Gesundheits-Apps: Jeder zweite entdeckt sie im Internet

Gesundheits-Apps: Jeder zweite entdeckt sie im Internet

Dr. Johannes Bohmann, Leitender Redakteur, solutions by Handelsblatt Media Group

Nachdem die ersten Digitalen Gesundheitsanwendungen für die kassenärztliche Verschreibung zugelassen sind, sind die DiGa das Gesprächsthema der Stunde. Wie aber erfährt man überhaupt über sie?

Nach der Tinnitus-App Kalmeda und dem Psychotherapie-Programm Velibra hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zwei weitere digitale Gesundheitsanwendungen für die Kassenerstattung vorläufig gelistet: die App Zanadio des Hamburger Herstellers Aidhere, die Nutzern helfen soll, ihr Gewicht zu reduzieren – und die Anwendung Vivira vom gleichnamigen Berliner Start-up, die bei der Behandlung von Rücken-, Knie- und Hüftschmerzen unterstützt.

Trotz lebhafter Diskussionen über mögliche Datenschutz-Probleme ist davon auszugehen, dass die Zahl der „Apps auf Rezept“, wie sie auch genannt werden, rasch steigen dürfte. Interessant ist deshalb die Frage, wie Patienten überhaupt von der Existenz solcher Apps erfahren und wie tief das Wissen um sie ist.

Dass Ärzte dazu – noch – wenig beitragen, ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Gapfish im Auftrag der Berliner Analysefirma E-Patient-Analytics, die am 26. Oktober vorgestellt wurde. Nur eine kleine Gruppe der 2700 Befragten gab an, eine App oder ein Onlineprogramm von ihrem Arzt empfohlen (13,5 %) oder verschrieben (4,3 %) bekommen zu haben.

Deutlich wichtiger sind bislang andere Verbreitungswege. Fast jeder Zweite (46,3 Prozent) gab an, ein Programm im Internet oder App-Store entdeckt zu haben. Mehr als jeder Fünfte (21,4 Prozent) bekam sie von Freunden, Verwandten oder anderen Patienten empfohlen. Weniger wichtig Rollen spielten Werbung (14 Prozent), Krankenkasse (13 Prozent) und Krankenhaus (2,7 Prozent).

Eine interessante Beobachtung im Zeitvergleich ergänzt E-Patient-Analytics-Geschäftsführer Alexander Schachinger gegenüber Handelsblatt Inside. Er weist darauf hin, dass das Internet und App-Stores an Bedeutung als Kanal verlieren. In der Vorjahresbefragung gaben noch 67 Prozent der Befragten an, darüber an eine Anwendung gekommen zu sein. „Krankenhäuser, Krankenkassen, Apotheken und Ärzte nehmen hingegen an Bedeutung zu“, sagt Schachinger.

 

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