Lean-Management bedeutet auch Wissen teilen

Michael Gorriz, CIO der Daimler AG, ging das Thema Lean-Prinzipien im IT-Management an. Gorriz gesteht: „Ich war am Anfang etwas skeptisch, ob sich Lean im Unternehmen umsetzen lässt. Inzwischen bin ich überzeugter Lean Anhänger!“

Um das Lean-Prinzip zu implementieren, musste jede Abteilung ein kleines Lean-Projekt in einer Woche mit nachweisbaren Ergebnissen zu bauen. Dafür formulierte man neun Lean-Prinzipien, zum Beispiel: “Teilen Sie Ihr Wissen und nehmen Sie das von Anderen gerne an.” – Das fällt vielen Experten sehr schwer, besonders solchen im akademischen Umfeld. Oder “Richten Sie Ihren Blick auf die Prozesse” – Klar, das machen wir doch immer! Aber wirklich- auf die eigenen auch? Oder “Weniger ist mehr” – Mit der winzigen Formel der Relativitätstheorie (e=mc2) lässt sich vieles erklären!

Lean ist eine Art Bewegung, also keine Tool, sondern eine neue Kultur des immer neuen Lernens, die mit wenig viel erreichen kann. Es gehe zunächst um Selbstorganisation, dann um Zusammenarbeit, schließlich um Prozesse und Kennzahlen (Shopfloor-Management), erklärt Gorriz: „Diese vier Säulen sehen wir als integrierten Ansatz, um Verbesserungen in unserer Organisation zu erreichen. Hierfür haben wir eine Lean-Lernfabrik, die alle unsere Mitarbeiter durchlaufen, sowie Verbesserungsworkshops.“

Ein Beispiel ist die Optimierung des SAP-Transportwesens – Wo sind Verbesserungspotenziale? Hierfür wurde in einer Woche analysiert, welche Transporte laufen wöchentlich durchs System, machen wir Releasebündel? usw. Nach rund 280 Arbeitsstunden für die Analyse des Problems, kam heraus, dass man das Transportauftragsvolumen um zehn Prozent reduzieren könne.

Wichtig sei es, mit kleinen Projekten zu starten, danach können man Expertenprojekte angehen, die auch länger laufen als eine Woche oder einen Monat, zog der Daimler-CIO als Resümee und ergänzt, dass jeder sich verpflichten müsse, hart an sich zu arbeiten, um die Lean-Kultur selbständig weiter zu führen.

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