Flexibilität optimal bewirtschaften

Flexibilität optimal bewirtschaften

Das Management von Flexibilität wird auf den Energiemärkten von heute immer wichtiger. Fluktuierende Energieerzeuger, Energiespeicher und flexible industrielle Erzeuger und Verbraucher werden ausgebaut und häufiger vermarktet als je zuvor. Gleichzeitig gehen Kern- und Kohlekraftwerke vom Netz. Dieser Wandel der Energiewirtschaft rückt die Kurzfristmärkte in den Fokus. Gleichzeitig kann kein erfolgreiches Risikomanagement auf die langfristige Bewirtschaftung der Assets verzichten.

Unterschiedliche Aufgaben bei Kurz- und Langfristbewirtschaftung

Bei der Bewirtschaftung flexibler Erzeuger und Verbraucher werden grundsätzlich zwei unterschiedliche Ziele verfolgt:

  • Optimale Vermarktung von Erzeugung und Nachfrage, um Erlöse zu maximieren.
  • Risikomanagement des entsprechenden Exposures im Bezug auf Preise und Volatilität, um Ergebnisausschläge auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Kurzfristbewirtschaftung wird dabei immer wichtiger für die Optimierung der Ergebnisse, während die Langfristbewirtschaftung eher die Risikostrategie absichert und Ergebnisausschläge reduziert.

Ein Vergleich der Day Ahead Preise an der Strombörse und der Ausgleichsenergiepreise (reBAP) (siehe Abb.1) der Übertragungsnetzbetreiber für physische Ausgleichsenergielieferungen in die Bilanzkreise zeigt: Die Ausgleichsenergiepreise zeigen eine höhere Volatilität und liegen im Monatsschnitt häufig deutlich über den entsprechenden Day Ahead Preisen. Wesentliche Einflußgröße dabei ist derzeit das Wetter und die daraus folgende kurzfristig schwankende Stromeinspeisung.

Grafik: durchschnittlicher monatlicher reBAP
Abb. 1 (Quelle: Neas Energy)

Das unterschiedliche Verhalten von Day Ahead- und reBAP-Preisen schafft Potenzial für Kostensenkungen bei entsprechender Nutzung des Intraday Handels. Voraussetzung ist allerdings, dass das Management der Flexibilitäten systemtechnisch unterstützt und automatisiert wird. Zum einen müssen die Prozesse sicher abgebildet werden, da die Fehlertoleranz sehr gering ist. Zum anderen ist die Geschwindigkeit beim Handel von monetärer Bedeutung. Um alle Potenziale zu heben ist es notwendig, den manuellen systemgestützten und den vollautomatisierten Handel in das richtige Verhältnis zu setzen und an die Marktentwicklung anzupassen.

Beispiel Bilanzkreisbewirtschaftung bei Energielieferanten

Die Ausgleichsenergiekosten sind für Energielieferanten eine Risikoposition und gehen auch in die Angebotskalkulation ein. Auch hier werden kurzfristige Prognoseanpassungen immer bedeutender. Um das Risiko optimal zu managen, müssen Lieferanten am 24/7 Handel teilnehmen. Alternativ können sie diese Position an einen Energiehändler abgeben, der die Ausgleichsenergiekosten auf einem gewissen Niveau absichert. Hier steht das Ziel im Vordergrund, Risiken zu minimieren und Kosten planbarer zu gestalten.
Der Händler nutzt wiederum den 24/7 Handel und entsprechende Systeme, um die Prognose des Energiebedarfs während des Tages bis kurz vor der Lieferung möglichst optimal an den tatsächlichen Verbrauch anzupassen.

Beispiel Gaskraftwerke

Flexible Gaskraftwerke spielen eine große Rolle für die Energiewende. Allerdings sind die Investitionskosten hoch und das Energiepreisniveau zu deren Deckung noch zu niedrig. Daher müssen ihre Betreiber alle Möglichkeiten nutzen, um die Erlöse aus der Flexibilität zu maximieren.

Grafik: Futures vom 08.12.2017
Abb. 2 (Quelle: Neas Energy)

Die Forwardmärkte als Abbildung der erwarteten Spotpreise zeigen derzeit einen gemäßigten Anstieg der Strompreise in der Zukunft (Abb.2).
Bei Gaskraftwerken wird dafür die Differenz (Spread) zwischen den Eingangsgrößen

  • Erdgaspreis mit einem entsprechenden Wirkungsgrad sowie
  • European Emission Allowances (EUA)-Preis

und dem erlösten Strompreis optimiert.

Entsprechend der Risikostrategie wird die Langfristbewirtschaftung durchgeführt, in der Kurzfristbewirtschaftung liegen wesentliche Potentiale für die Ergebnisoptimierung.

Wichtig ist dabei, Strom, Gas und Zertifikate gleichzeitig zu bewirtschaften. Alle Vermarktungsmöglichkeiten (physisch und finanziell) müssen sowohl lang- als auch kurzfristig berücksichtigt werden. Eine maßgeschneiderte Systemunterstützung spielt hier insbesondere auf den Kurzfristmärkten eine bedeutende Rolle.

Über:

Die Neas Energy GmbH mit Sitz bei Düsseldorf ist ein internationales Energiehandelsunternehmen mit besonderem Fokus auf die Optimierung und das Management der Portfolien unserer Kunden. Neas Energy ist europaweit auf den Märkten für Strom, Erdgas und CO2 aktiv und bietet zahlreiche Dienstleistungen für Erzeuger, Verbraucher sowie Großhandelspartner.

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