„Die Durststrecke wird nicht für alle gleich lang sein“


„Die Durststrecke wird nicht für alle gleich lang sein“

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Seit knapp sieben Jahren treibt Florian Kollenz die internationale Expansion der 25hours Hotels  voran. Dabei ist der Chief Development Officer der Hotelgruppe in der Regel rund 150 Tage im Jahr auf Reisen, um passende Standorte für die nächsten Hotelprojekte ausfindig zu machen.  Die Handelsblatt Journal Redaktion hat sich mit dem gebürtigen Österreicher darüber  unterhalten, wie sich der Hotelimmobilienmarkt in Zeiten der Pandemie verändert.

Herr Kollenz, die Stadthotellerie ist seit Anfang März am Boden und kämpft vielerorts ums Überleben. Will denn in diesen Zeiten überhaupt noch jemand Hotelimmobilien entwickeln?
Es ist weder ein Geheimnis noch ist es überraschend, dass die Anzahl der Hotelprojekte in den letzten Monaten nicht nur in Europa, sondern weltweit zurückgegangen ist. Viele Immobilienentwickler hinterfragen die geplante Nutzung ihrer Projekte und schwenken auf andere Assetklassen wie beispielsweise auf Wohn- oder Büroflächen um, die derzeit ein vermeintlich geringeres Risiko tragen und leichter zu finanzieren sind. Der Markt ist aber nicht komplett zum Erliegen gekommen. Hier kommt uns sicherlich auch die relativ lange Entwicklungsphase entgegen.

Was meinen Sie damit?
In der Regel dauert eine Hotelentwicklung, wenn wir von einem Neubau oder einer Umnutzung sprechen, vom ersten Kontakt mit dem Eigentümer bis zur Eröffnung des Hotels rund drei bis vier Jahre. Die meisten Hotelprojekte, die wir aktuell verhandeln, werden demnach erst 2023 oder 2024 eröffnen.

Und bis dahin ist Covid-19 schon wieder vergessen?
Vergessen vermutlich nicht, aber ich gehe fest davon aus, dass Anfang nächsten Jahres mehrere Impfstoffe zugelassen und bis spätestens im Herbst 2021 in relevanten Mengen verfügbar sein werden. Damit sollten bis Ende 2021 auch weitgehend die Reiserestriktionen fallen und damit nachfrageseitig eine Erholung einsetzen. Bis 2024 sollten wir umsatzmäßig dann wieder auf  dem Niveau von 2019 angelangt sein.

Das klingt nach einer langen Durststrecke.
Die Durststrecke wird nicht für alle gleich lang sein, da sich die Nachfragesegmente unterschiedlich schnell erholen werden. Regionale und inländische Gäste werden schneller zurückkehren als internationale Gäste. Zeitgleich wird sich das Freizeitreisensegment früher  wieder auf Vorkrisenniveau befinden als jenes der Geschäftsreisenden.

Viele Marktteilnehmer glauben, dass es in den nächsten Monaten noch ein großes Hotelsterben geben wird. Teilen Sie diese Meinung?
Es wird sicherlich zu einer Marktbereinigung kommen. Jene Hotels und Hotelgruppen, die bereits vor der Krise strauchelten, werden ihre Cash-Reserven schneller aufgebraucht haben und vom Markt verschwinden. Jene, die über die letzten Jahre gut gewirtschaftet haben, sollten mit einem blauen Auge davonkommen.

Und Sie zählen sich zu den „Blaue-Augen-Kandidaten“?
Unsere Hotels sind unter anderem durch ihre Individualität klar positioniert und der Vergleich mit den Mitbewerbern zeigt, dass wir relativ zum Gesamtmarkt in den aktuellen Krisenzeiten sogar noch besser abschneiden. Daher sind wir guter Dinge, dass wir sicher durch die Krise kommen werden.

Trotzdem setzt 25hours derzeit auch auf das Longstay Segment und bietet Hotelzimmer zur Büronutzung als Alternative zum Homeoffice an.
Alle Hoteliers versuchen kreative Ansätze zu finden, um die Umsatzpotenziale, die sie haben, so gut wie möglich auszuschöpfen. Da zählt in unserem Fall die Büronutzung des Hotelzimmers genauso dazu, wie die Erweiterung und effizientere Nutzung unserer Außen- und  Terrassenflächen. In einem unserer Hotels in der Hamburger Hafencity sind wir beispielsweise gerade dabei, eine Terrassenfläche in einen Raclette- und Fonduegarten umzugestalten, der zusätzliche Gastronomieumsätze bringen soll.

Werden diese Änderungen, die wir durch die Corona Krise erleben, zu einem Paradigmenwechsel in der Hotellerie führen?
Ich bin der Meinung, dass gewisse Digitalisierungsprozesse, wie der mobile Check-In, durch die aktuelle Situation schneller vorangetrieben werden. Einen großen Paradigmenwechsel sehe ich in unserer Branche jedoch nicht.

kollenzFlorian Kollenz
Chief Development Officer
25hours Hotels

25h

www.25hours-hotels.com

Dieser Artikel ist im aktuellen Handelsblatt Journal „Immobilienwirtschaft“ erschienen.

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