BAMM! – Der KI Vulkan ist ausgebrochen

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Dietmar Dahmen, Vordenker, Querdenker, Zukunftsexperte

Die Geburt eines Kindes verändert „BAMM!“ massiv das Leben der Eltern. Die Geburt eines Vulkans verändert „BAMM!“ massiv sein Umfeld, teilweise sogar die ganze Welt. Altes ist weg, Neues ist da. Auch im Business erleben wir das: Branchen, Geschäftsmodelle, Wertschöpfung und Rollen…alles nur gültig BIS JETZT. Umwälzende Entwicklungen und neue Angreifer/Partner prasseln massiv und gleichzeitig „BAMM! BAMM! BAMM!“ auf jedes Unternehmen und jeden Manager ein.

„Nichts ist spannender als Wirtschaft…“

…so der Slogan eines großen Wirtschaftsmagazins. Es hatte damit verdammt recht. Ein Knaller folgt dem nächsten: Tigerstaaten: in-out. BRICS-Staaten: in-out. Finanzkrise: in-out. TTIP, Dieselgate, BREXIT, America First- langweilig wird es in der „analogen“ globalen Wirtschaft nie.

Aber es herrschen stets die GLEICHEN REGELN. Altbekannte Spieler teilen sich den altbekannten Kuchen in fest zementierten Branchen immer wieder neu auf. Zyklen bringen mal den einen, mal den anderen nach oben. Irgendwann kennen wir das Programm in- und auswendig. Von außerhalb kommt selten jemand ins Spiel. Es gibt kaum Überraschungen.

Das hat sich mit der Digitalisierung sowie den Jungs und Mädels im Silicon Valley maßgeblich geändert. Denn die Spannungen kommen heute immer öfter von Playern außerhalb der bekannten Spielfelder. Bei Dieselgate geht es um Diesel… kennen wir. E-Mobility ist jedoch NEU am Markt (von den vereinzelten E-Autos von vor 100 Jahren mal abgesehen). Und E-Mobility kam richtig fett durch Tesla: einem NEUEN Player am Automarkt. Amazon, Google, Facebook, alles neue Player, die permanent alles neu machen, alles anzweifeln, alles neu denken und neu kombinieren.

Die neuen Player verändern die Welt.

So wie Vulkane die Welt verändern. Vulkane erschufen das Land auf dem wir heute operieren. Sie zerstörten das Alte. Erschufen das Neue. Der Unterschied zwischen geologischen und Business-Vulkanen: Was früher Millionen Jahre dauerte, geht heute im Business ratzfatz, haste nich gesehn!

Aus FortSCHRITT ist FortSPRINT geworden. Umwälzende Entwicklungen prasseln BAMM! BAMM! BAMM! Auf jedes Unternehmen ein. Auch auf Ihres! Man attackiert sich heute BRANCHENÜBERGREIFEND. Die Sicherheiten der analogen Welt: Unternehmensgröße, Bekanntheit der Marke oder Markteintrittsbarrieren sind kein Erfolgsgarant, kein Schutzschild mehr. Jeden Tag gibt es neue, überraschende Zusammenschlüsse, Ansätze, Services, Materialien, Methoden, Produkte…die ratzfatz, haste nich gesehn, ALLES ändern.

Aus FortSCHRITT ist aber auch FortSPRUNG geworden. Wir leben in der Zeit der VISONÄRE. „If you can think it – you can build it“, sagt man auf Neu-Managementdeutsch. Größenwahn ist besser als Bescheidenheit.

Kleinere, spezialisierte Player, wie Zalando, wollen das Betriebssystem der Modebranche sein. Und einige Großvisionäre, wie Bezos, Zuckerberg und offensichtlich Musk, preschen – BAMM! BAMM! BAMM! – vor, um echte Utopien zu verwirklichen.

Etliche Visionäre tanzen auf den vielen Vulkanen und sorgen fast täglich für neue Eruptionen. Wir in Europa und D-A-CH tragen einen wesentlichen Teil dazu bei. Wir haben exzellente Hochschulen, hoch kreative Start-up-Hubs, und selbst in vielen Traditionsunternehmen herrscht heute eine agile Kultur, die hilft, aus Visionen funktionierende Lösungen zu bauen. Disruptive Innovation ist längst nicht mehr nur aufs Silicon Valley begrenzt. Und europäischen Ingenieurleistung – gerade aus der D-A-CH-Region  – hilft heute, „California Dreaming“ Wirklichkeit werden zu lassen.

Vulkane haben Ultra-Power.

Die Analogie zwischen Vulkanen und Wirtschaft geht noch einen Schritt weiter: Jedes Unternehmen – auch Ihres – wurde von Menschen gegründet, die für ihre Vision BRANNTEN! Menschen, die heiß waren und alles gaben, um „Neuland“ zu gewinnen. Manche dieser Unternehmen sind heute „alte Vulkane“, die vor vielen Jahren mal ausgebrochen sind, kontinuierlich brodelten und heute imposant dastehen. Andere alte Vulkane scheinen fast erloschen. Ohne Feuer. Ohne neue Energie. Aber auch „erloschene Vulkane“ können wieder zum Lodern gebracht werden. Oft braucht es nur jemanden, der richtig brennt. Was aber nur geht, wenn sich der alte Vulkan anheizen lässt. Falls Sie selbst brennen und Ihr Unternehmen im Kern feuerresistent ist, versuchen Sie, es am Rand anzuzünden. Wenn das nicht klappt, andere Mütter/Väter haben auch schöne Töchter/Söhne.

Große Veränderungen bringen auch die Lavaströme, die von neuen und alten Vulkanen fließen, Altes bedecken, sich zusammenschließen und so noch mehr Neuland verbinden. Lavaströme sind langsamer als die fliegenden Feuerkugeln einer Eruption. Aber der Wirkungsgrad ist oft tiefgehender, bleibender. Die relative Langsamkeit des Lavastroms lässt uns Zeit, zu reagieren. Jedes Unternehmen sieht das heiße Magma der künstlichen Intelligenz. Jeder sieht das heiße Magma der Blockchain-Technologie. Wann wird dieses Magma ausbrechen? Haben Sie Angst davor? Oder können Sie es nutzen, um Ihren Vulkan mit frischer Energie zu versorgen?

Künstliche Intelligenz – ich sehe was, was Du nicht siehst

„Das Zeitalter des Smartphones ist vorbei – jetzt beginnt die Ära der künstlichen Intelligenz“ sagt Sundar Pichai, der CEO von Google, im Original zwar etwas harmloser („I think we are moving from a Mobile First to an AI First World“), aber dennoch mit einer unglaublichen Klarheit. KI soll im Mittelpunkt aller Google-Dienste stehen und den Nutzern das Leben leichter machen. „Google-Lens“ kann Objekte vor der Smartphone-Kamera erkennen – egal, ob es sich um eine Pflanze oder ein Restaurant handelt. Google liefert in der Folge Pflegetipps (für die Kletterrose) oder eine Bewertung (für das Burgerlokal). Google bietet mit KI Echtzeit-Übersetzung in andere Sprachen. Die Google-Home-KI erkennt Nutzer an der Stimme und sucht dür die Person passende Informationen heraus.

In das KI-Horn stoßen derzeit so ziemlich alle bedeutenden Tech-Manager, Investoren und Analysten. Was steckt dahinter? Warum ist KI so wichtig?

KI ist viel mehr als einfach nur „künstliche Intelligenz“. KI wird das OPERATING SYSTEM of EVERYTHING! Wenn alles vernetzt ist und der Körper des Internets aus ALLEM besteht, ist KI das HIRN, das diesen Körper steuert.

Im Moment operiert KI mit getrennten Hirnen für jeden Körperteil. Schon bald wird „meine KI“ aber mit der KI eines Anbieters über den Preis verhandeln, selbständig Ware kaufen, mit der KI des Transportunternehmens die Logistik klären und mit der KI der Banken das Finanzielle erledigen. Jeder redet mit jedem. Wer da nicht mit macht, ist stumm, taub und steht am Rand.

Es gibt immer mehr Beispiele für KI in unserem Leben und die Zahl wird exponentiell wachsen. Der Einsatz von KI steigert die Fähigkeit einer Organisation, für jede Situation in kurzer Zeit adäquate Entscheidungen zu treffen (Stichwort kognitives Unternehmen). Wird das Topmanagement von heute dadurch obsolet? JEIN! Topmanager, die hauptsächlich klassische Planungs-, Ablauf- und Controlling-Aufgaben erfüllen, werden wohl früher oder später digital ersetzt. Aber es kommen viele neue Aufgaben auf den Tisch.

Viele Manager werden folglich ANDERE ARBEIT machen als heute. BAUCHGEFÜHL, VISION und (hoffentlich) MENSCHLICHKEIT und EMPATHIE werden bleiben, wachsen und (hoffentlich) noch mehr aufblühen als heute. Denn die meisten von uns arbeiten nicht für ihre Firma, sondern für ihren Boss und /oder ihr Team. Wir arbeiten konkret für MENSCHEN…und das wird auch dann so sein, wenn Kollege KI bei uns im Büro sitzt.

dahmenDietmar Dahmen, Vordenker, Querdenker, Zukunftsexperte