The World in 2025 – Interview mit Nils Müller, TrendONE

Nils Müller, TrendONENils Müller hält am ersten Tag der IT-Jahrestagung 2015 eine Visionary Keynote zum Leben in 10 Jahren. Was dürfen wir uns darunter vorstellen? The World in 2025 zeigt mit vielen Beispielen und Videos eine Reise in unsere Zukunft. Im Interview haben wir bezüglich Zukunftsperspektiven und Megatrends nachgefragt: 

Herr Müller, wie sehr wird sich der Alltag in der World 2025, von der Sie auf der Handelsblatt Jahrestagung im Januar 2015 berichten werden, von unserer heutigen unterscheiden?

Technologie dringt immer stärker in alle Lebensbereiche ein und es gibt eigentlich eine Technologie-Evolution, die wir beobachten. Technologie-Evolution 1.0 war das klassische, leaned back Content Web. Das Web 2.0 ist move forward, user generated. Bei Web 3.0 ging’s dann los mit Jump In in virtuellen Welten, semantisches Internet kam. Web 4.0 – da sind wir jetzt – ist dieses Always On, also wir nutzen unsere Mobile Devices, das Internet der Dinge vernetzt alle Objekte, wir nutzen auch mehr Blended Reality.

Das Internet ist eigentlich zum OuterNet geworden: Es ist überall verfügbar und wir nutzen viel mehr Mobile Devices. Das Web 5.0 ist eben das Nächste, wo wir natürlich eine starke Mensch-Technologie-Konvergenz sehen. Technologie wird immer stärker zu einem Bestandteil unseres Lebens, und sie dringt immer mehr in weitere Lebensbereiche ein, siehe Wearable Technology oder Implantattechnologie.

Und Artificial Intelligence… ?

Ja, durch die zunehmende Rechenleistung nähert sich die Artificial Intelligence immer stärker unseren Gehirnen an. Wir sehen immer mehr Brain Implantate und Brain Controlling Devices, bei denen wir quasi eine Kopplung von Mensch und Maschine erleben werden.

Mit diesem Web of Thoughts, dem Internet der Gedanken, gehen wir in Richtung kollektive Intelligenz, d.h. wir haben die Möglichkeit, Wissen direkt anzuzapfen und Menschen miteinander in diesem Bio-Web zu vernetzen. Dadurch haben wir eine Brain Extension, bei der wir unsere eigenen geistigen Fähigkeiten einerseits mit denen anderen Menschen ergänzen, und andererseits um die gespeicherten Daten erweitern können. Was dann kommt nennt sich Super Intelligence. Super Intelligence bedeutet, dass die Artificial Intelligence langsam größer ist als die Human Intelligence und kommen dann zu dem Punkt, der Singularity genannt wird…. Künstliche Intelligenz, die sich selbst verbessern kann, und wir können ab dem Zeitpunkt natürlich nicht mehr vorhersagen, was dann kommt…

Fortschritt, der auch ein beängstigender Gedanke ist?

Stoff zahlreicher Science Fiction-Filme. Das Interessante ist, dass diese ganzen Science Fiction-Filme aus der 80ern, 90ern und 2000ern ziemlich realitätsnah waren. Minority Report z.B. lag da meiner Ansicht nach schon verdammt nah an der Realität! Das könnte daran liegen, dass sich Science Fiction-Autoren sehr intensiv mit der Zukunft und den technologischen Möglichkeiten beschäftigen. Sie extrapolieren die Ergebnisse, weil sie konsistente, ganzheitliche Welten prognostizieren und liegen dabei oft sehr richtig. So sehen wir gleichzeitig nützliche, positive Aspekte und auch sehr riskante Szenarien.

Sie wollen bei der Handelsblatt Jahrestagung quasi 10 Jahre in die Zukunft schauen. Bei einem so rasenden digitalen Wandel, mit welchen Hilfsmitteln gelingt Ihnen das?

Wir haben ein weltweites Trendscouting-Netzwerk, schon seit zehn Jahren. Das sind 80 Trendscouts aus 22 Sprachregionen, die uns jeden Monat 1.500 Weak Signals aus allen Teilen der Welt liefern. Ein Weak Signal ist zum Beispiel das neue Headset von Bragi, Dash. Intelligente Bluetooth Kopfhörer, die Musik über eine Bluetooth Verbindung oder den integrierten 4GB Player spielen und Freiheit, Super Sound und Komfort versprechen. Ein anderes Beispiel: Car to go: Eine neue Art Mobilität. Weak Signals können Technologien, Geschäftsmodelle, aber auch Marketinginnovationen und Serviceinnovationen sein.

Wenn es Weak Signals gibt, gibt es dann auch Strong Signals?

Ja, genau. Das sind dann die Megatrends. Z.B. 3D-Druck: Prothesen, Home Printing, Food Printing, bis zur intelligenten Küche, die alles selber ausdruckt.

Sollte jedes Unternehmen einen eigenen Trendscout haben? Ist das ein neuer Job in Unternehmen?

Alle großen Konzerne haben eine Trendforschung oder arbeiten mit Trendforschern. Das Problem ist eigentlich, dass die Unternehmen von den Zielsystemen her auf Jahresergebnisse getrimmt sind. Die interessiert, in diesem Jahr wettbewerbsfähig zu sein, und vielleicht auch noch im nächsten Jahr. Aber die sind nicht darauf getrimmt, neue Werte zu schaffen.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Freuen Sie sich mit uns auf die Visionary Keynote – The World in 2025

Nils Müller, TrendONE GmbH

Das Interview führte Henning Haake, Content Manager EUROFORUM

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