Kein Produkt ohne KI — Christoph Peylo, Head of Center for Artificial Intelligence, Bosch Global

Dirk Peylo Bosch KI

Bei Bosch gibt es eine klare KI-Strategie: Künstliche Intelligenz muss sicher, robust und nachvollziehbar sein. Christoph Peylo, Head of Center for Artificial Intelligence bei Bosch Global stellt im #HBAISummit-Interview klar, dass egal, ob Staubsauger, und Kühlschrank, Backofen oder Waschmaschine: In zehn Jahren wird jedes Bosch-Produkt entweder selbst über KI verfügen oder mit KI hergestellt worden sein.

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#HBAISummit-Interview
mit Christoph Peylo, Head of Center for Artificial Intelligence, Bosch Global

Herr Peylo, Bosch fördert im Rahmen der Cyber Valley Initiative einen bundesweiten KI-Wettbewerb für Schüler. Sind das die KI-Experten von morgen?

Christoph Peylo: Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie der Zukunft, sie wird unser Leben grundlegend verändern und neue Arbeitsplätze schaffen. Daher tun wir gut daran, das Interesse an KI bei der jungen Generation frühzeitig zu wecken und zu fördern – am besten bereits in der Schule. Wenn dort die Grundlagen geschaffen werden, kann das auch Lust auf ein Studium in diesem Zukunftsfeld machen. Es ist also gut möglich, dass einige der Schülerinnen und Schüler von heute, die KI-Experten von morgen sein werden.

Wie groß ist Ihr Team als Chef des Bosch Center for Artificial Intelligence? Was zeichnet Ihr Team aus?

Christoph Peylo: Im Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) arbeiten derzeit rund 170 Mitarbeiter an vier Standorten weltweit. Uns alle verbindet, dass wir fest davon überzeugt sind, dass KI so eingesetzt werden muss, dass sie dem Wohle des Menschen dient, indem sie seine Fähigkeiten ergänzt. Dazu forschen wir an künstlicher Intelligenz, die sicher, robust und nachvollziehbar ist. Ich arbeite mit einem Team aus hochqualifizierten und hochmotivierten Experten zusammen – das Tolle daran: Gute Leute ziehen andere gute Leute an, sodass das unser Team stetig wächst.

Haben Sie ein aktuelles „Lieblings“-Projekt, das Sie besonders fasziniert?

Christoph Peylo: Mit Projekten ist es ähnlich wie mit Kindern: jedes ist auf seine Art einzigartig und faszinierend. Es gibt zwei Kategorien von Projekten, die ich besonders interessant finde: Projekte, bei denen man durch die KI auch in etablierten Bereichen einen echten Durchbruch schaffen kann. Und Projekte, bei denen wir mit Hilfe der KI grundsätzlich neue Dinge machen können, wie in der Robotik oder dem automatisierten Fahren.

Bosch ist in einer immensen Palette an Geschäftsfeldern tätig. Wo ist Ihre Denke am KI-lastigsten? In der Fertigung? Oder in der Rolle als Auto-Zulieferer?

Christoph Peylo: Wir setzen KI in beiden von Ihnen angesprochenen Feldern ein. Ein Beispiel dafür, wie KI dem Menschen nutzen kann, ist das automatisierte Fahren. Bosch arbeitet daran, den Straßenverkehr emissionsfrei, unfallfrei und stressfrei zu machen. Gehen gegenwärtig neun von zehn Unfällen auf menschliche Fehler zurück, so könnte intelligente Technik durch die Nutzung von KI künftig eine Vielzahl dieser Unfälle vermeiden. Ein weiteres Feld ist die vernetzte Fertigung: In der smarten Fabrik werden Mensch und Maschine als intelligente Mannschaft zusammenarbeiten – der Roboter nimmt dem Menschen anstrengende oder gefährliche Aufgaben ab, lernt aus Erfahrungen und entlastet den Menschen auf diese Weise.

Und wie sieht die Vision für die privaten Endverbraucher aus? Welche Rolle wird Bosch-KI in meinem Alltag spielen, wenn ich als Handwerker einen Ihrer Bohrer in die Hand nehme? Oder wenn ich kochen und backen will?

Christoph Peylo: In zehn Jahren wird jedes Bosch-Produkt entweder selbst über KI verfügen oder mit KI hergestellt worden sein. Im Consumer-Bereich reicht das von Staubsaugern und Kühlschränken über Backöfen bis zu Waschmaschinen. Letztere könnten mit Hilfe von Sensoren zum Beispiel erkennen, mit welcher Wäsche ich sie bestücke und mir dann gleich das richtige Waschprogramm vorschlagen. All diese Geräte werden vernetzt sein und mit Menschen auf einfache und sichere Weise interagieren.