Digital-Health-Index: Estland, Kanada, Dänemark und Israel vorn – Deutschland auf Platz 16

Digital-Health-Index

Dr. Johannes Bohmann, Leitender Redakteur, solutions by Handelsblatt Media Group

Corona hat der Digitalisierung des Gesundheitswesens weltweit Beine gemacht. Neben den traditionellen Vorreiternationen auf diesem Gebiet – Estland, Kanada und Dänemark – zählt auch Israel zur Spitzengruppe.

Israel gehört zu den Ländern, die zurzeit besonders stark von einer zweiten Coronawelle getroffen sind. Zugleich aber zählt es mittlerweile zu den Vorreitern in Sachen digitaler Medizin. Das ergibt der von der Bertelsmann-Stiftung erstellte „Digital-Health-Index“ – in dem Deutschland nur auf Platz 16 landet, dem vorletzten bei 17 untersuchten Nationen.


Die dem Index zugrundeliegenden Faktoren sind der Durchschnittswert für die Schaffung legaler Grundlagen (Digital Policy), einer digitalen Infrastruktur (Digital Health Readiness) und der sich daraus ergebenden Nutzung der Daten von ÄrztInnen und PatientInnen (Actual Use of Data). Alle Faktoren werden als Wert zwischen 0 (wenig bis nicht) und 100 (vollständig) angegeben.

Gegenüber Handelsblatt Inside versuchte der israelische Tech-Investor Yair Schindel (u.a. Health-Tech-Fonds „A-Moon“) den Abstand zwischen Israel und Deutschland zu erklären. Zwar habe die Telemedizin auch im technikkritischen Deutschland durch Covid-19 einen erkennbaren Aufschwung erlebt. Jedoch profitiere man nicht, wie in Israel, von einer bereits seit langem existierenden breiten Datenbasis: „99 Prozent der Bevölkerung haben in Israel ein digitalisiertes persönliches Gesundheitsdossier, in dem alle relevanten Daten der letzten 25 Jahre gespeichert sind.“ Das erweise sich als „Goldgrube“ für die Digitalisierung. Zudem habe man, anders als in vielen westlichen Ländern, in Israel weniger Bedenken mit der Speicherung persönlicher Daten, weil man begreife, dass die Gesundheit mit Künstlicher Intelligenz und Big Data verbessert werden könne.

 

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