techniktrends werden sich durchsetzen?

Die Frage welche Technologie sich durchsetzen wird, lässt sich aktuell nicht beantworten. Alle Technologien haben Vor– und Nachteile. Ich denke, dass wir in Zukunft eine größere Vielfalt an Antriebskonzepten haben werden, die für ihren Einsatzzweck jeweils am besten geeignet sind.

Was muss der Gesetzgeber noch tun, um den Weg zu ebnen?

Wichtig ist vor allem, dass die politischen Rahmenbedingungen Technologie offen bleiben. Die Politik hat allerdings schon heute sehr einfache Möglichkeiten, den Transport effizienter zu gestalten. Lang-Lkw und weitere Aerodyanikelemente zuzulassend, wären solche Möglichkeiten.

Wo steht Deutschland im Verhältnis zum Rest der Welt?

Technologisch sehe ich kein Land an der Spitze. In Bezug auf die Gesetzgebung sind Deutschland bzw. Europa relativ fortschrittlich. Eine weitere Änderung der Richtlinie 96/53/EG insbesondere bei den Fahrzeuglängen stellt, wie bereits gesagt, eine einfach Möglichkeit dar, die Effizienz zu erhöhen.