Interview mit Carsten Priebs, Group-CIO Randstad Germany & CDO DACH-Region

1. Sie haben mit Ihrem Team die Personal Sales Buddy-App entwickelt, die den Vertrieb digitalisiert und gleichzeitig die persönliche Entwicklung der Mitarbeiter fördert. Was ist das Besondere an dieser App?
Die App hat nicht die Abbildung eines Geschäftsprozesses sondern die persönliche Unterstützung eines Mitarbeiters zum Ziel – daher Personal (Sales) Buddy. Sie soll so ähnlich wie eine Fitness-Uhr wirken und den Antrieb des Mitarbeiters unterstützen, Vertriebsaktivitäten im Laufe der Zeit immer lieber und besser auszuführen. Sie soll dem Mitarbeiter wertvolle Einblicke in seine eigene Arbeitsweise bieten, wobei diese Daten nur für ihn persönlich einsehbar sind. Besonders ist daher auch der Roll-out: Die Nutzung der App ist völlig freiwillig.

2. Welche Rolle spielt dabei Gamification?
Gamification sorgt dafür, dass der innere Antrieb der Mitarbeiter zu Vertriebsaktivitäten unterstützt wird. Sie soll helfen, den manchmal vorhandenen inneren Schweinehund zu überwinden und intrinsische Motivation zu verstärken. Dafür nutzen wir eine Vielzahl von Methoden, um unterschiedliche Motivationstreiber anzusprechen z.B. Eigene Entwicklung, Selbstbestimmung, soziale Verbundenheit, Berufung, Neugier. Diese Methoden müssen an die jeweilige Aufgabenstellung wie die Spielregeln eines Spieles angepasst werden, damit der Mitarbeiter/Spieler tatsächlich Freude empfindet.

3. Wie lange hat es gedauert, die Buddy-App zu entwickeln?
Nach 6 Wochen ging das MVP live und die App wurde in 2-Wochen-Releases insgesamt über 6 Monate entwickelt. Der konkreten Entwicklung der App ging eine 3-monatige Konzeptphase in Teilzeit zur Gamification voraus.

4. Wie meistern Sie bei kreativen Projekten den Spagat zwischen Konzernstruktur und Startup-Mentalität?
Die Personal Sales Buddy-App, wie auch die ebenfalls preisgekrönte Impf-Finder App, wurden mit einem von den Geschäftsanwendungen separierten Entwicklungsteam auf Basis einer Low Code-Plattform entwickelt. Die beiden Produkte konnten damit in eigener, maximaler Geschwindigkeit entwickelt werden. Schnittstellen mit Business-Systemen wurden mit minimalem Aufwand auf der Business-Seite und mehr Aufwand auf der App-Seite kurzfristig realisiert, so dass die Sprints der Business-Tools so wenig wie möglich beeinflusst wurden. Die Unabhängigkeit der kreativen Projekte von ihrem Umfeld und die weitgehende Freiheit der Teams bei der Produktentwicklung waren entscheidende Erfolgsfaktoren.