Die Wettbewerbsfähigkeit von Stadtwerken liegt in der IT und energiewirtschaftlicher Agilität

Der technische und regulatorische Aufwand zur Steuerung des zunehmend dezentraleren Energiesystems nimmt durch die Volatilität der Einspeisung der erneuerbaren Energien weiter zu. Wo früher rund 160 Großkraftwerke in Deutschland nach Nachfrage gesteuert wurden, werden in Zukunft 100 tausende Erzeugungsanlagen nach meteorologischer Verfügbarkeit und Netzauslastung zu managen sein. Dies erfordert die Flexibilisierung von Erzeugung und Verbrauch sowie Ansätze zur Speicherung über Batterien sowie die Kopplung der Sektoren Verkehr, Industrie und Wohnungswirtschaft mit der Energiewirtschaft.

Dabei nehmen die quantitativen und qualitativen Anforderungen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit zu. Die stark zunehmende Bedeutung der Kurzfristmärkte erfordert die genauere Prognose von Erzeugung und Verbrauch. Auch vor diesem Hintergrund hat der Regulator die Vorgaben für eine stärkere Bilanzkreistreue oder REMIT-Vorgaben deutlich erhöht. Die Folge sind höhere Anforderungen an die Datenqualität, z.B: für standortgenaue Wetterdaten oder minutengenaue Verbrauchsdaten.

Diesen steigenden physikalischen, regulatorischen und wirtschaftlichen Anforderungen und der damit wachsenden energiewirtschaftliche Komplexität muss sich jeder Energieversorger stellen. Das zunehmend kurzfristige Geschäft erfordert schnelle, präzise und automatisierte Prozesse sowie Reaktionsgeschwindigkeiten in Echtzeit. Dabei ist Digitalisierung mehr als nur ein Mittel zum Zweck. Es lassen sich z. B. durch den Einsatz komplexer Algorithmen und Künstlicher Intelligenz – die in eine moderne IT-Infrastruktur eingebettet werden – Absatzprognosen deutlich verbessern und damit Kosten für Ausgleichsenergie einsparen. Die Ertragskraft von Energieversorgern liegt angesichts rückläufiger Margen immer mehr in der Beherrschung digitaler Prozesse, um über die damit verbundene Schnelligkeit die Beschaffungskosten zu optimieren.

Angesichts der zunehmend geringeren Renditen aus dem Kerngeschäft werden Kosten- und Effizienzvorteile in der Abwicklung der energiewirtschaftlichen Prozesse für Unternehmen zu einem strategischen Erfolgsfaktor, um auch in der Energiewelt von morgen erfolgreich zu sein, und die nötigen Investitionsfreiräume für die Entwicklung von Innovationen und neuen Geschäftsmodellen zu ermöglichen. Effiziente IT-Strukturen und Prozesse sowie Mut auch in neue Flexibilitätsoptionen in der Infrastruktur zu investieren sind die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit von morgen.

Die Dekarbonisierung und Digitalisierung bricht traditionelle Strukturen auf, schafft neue Marktrollen und ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Diese beiden Treiber der Energiewirtschaft wirken ineinander und verändern die Energiewirtschaft nicht in ihren Infrastrukturen, sondern auch methodisch und kulturell. Insofern kommt auch der Unternehmenskultur in Zukunft mehr denn je eine Schlüsselrolle zu. Wir müssen eine Kultur in unseren Unternehmen ausprägen, die den digitalen Wandel als Chance begreift. Nur so können wir die Transformation der Branche erfolgreich bewältigen und die Voraussetzung für einen starken Industrie- und Energiestandort schaffen.

Sven Becker
Sprecher der Geschäftsführung
Trianel GmbH

 

 

 

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