Energiewende – Warum Erdgas unverzichtbar ist


von Maria Moraeus Hanssen

Die Förderung von Öl und Gas ist seit nunmehr 120 Jahren das Kerngeschäft der DEA Deutsche Erdoel AG. Die DEA hat über die Zeit die Standards der Branche in Deutschland mit entwickelt und gesetzt. Auch DEA hat sich heute neuen Herausforderungen zu stellen.

Die Unternehmen der Öl- und Gasbranche (E&P) müssen gleichzeitig zwei Aufgaben lösen: einerseits besteht die Notwendigkeit, aufgrund des Wettbewerbs so kosteneffi zient wie möglich zu produzieren, andererseits muss man der erforderlichen Dekarbonisierung Rechnung tragen und einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten.

Das DEA-Management ist überzeugt, dass Erdgas als CO2-armer fossiler Energieträger im zukünftigen weltweiten Energiemix eine wichtige Rolle spielen kann. Als Partner und in Kombination mit Erneuerbaren Energien wird es einen wichtigen Anteil am Erreichen der Klimaziele von Paris haben. Blickt man auf die Szenarien der Internationalen Energieagentur (IEA) für die Jahre 2030 und darüber hinaus, spielt in jeder der Varianten Erdgas neben den Erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle. Schon jetzt ist bei Kraftwerksneubauten zu merken, dass weltweit eine Umstellung von Kohle zu Erdgas stattfindet.

Auch der deutsche Wärmemarkt ist ein wichtiger Absatzmarkt für Erdgas. Mehr als 40 Prozent aller Haushalte sind mit Erdgasheizungen ausgestattet. Diesen Bereich komplett zu elektrifi zieren dürfte vor allem das Stromnetz vor große Herausforderungen stellen, das bislang ohnehin nicht ausreichend dimensioniert ist, um den ganzen Windstrom aus dem Norden in den Süden Deutschlands zu transportieren.

Im Verkehrssektor wird Elektromobilität nicht alle Transportleistungen übernehmen können. Im Flugverkehr und im Gütertransport wird an anderen Lösungen gearbeitet. Gerade für die Schwerlasttransporter auf der Straße und die Binnenschiff fahrt bietet sich Erdgas als alternativer Kraftstoff an.

Die Unternehmen der E&P-Branche reagieren unterschiedlich auf die verschiedenen Zukunftsszenarien und damit verbundenen großen Veränderungsprozesse. Einige Akteure, deren Kerngeschäft nicht das ausschließliche Öl und Gasgeschäft ist, haben den kompletten Ausstieg beschlossen. Andere investieren stärker in Erneuerbare Energien und diversifi zieren ihr Geschäftsportfolio stärker.

DEA wird den neuen Anforderungen durch eine effi ziente und nachhaltige Produktion gerecht, dazu gehört die vollständige Transparenz des ökologischen Fußabdrucks. Das Hamburger Energieunternehmen produziert in Norwegen, Algerien und in Deutschland für den europäischen und für den deutschen Markt und verfolgt eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie. Jüngst ist DEA dem UN Global Compact beigetreten – der weltweit größten und wichtigsten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Die Unterzeichner orientieren sich an zehn universellen Prinzipien rund um die Themen Menschenrechte, Arbeitsbeziehungen, Umweltschutz und Korruptionsprävention.

Schon bisher erreicht DEA im Branchenvergleich des internationalen Verbands der Öl- und Gasproduzenten (IOGP) bei Emissionen und beim Energieverbrauch pro Produktionseinheit eine sehr gute Position. Dies zeigt auch der niedrige Carbon Footprint von 1,9 kg Kohlendioxidäquivalenten pro selbstproduziertem Barrel Öläquivalent im Vergleich zum Durchschnitt in der Branche. DEA will aber noch besser werden und setzt die erfolgreiche Arbeit in Sachen Umweltschutz und Sicherheit weiter fort. Entsprechend hoch waren auch 2017 wieder die Gesamtausgaben der DEA für Umweltschutz. Sie beliefen sich auf 85 Millionen Euro. Im Zuge eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wird DEA die operative Exzellenz weiter optimieren.

Zugleich wird auch die zunehmende Digitalisierung eine bedeutende Rolle dabei spielen, aufwändige technische Prozesse zu automatisieren, die Effizienz zu steigern und operative Risiken zu mindern. Innovative digitale Messtechniken bei der Exploration von Öl und Gas sowie eine hervorragende Kenntnis des Untergrundes auf Basis riesiger Datenmengen werden dazu führen, dass Eingriff e in die Umwelt verringert und die Förderung der wichtigen Rohstoff e noch effizienter werden wird. Neben den oben geschilderten Maßnahmen sind alle Öl- und Gasproduzenten gefordert, sich stärker dem öffentlichen Diskurs zu stellen und ihre Projekte im Abgleich mit den gesellschaftlichen Erwartungen zu gestalten.

Die Ziele der Energiewende bis zum Jahr 2050 zu erreichen wird eine große Aufgabe für die Energiebranche, die Industrie und den Verbraucher. Wenn es das Ziel ist, dem Klimawandel durch eine kosteneffi ziente und gesellschaftlich akzeptierte Reduzierung der CO2-Emissionen zu begegnen, muss Erdgas Teil der Lösung sein.

Maria Moraeus Hanssen, Vorstandsvorsitzende, DEA Deutsche Erdoel AG