Der Kapitalanlagemix ist bunter geworden


von Steffen M. Hahn

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Mit Einführung von Solvency II haben die Marktwertbetrachtung und eine risikoorientierte Eigenkapitalhinterlegung Einzug in die Überlegungen zur Gestaltung einer optimalen Anlagepolitik erhalten.

Insbesondere für Lebensversicherungsunternehmen wurde damit das Konfl iktpotential zwischen der Produktgestaltung der vergangenen Jahrzehnte und dem herrschenden Niedrigzinsumfeld mehr als deutlich. Doch spielen auch weiterhin die Anforderungen aus der Rechnungslegung nach dem HGB eine gewichtige Rolle:

Seit 2011 sind Lebensversicherungsgesellschaften verpfl ichtet, innerhalb der Deckungsrückstellung eine Zinszusatzreserve zu bilden. Ihre Höhe bemisst sich an einem Referenzzinssatz, der sich seit 2014 aus dem über zehn Kalenderjahre errechneten arithmetischen Mittel von Euro-Zinsswapsätzen ergibt. Dieser ist in den letzten fünf Jahren von knapp vier auf ca. 2,5 Prozent gesunken. Dadurch waren im Jahr 2016 erstmals auch Verträge mit einem Garantiezinssatz von 2,75 Prozent betroff en. Entsprechend ist der Wert der Zinszusatzreserve in den letzten Jahren auf fast 45 Milliarden angewachsen.

Die Lebensversicherungsunternehmen finanzieren diesen Bedarf überwiegend durch Auflösung stiller Reserven, was viele Marktteilnehmer lieber schneller als langsamer tun würden, sind die Reserven auf festverzinsliche Wertpapiere doch flüchtiger Natur. Die zur Neuanlage anstehenden Gelder, seien sie durch Abläufe oder Auflösung von Reserven entstanden, können bei Bedarf zur Neuausrichtung der Anlagenstruktur eingesetzt werden. Dabei war in den vergangenen Jahren ein deutlicher Trend zur Anlage in Spezialfonds auszumachen. Grund hierfür war die zunehmende Diversifizierung und Globalisierung der Rentenanlagen, aber auch schlicht die Tatsache, dass die klassischen Instrumente des Direktbestandes nicht mehr ausreichend Rendite abwerfen oder nicht verfügbar sind.

Neben schon lange etablierten Anlageklassen wie Anleihen der sogenannten Emerging Markets oder hochverzinsliche Unternehmensanleihen sind sukzessive weitere Arten von Rentenanlagen im Fokus, die heute mehr oder weniger Bedeutung in der Anlagepolitik bekommen: Zu nennen sind zum Beispiel Senior Secured Loans aber auch zunehmend US-Kommunalanleihen, sogenannte Municipal Bonds. Neben möglichen Zusatzrenditen bieten diese Anlageformen oftmals auch günstige Korrelationseigenschaften und Zugang zu weiteren, die Streuung im Bestand erhöhenden, Emittenten.

Dabei ist regelmäßig der Einsatz von externen, aktiven Asset Managern zu beobachten, da diese Anlageformen eine spezielle Expertise und lokale Präsenz erfordern, die in der Regel nicht oder nur schwierig mit internen Ressourcen darzustellen ist.

Steffen M. Hahn
CFA, Director Institutional Business Germany,
Invesco Asset Management Deutschland GmbH