Die Zukunft der künstlichen Intelligenz ist dezentral, nachhaltig und wertschöpfend

Die Zukunft der künstlichen Intelligenz ist dezentral, nachhaltig und wertschöpfend

Fabian Schladitz, KI-Experte und Leiter des AI Center of Excellence bei Capgemini in Deutschland

Unternehmen und die öffentliche Hand investieren weiter kräftig in künstliche Intelligenz (KI); längst kommen wissenschaftliche Publikationen zu dieser Thematik nicht mehr nur von Universitäten, sondern häufiger auch aus Unternehmen. KI ist nahezu omnipräsent – doch wohin geht die Reise und was muss ich beachten, um ihre Vorteile für mein Unternehmen zu realisieren? Relevant sind aktuell vor allem Fragen des Datenaustauschs sowie des Einsatzes von KI zum Klimaschutz und um Wettbewerbsvorteile zu generieren.

Intelligenz wird verteilt

Gesetzliche Regelungen zum Datenschutz und die Bestrebungen zur Sicherheit vitaler Unternehmensdaten sorgen in immer mehr Unternehmen dazu, Daten bewusst getrennt zu halten. Konzepte wie Data Mesh und Data Fabric helfen dabei, diese Daten dennoch miteinander zu verknüpfen und zu nutzen, ohne sie zentralisieren zu müssen. Semantische Ebenen über den Daten geben ihnen Bedeutung und Kontext, erschließen sie für zahlreiche Anwendungsfälle und machen sie FAIR (findable, accessable, interoperable, reusable).

Diese Entwicklung hin zur verteilten Datennutzung erstreckt sich auch auf Wertschöpfungsketten und Unternehmen, die in keiner direkten Beziehung zueinander stehen. Organisationen, die am stärksten zu diesen Trends beitragen, profitieren als „Data Sharing Masters“ am meisten.

Das bedeutet, dass künstliche Intelligenz verteilt arbeiten muss und zentralisierte Datenbestände seltener werden; „Federated Learning“ ist der Trend, mit dem Unternehmen sich diese neue Realität zunutze machen.

Intelligenz wird nachhaltig

Die zentralen Herausforderungen unserer Zeit werden in den Global Sustainability Goals der Vereinten Nationen formuliert. Um diese globalen Ziele zu erreichen, bedarf es des Einsatzes aller politischen Akteure und der Wirtschaft. Das Bewusstsein dafür wird von Mitarbeitenden wie Konsumenten mehr und mehr eingefordert – und Unternehmen verfolgen zunehmend Nachhaltigkeitsziele. Sie konzentrieren sich immer stärker darauf, ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren, Recycling zu erleichtern und soziale Projekte zu unterstützen.

Bei all diesen Aktivitäten kann KI wertvolle Beiträge leisten – von Empfehlungen zum Wassermanagement über die Optimierung der Lieferketten bis hin zur Berechnung ressourcenschonender Designs für Werkstücke kann der menschliche Verstand Unterstützung durch künstliche Intelligenz erhalten. Dabei sind Entwickler und Anwender künstlicher Intelligenz gefordert, den Energieverbrauch ihrer KI-Modelle gering zu halten.

Intelligenz schafft Werte

Die größte Wirkung entfaltet die Technologie jedoch, wenn sie dem Kernzweck eines Unternehmens dient und Wettbewerbsvorteile erzeugt.

Doch wie lassen sich diese Mehrwerte im eigenen Unternehmen realisieren und wie gehen die kleinen Schritte, die dorthin führen? Dies sowie die Vorteile datenbasierter Entscheidungsprozesse untersucht die Studie „The data-powered Enterprise: Why Organizations must strengthen their Data Master” des Capgemini Research Institute. Demnach erzielen Unternehmen, die Entscheidungen auf der Basis von Daten treffen, 22 Prozent mehr Gewinn und 70 Prozent mehr Umsatz pro Mitarbeiter als ihre Wettbewerber.

Wir freuen uns darauf, Sie auf dem Handelsblatt KI Summit am 30.9. und 1.10 zu treffen und diese Themen gemeinsam mit Ihnen intensiver zu besprechen – in den Sessions „How to start“, „How to launch“ und „How to scale“.