Der Höhenflug von Digital-Health-Papieren – dank Corona

Dr. Johannes Bohmann, Leitender Redakteur, solutions by Handelsblatt Media Group

Steil aufwärts: So verliefen die Kursbewegungen von Digital-Heath-Aktien in den vergangenen fünf Monaten. Die Rating-Agentur Morningstar hat sie analysiert.

Digital Health-Produkte haben in der Pandemie einen einzigartigen Höhenflug erlebt. Entsprechend kannten die Aktien der entsprechenden Anbieter in den vergangenen Monaten nur eine Richtung: aufwärts. Teilweise kam es bis zur Vervierfachung von Unternehmenswerten. Das norwegische KI-Diagnose-Tool „ContextVision“ etwa legte von Ende März bis Ende August um stolze 316 Prozent zu.

Zwar kommt nun erstmals, wie Handelsblatt Inside berichtet, Zweifel an einer Fortsetzung des Booms auf, namentlich im Bereich der Telemedizin. Anlass ist die Übernahme des digitalen Diabetes-Programms Livongo durch den US-amerikanischen Telemedizin-Anbieter Teladoc: Die Börse reagierte auf den Deal überraschend skeptisch. Am Tag der Verkündung des Deals fielen die Aktien von Teladoc bis Börsenschluss um 19 und die von Livongo um elf Prozent. Die Skepsis, so Handelsblatt Inside, rühre unter anderem daher, dass Teladoc für die Übernahme von Livongo das 30-fache des für 2021 prognostizierten Umsatzes des Unternehmens bezahlt. Es kämen, so Handelsblatt-Experte Julian Olk, „aber auch grundsätzliche Zweifel auf, die die Nachhaltigkeit des Booms um digitale Gesundheitslösungen durch die Corona-Pandemie an den Börsen offen infrage stellen.“

Man wird beobachten müssen, ob die Skepsis begründet ist und wie die weitere Entwicklung verläuft – zumal auch zum weiteren Verlauf der Pandemie alle Aussagen weitestgehend nur spekulativ sein können. Rückblickend aber kann man zum jetzigen Zeitpunkt festhalten, welche Rekorde Digital-Health-Papiere in den zurückliegenden fünf Monaten erlebt haben. Eine Analyse der Rating-Agentur Morningstar zeigt die Kursgewinne von zehn ausgewählten Produkten auf:

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