Mit Daten Leben retten

von Andreas Giese

Täglich werden 2,5 Trillionen Bytes neue Daten erzeugt. Ein Großteil davon entsteht im Bereich Gesundheit, zum Beispiel bei jedem Arztbesuch, durch jedes Training mit einer Fitness App, durch Medizingeräte im Krankenhaus oder Laboruntersuchungen. Diese Daten sind wichtig, um mit modernen Analysemethoden Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie man die Früherkennung, Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten verbessern kann. Entscheidend ist dabei die Kombination der verschiedenen Datentypen und die Qualität der Daten, welche die Grundlage für neue Therapien schaffen können.

Medizin 4.0 durch Patientendaten
Beispielsweise lässt sich mit Hilfe von künstlicher Intelligenz die invasive Behandlung bei Parkinsonpatienten verbessern. Durch die Verknüpfung von patientenspezifischen Daten mit Informationen aus Behandlungen vieler anderer Patienten wird letztlich aus einer zeitaufwändigen, komplexen Operation ein standardisiertes, sicheres, präzises und schnelles Verfahren. Der Patient wird gezielter und individuell behandelt, erhält dadurch einen höheren Therapieeffekt und in Folge eine Verbesserung der Lebensqualität. Die Herausforderung: Gesundheitsdaten unterliegen zu Recht den hohen Anforderungen des europäischen Datenschutzes. Zusätzlich sind diese Daten nicht zentral zugänglich, sondern entstehen und verbleiben häufig an verschiedenen Orten: Beim Hausarzt, in der Klinik oder im Forschungslabor.

Ein strukturierter Datenpool ist die Voraussetzung für verbesserte Präventions-, Versorgungs- und Behandlungsansätze. Es existieren bereits Millionen von Einzeldaten, die in Kombination einen erheblichen Beitrag zur Forschung und Entwicklung leisten können. Und das Gute: Jeder einzelne Patient kann mit einer Datenfreigabe die Zusammenführung dieser Daten unter Einhaltung der hohen europäischen Datenschutz-Standards unterstützen. Dabei soll er selbst darüber bestimmen, ob und von welchen Nutzergruppen seine Gesundheitsdaten verwendet werden dürfen – ohne die
eigene Identität preisgeben zu müssen.

Durch Technologie zu mehr Datentransparenz
Das A und O bei einem solch sensiblen Thema heißt Aufklärung und Transparenz. Daher ist es umso wichtiger, dass Patienten erfahren, welche Daten erfasst werden, welchen Nutzen sie haben können und wer durch Zugriff auf diese Daten einen Beitrag zur besseren medizinischen Versorgung leisten kann. Denkbar ist eine Art digitaler Datenfreigabepass ähnlich zum Organspendeausweis, durch den der Patient selbst entscheiden kann, was mit seinen medizinischen Daten passiert und welchen Beitrag sie zum medizinischen Fortschritt leisten sollen. ■

Andreas GieseAndreas Giese,
Geschäftsführer bei Snke OS

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www.snkeos.com

Über Snke OS
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