Digitalisierung im Gesundheitswesen | Die Aufholjagd hat begonnen

von Peter Vullinghs

Dass die Zukunft digital ist, wussten wir schon vor dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus. Dennoch beobachte ich mit Erstaunen, wie viel Aufwind die Transformation in den letzten Monaten durch die Pandemie bekommen hat. Und ich freue mich, dass wir im gemeinsamen Kampf gegen SARS-CoV-2 den Mut finden, mehr Digitalisierung zu wagen. Mit dem Zukunftsprogramm Krankenhäuser stellt die Bundesregierung nun drei Milliarden Euro zur Verfügung.
Krankenhäuser sollten diese Investitionsmittel nutzen, um Rückstände aufzuholen – zumal der digitale Reifegrad zukünftig direkten Einfluss auf die DRG-Erlöse haben wird. Medizin 4.0 kann allerdings nur gelingen, wenn zuvor eine Auseinandersetzung mit den Prozessen stattgefunden hat, denn Digitalisierung bedeutet mehr als die einfache Übertragung von analogen in papierlose Workflows.

Digitalisierung und Prozessoptimierung müssen Hand in Hand gehen
Prozessoptimierung und -standardisierung sind universelle Hebel zur Steigerung von medizinischer Qualität und Wirtschaftlichkeit im Krankenhaus. Optimale digitale Workflows machen Informationen für alle an der Versorgung der Beteiligten jederzeit und überall verfügbar. Philips bietet zahlreiche klinische IT-Systeme, die das vernetzte Arbeiten sowohl zwischen den Berufsgruppen, Abteilungen und Standorten des Krankenhauses als auch über die Sektorengrenzen hinweg erleichtern. Sie reichen von Lösungen für die Radiologie, Kardiologie und die Intensivmedizin über ein Patientendatenmanagementsystem und ein Patientenportal bis hin zu Anwendungen für die Telemedizin. Eine nicht zu unterschätzende Hürde für die Digitalisierung steht jedoch gleich am Anfang: die Identifikation der relevanten Handlungsfelder. Krankenhäuser sind gefordert, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und strategisch zu entscheiden, welche Lösungen den größten Nutzen versprechen. Dabei können wir von Philips unterstützen. Wir analysieren die wichtigsten Prozesse und bewerten deren Qualität – zunächst unabhängig vom Digitalisierungsgrad. Dort, wo wir Verbesserungspotenzial identifizieren, schauen wir besonders genau hin und prüfen, ob sich mithilfe digitaler Tools Steigerungen in Behandlungsqualität und Wirtschaftlichkeit erzielen lassen. Anschließend priorisieren wir die Handlungsfelder, für die eine Förderung im Rahmen des Zukunftsprogramms Krankenhäuser in Frage kommt. Außerdem – und das ist das Besondere an unserer Beratung – lassen wir die Häuser in der operativen Phase nicht allein. Vielmehr legen wir bei Optimierungsprojekten den Fokus auf die Implementierung. Dabei ist die Schaffung von Transparenz ganz entscheidend.

Transparenz durch digitale Tools
Philips hat eine ganze Reihe digitaler Tools im Portfolio, die Prozesse nachvollziehbar und damit beurteilbar machen. So ist jederzeit eine Standortbestimmung möglich, die zeigt, welche Maßnahmen greifen und an welchen Stellschrauben noch gedreht werden muss. PerformanceFlow kann zum Beispiel helfen, die Abläufe in der Notaufnahme zu optimieren. Die Plattform erlaubt die Echtzeit-Ortung wichtiger Ressourcen wie mobiler Geräte aber auch Personen und die Analyse dieser Bewegungsdaten. PerformanceBridge gibt detaillierte Einblicke in die Leistung bildgebender Systeme und ermöglicht unter anderem Analysen der Auslastung sowie der Untersuchungs- und Wartezeiten. Ein weiteres Beispiel ist IntelliVue Guardian. Das automatisierte Frühwarnsystem unterstützt Pflegekräfte auf der Normalstation dabei, Verschlechterungen des Patientenzustands rechtzeitig zu erkennen. Dadurch kann die Zahl der Kreislaufstillstände und ungeplanter Verlegungen auf die Intensivstation verringert werden. Zusätzlich erfahren die Pflegekräfte eine spürbare Entlastung.

Dem Fachkräftemangel begegnen
Digitalisierung und Prozessoptimierung sind folglich auch Antworten auf den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen. Allein auf deutschen Intensivstationen sind tausende Stellen unbesetzt, hinzu kommt eine hohe Personalfluktuation. Die Coronakrise zeigt einmal mehr die Dringlichkeit nach personeller Entlastung, die auch mittels Digitalisierung erreicht werden kann. Gleichzeitig treibt sie Lösungen für das Arbeiten in virtuellen Netzwerken voran, das in Zeiten von Smart Distancing rasant an Bedeutung gewonnen hat. Im Zuge der gesetzgeberisch gewollten qualitätsorientierten Zentrenbildung und Spezialisierung können Häuser mit entsprechenden Leuchttürmen, bleiben wir beim Beispiel Intensivmedizin, kleineren Häusern ihre Leistungen anbieten. Diese Unterstützung aus der Ferne kann maßgeblich dazu beitragen, spezialisierte Expertise flächendeckend verfügbar zu machen und insbesondere auf dem Land eine bedarfsgerechte, wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. ■

Peter Vullinghs, Market Leader, Philips GmbH Market DACH

 

Philips

www.philips.de/healthcare