Co-Living wird erwachsen: Wohnen als Service

von Esther Bahne

Corona als Brennglas: Wenige Metaphern werden im öffentlichen Diskurs gerade so gerne gezückt. Viele Themen, schon lange auf der Agenda, sind plötzlich unausweichlich – weil sich Verhalten bereits ändert, bevor die Regeln nachziehen, und weil Bedarfe entstehen, denen Märkte nun folgen. Deutschlands Fahrradhändler fuhren in wenigen Monaten Rekordzahlen ein und Berlin Kreuzberg legte neue Radwege an – über Nacht. Die Abende verlagerten sich auf die Straße und München erfand den Schanigarten neu. Das Bild unserer Städte hat sich unter Druck verändert. Was davon sollte bleiben? Continue reading

Low-Tech: Die Zukunft des Immobilienmarktes

Mit energieautarken Gebäuden Investitionen senken und Einnahmen erhöhen

von Prof. Timo Leukefeld

in Wohnraum investieren? Explodierende Baukosten, geringe Rendite – viele Anleger winken ab. Es braucht clevere, disruptive Geschäftsmodelle, um Bewegung in den Immobilienmarkt zu bringen und neue Anreize zu schaffen. Lösungen bieten energieautarke Häuser. Sie nutzen konsequent die krisensichere Energiequelle Sonne. Ein neuer Low-Tech-Ansatz senkt die Baukosten. So sichern diese Gebäude Investoren und Vermietern eine zwei bis drei Euro höhere Kaltmiete und ihren Bewohnern Unabhängigkeit in Bezug auf Strom, Wärme und EMobilität. Sie schaffen „leistbaren“ Wohnraum, ihr CO2-freier Betrieb macht sie ökologisch einzigartig. Continue reading

Zwischen Home Alone und Club-Atmosphäre

Zwischen Home Alone und Club-Atmosphäre

Tektonische Verschiebung bei Büroimmobilien?

von Prof. Dr. Thomas Beyerle

In unserer zunehmend ökonomisierten und effizienten Welt hat die Frage nach dem „Was will  der Mensch wirklich?“ fast schon einen philosophischen Charakter. Ändern wir die Fragestellung  mit Blick auf die moderne Bürotätigkeit nur leicht ab in „Wie will der Mensch zukünftig arbeiten?“, kommt mit Wucht das Preisschild um die Ecke geflogen. Hier die Anbieter von funktionalen, zentralen oder weniger zentralen, effizienten oder weniger optimalen Büroimmobilien, die mit marktadäquaten Mieten locken. Dort der Wunsch der Nutzer „zukünftig doch etwas mehr Home Office zu machen“. Diese Gleichung kann folglich nicht aufgehen. Ein kurzes, doch nachvollziehbares Ergebnis wäre: Insgesamt benötigen wir zukünftig weniger Bürofläche. Derweil kommt der weltgrößte Versuch „ob Remote Working denn auch funktioniert“ gerade in die Verlängerung.

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Wohnen der Zukunft

Nachhaltige und branchenübergreifende Konzepte sind die Antwort auf sich verändernde Bedürfnisse

von Henrik Thomsen

2020 ist das Jahr, in dem sich Wohnen grundsätzlich verändert. Die Menschen ziehen sich ins Private zurück, sie verbringen deutlich mehr Zeit in ihrer Wohnung als noch bis vor Kurzem. Aufgrund der COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Ansteckungsgefahr wollen und müssen viele zuhause bleiben – auch, um dort zu arbeiten. Sogar ein „Recht auf Homeoffice“ wird diskutiert. Die Wohnung wird folglich noch mehr zum Lebensmittelpunkt. Continue reading