Rückblick 2018

Die Handelsblatt Jahrestagung Health, die wegweisende strategische Konferenz und Netzwerkplattform für TOP-Entscheider des deutschen Gesundheitswesen, wurde 2018 erstmals gemeinsam von Herrn Prof. Dr. Jürgen Wasem, Universität Duisburg-Essen und Frau Prof. Dr. Marie-Luise Dierks, Leiter Patientenuniversität an der Medizinischen Hochschule Hannover moderiert. Das Moderatoren-Duo ergänzte sich fachlich hervorragend und brachte die Tagung mit inhaltlich kontroversen Fragestellungen zum Erfolg.

Auf der Tagung konnten die gesundheitspolitischen Entscheider Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung sowie Cornelia Prüfer-Storcks, Gesundheitssenatorin der Stadt Hamburg begrüßt werden. „Der Fachkräftemangel ist momentan eine der größten Herausforderungen in der Pflege. Der Handlungsdruck ist immens. Wir müssen den Pflegekraft-Exodus schnellstmöglich durch bessere Arbeitsbedingungen und mehr Pflegekräfte stoppen und umkehren“, machte Andreas Westerfellhaus klar. Im Frühjahr 2019 werden Maßnahmen der Bundesregierung für eine strukturelle Veränderung in der Pflege auf den Weg gebracht, so  Westerfellhaus.

Andreas Storm,  Vorstandsvorsitzender, DAK, Torsten Kafka, Vorstand, Hanseatische Krankenkasse und Rainer Striebel, Vorstandsvorsitzender, AOK Plus eröffneten die Jahrestagung mit einer Diskussion über die Folgen des gerade im Bundestag verabschiedeten Versichertenentlastungsgesetz GKV-VEG. Andreas Storm veranschaulichte den massiven Anstieg der Finanzreserven der AOKn im Zeitablauf: nahezu die Hälfte der GKV-Finanzreserven entfällt mittlerweile auf AOKn; während die Finanzreserven der Ersatzkassen nur noch weniger als ein Drittel betragen.

Storm stellte folgende Forderungen als Grundlage für eine gerechte  GKV-Finanzierung auf:

  • Ergänzung des Morbi-RSA um eine Regionalkomponente
  • Einführung einer Alters-Schweregrad-Differenzierung beim Merkmal
  • Erwerbsminderungsrentner
  • Einführung von Altersinteraktionsterme
  • Streichung der DMP-Programmkostenpauschale
  • Einführung eines Hochrisikopools
  • Umstellung der Krankheitsauswahl auf den Schweregrad
  • Einführung verbindlicher Kodierrichtlinien
  • Vereinheitlichung des Aufsichtshandelns

Storm berichtete, dass die Rücklagen der DAK bei derzeit 0,3 Prozent einer Monatsausgaben nur knapp über dem vorgeschriebenen Minimum liege. Für das kommende Jahr sieht er keinen Raum für einen Beitragssenkung seiner Kasse. Er forderte eine schnelle Reform des Finanzausgleichs, die Änderungen müssten spätestens im September 2019 im Gesetzblatt stehen.

Das Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen dominierte die Tagung. Auf der Agenda standen die neuesten Entwicklungen bei der digitalen Patientenakte, die Potentiale der Robotic in der Pflege und die Veränderungen des Arztberufes durch die Nutzung von Big Data. Prof. Dr. Jochen Werner,  Ärztlicher Leiter und Vorsitzender des Vorstandes, Universitätsmedizin Essen machte klar, dass sich das Arztbild in den kommenden 15 Jahren massiv verändern würde. Der Arztberuf entwickelt sich vom Wissensmanager zum prozessorientierten Denker und Patientenlenker. Wir dürfen den größten Wandel der Menschheit erleben, so Werner. In 15 Jahren wird es einen selbständigen Bereich diagnostische Medizin geben, der datengetrieben sei, erläuterte Werner.

Die Referenten-Beiträge in dem Newsbereich auf dieser Internetseite geben Ihnen einen interessanten Einblick in die weiteren Inhalte und Diskussionen der Handelsblatt Jahrestagung Health 2018. Den Sprechern, Diskussionsteilnehmern und Moderatoren sei herzlich für Ihren Beitrag zum Gelingen der Tagung gedankt.