„Die TI ist die Datenautobahn in Richtung Digitalisierung“

Oliver Neufuß ist Geschäftsführer der Ingenico Healthcare GmbH, einem Unternehmen der Worldline-Gruppe und Marktführer im Bereich eHealth-Kartenterminals. Im Gespräch mit der Handelsblatt Journal Redaktion hat er die wachsenden Anforderungen des Gesundheitswesens wie z. B. die elektronische Patientenakte, den elektronischen Medikationsplan oder das elektronische Rezept zum Wohle der Versicherten fest im Blick.

Herr Neufuß, Gesundheitskartenterminals als wichtiger Bestandteil der Telematikinfrastruktur (TI) sind aus deutschen Arztpraxen nicht mehr wegzudenken, an „die Zeit davor“ kann man sich kaum noch erinnern. Helfen Sie uns auf die Sprünge.
Für uns war der Weg bis zur Zulassung unserer Geräte wirklich spannend und herausfordernd. Diese wurden intensiv durch die gematik und das BSI auf Herz und Nieren geprüft. Da es sich um Erstzulassungen für den Betrieb der Online-TI handelte, wurden im laufenden Zertifizierungsprozess wiederholt neue Anforderungen an die Sicherheit, aber auch an die Interoperabilität unserer Terminals gestellt, so dass dieser Prozess weit über das gewohnte Maß hinaus ging.

Ans Aufgeben haben Sie während dieser Zeit nie gedacht?
Wir waren immer der Überzeugung und sind es heute umso mehr, das Richtige zu tun, indem wir einen wesentlichen Beitrag zur Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems leisten. Bereits zu meiner aktiven Zeit als Rettungssanitäter wurde mir klar, wie lebenswichtig die durchgängige Vernetzung aller Elemente der Rettungskette ist. Genau darum geht es auch in der Telematikinfrastruktur: Die durchgängige, hoch verfügbare und sichere Vernetzung aller Beteiligten des Deutschen Gesundheitswesens zum Wohle der Versicherten und Patienten.

Wie geht diese Fahrt in Richtung Digitalisierung für Sie und Ihr Team weiter?
Kurzfristig werden wir für unser stationäres Terminal ORGA 6141 online mit der Firmware 3.8.0 ein neues Software-Release veröffentlichen, welches weitere unterstützende Funktionen für die Service-Mitarbeiter vor Ort bereitstellt. Dazu gehört zum Beispiel eine Status-Anzeige via QR-Code-Ausgabe. Darüber hinaus werden wir erstmals eine Support-App für unsere Terminals anbieten, welche z.B. die Dokumentation der Inbetriebnahme weiter verbessert. Dabei wird es aber natürlich nicht bleiben. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem es besonders spannend wird, da mit dem Notfalldatensatz, dem elektronischen Medikationsplan und dem elektronischen Rezept endlich die ersten „Autos auf die Autobahn“ kommen. Hinzu kommt die Einführung der elektronischen Patientenakte als zukünftiges Herzstück der Digitalisierung. Hier müssen die gleichen Sicherheitsstandards wie für die bereits bestehenden Elemente der TI implementiert werden, damit die Daten der Versicherten nicht in falsche Hände geraten. Wir werden unseren Beitrag leisten, um die sichere Vernetzung der Leistungserbringer langfristig zu gewährleisten und weiter zu verbessern. Dies umfasst neben der Weiterentwicklung unseres Terminal-Portfolios auch die Virtualisierung entsprechender Dienste und Services. Hierfür planen wir, gemeinsam mit unseren neuen Kollegen der Worldline Gruppe, passende Lösungen, wie zum Beispiel sichere Authentifizierungsdienste, zu entwickeln, um Versicherten aber auch Anbietern von DiGAs und DiPAs einen lesenden oder schreibenden Zugriff auf die ePA zu ermöglichen. ■

Oliver Neufuß, Geschäftsführer der Ingenico HealthCare GmbH

Ingenico Worldwide

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