Borchers: Räumliches Drucken als logische Fortsetzung digitaler Entwürfe

3D-Printing – Future Fabrication, Prof. Dr. Jan Borchers, Inhaber des Lehrstuhls für Medieninformatik und Mensch-Computer-Interaktion an der RWTH Aachen Nichts Geringeres als die „Dritte digitale Revolution“ sieht Jan Borchers, Leiter der Media Computing Group an der RWTH Aachen im derzeit aufkommenden 3D-Printing. „Die Benutzer sind die Produzenten der Zukunft“, sagt Borchers und zeichnet damit das Bild einer nahen Zukunft, in der Nutzer sich Dinge ihres Bedarfs schlicht drucken.
Schon heute lassen sich komplexe Bauteile aus Kunststoff Schicht für Schicht auftragen. Nächster Schritt sei es Borchers zufolge, dass jemand einen Gegenstand am Computer entwerfe oder einen Bauplan downloade und diesen anschließend kurzerhand ausdrucke. Zum Beispiel Legosteine selber bauen: die Pläne sind im Netz (www.thingiverse.com), die Rechte sind abgelaufen, entsprechende Drucker baut man sich an der RWTH Aachen noch selber. So haben Studenten an Borchers Institut den Prototypen eines „Wheatherellas“ (wheather-umbrella) gedruckt, der sagt: Nimm mich mit, es wird regnen! Für Borchers münden solche Bestrebungen im so genannten „Personal Design“ – und irgendwann werde Apple den iMake bauen.

Den Beleg dafür, dass 3D-Druck auch andernorts bereits rege Verwendung findet, lieferte Markus Gross, Direktor Disney Research aus Zürich: „Mit Objet Connex Druckern können wir bei Verwendung von Latex-, Farb- und Haar-Patronen genaue Abbilder menschlicher Gesichter herstellen. Diese setzen wir auf lebensechten Robotern in unseren Vergnügungsparks ein.“ „Abfallprodukt" davon sind beispielsweise personalisierte Puppen, welche die Gesichter ihrer BesitzerInnen tragen."