Adieu, EEG: Warum der Einsatz von Biomethan trotzdem weiterhin lohnt


Adieu, EEG: Warum der Einsatz von Biomethan trotzdem weiterhin lohnt

Die Einspeisevergütung für Strom aus Biomethan, wie sie im Erneuerbare-Energien-Gesetz Platz fand, gehört bei den ersten Anlagen der Vergangenheit an. Für Biomethan ist deswegen aber noch lange nicht Schluss. Denn neben dem neuen Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) bietet unter anderem das Bundesemmissionshandelsgesetz (BEHG) einen Anreiz, sich dem grünen Gas weiter zu widmen.

Grüne Wärme dank Biomethan

So bleibt das Wohnen dank Strom und Wärme ein attraktiver Biomethan-Markt. Dafür sorgt zum Beispiel das GEG, im Grunde eine Zusammenführung des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG), der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG). Es verpflichtet beispielsweise bei Neubauten zur Nutzung Erneuerbarer Energie. Strom und Wärme, die aus Biomethan aus KWK-Anlagen stammen, zählen hier ebenso dazu wie die auf Biomethan basierende Nahwärme. Zudem darf nun auch Biomethan angerechnet werden, wenn es in einem Gasbrennwertgerät und zu mindestens 50 Prozent eingesetzt wird.

Mit Biomethan Produkte grün machen

Auch die Industrie ist weiterhin auf der Suche nach klimafreundlichen Alternativen zu Erdgas, sei es aus Image- oder Kostengründen. Biomethan bleibt hier der optimale Ersatz, weil aufgrund der Brennwerteigenschaften bei Anlagen oder technischen Rahmenbedingungen keinerlei Vorkehrungen getroffen werden müssen. Es lässt sich über das konventionelle Gasnetz transportieren und ist damit schneller eingeführt als jede andere Erneuerbare Energie. Zudem bedienen die verschiedenen Gasqualitäten sämtliche Anforderungen. Energieintensive Industrien, zu denen auch Glashütten zählen, sind außerdem emissionshandelspflichtig. Hier darf Biomethan gemäß Leitfaden der Deutschen Emissionshandelsstelle im jährlichen Emissionshandelsbericht mit dem Faktor 0 geltend gemacht werden – also ein klarer Kosten- und Imagevorteil.

CO2-Preis sparen mit Biomethan

Ab dem kommenden Jahr 2021 wird Biomethan an einer weiteren Stelle besonders attraktiv – nämlich anstelle von Erdgas! Das Bundesemmissionshandelsgesetz BEHG verpflichtet ab dann sogenannte Inverkehrbringer fossiler Energie zum Erwerb von Zertifikaten, um den freigesetzten CO2-Ausstoß auszugleichen. Das Prinzip ist bekannt von der THG-Minderungsquote im Verkehrssektor. Nun sind Mineralölkonzerne ebenso wie Erdgas-Anbieter gleichermaßen und unabhängig vom Sektor gefragt. Sie zahlen zunächst 25 Euro pro Tonne CO2. Ab 2025 erhöht sich der Preis auf 55 Euro pro Tonne CO2. 2026 soll Deutschland dann zumindest in den Sektoren Verkehr und Wärme ein eigenes System zum Zertifikatehandel bekommen. Die CO2-Preise entstehen dann innerhalb eines regulierten Preiskorridors von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Unklar ist dabei für viele Anbieter jedoch, ob sie die Mehrkosten auf die Kunden umlegen können oder ob sie selbst dafür aufkommen müssen. Klar ist aber der Anreiz, Biomethan mit seinem unschlagbaren CO2-Preis von 0 Euro beizumischen. Denn je größer der Anteil des grünen Gases, desto geringer der CO2-Preis – und desto höher der Wettbewerbsvorteil!

Die neue Währung heißt Treibhausgas-Emission

Es gilt: Je niedriger die Treibhausgas-Emissionen eines Rohstoffs zur Erzeugung des grünen Gases, desto besser sind die Vermarktungsmöglichkeiten und die Vergütung. So wird Gas aus Nawaro wie Mais schlechter bewertet als Biomethan aus Abfall- und Reststoffen oder Gülle und Klärschlamm. Die Zertifizierung einer Biogas-Anlage bringt weitere Vorteile. So dürfen aktuell zum Beispiel nur diejenigen Anlagenbetreiber den Kraftstoffmarkt bedienen, die nach REDcert oder ISCC zertifiziert sind und den Nachweis der nachhaltigen Lieferkette erbringen. Diese Überprüfungen sind auch bei Strom und Wärme absehbar.

In etwa zehn Jahren ist die EEG-Vergütung zwar weitgehend Geschichte. Bis dahin aber werden sich völlig neue Geschäftsmodelle rund um Biomethan entwickelt haben. Dieser Ausblick sollte Anlagenbetreiber ruhiger schlafen lassen.