Wofür wird das Darknet genutzt? Und welche Rolle spielt die staatliche Überwachung durch Zitis?

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Darknet Zitis

Das Darknet – das anonyme und öffentlich nicht einsehbare Internet – findet seinen Weg immer häufiger in die Berichterstattung der Medien über Kriminalität und Justiz. Dabei findet man im Darknet viel häufiger Inhalte, die besorgniserregend für IT-Sicherheitsbeauftragte von Unternehmen  sind. Die neue Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (Zitis) will nun die verschlüsselte Kommunikation gezielt überwachen.

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Seitdem bekannt wurde, dass der Täter des Amoklaufs von München seine Waffe im Darknet gekauft hatte, vergeht kein Tag, ohne dass in Schlagzeilen über das Darknet oder Deep Web berichtet wird. Doch was genau das Darknet ist und wie es funktioniert, ist nicht ganz einfach.

Was ist das Darknet?

Wikipedia beschreibt das Darknet als, „Peer-to-Peer-Overlay-Netzwerk, dessen Teilnehmer ihre Verbindungen untereinander manuell herstellen. Dieses Konzept steht im Gegensatz zu konventionellen Peer-to-Peer-Netzwerken, bei denen zumeist die Verbindungen zu den Clients fremder Personen automatisch und willkürlich initiiert werden. Im Ergebnis bietet ein Darknet ein höheres Maß an Sicherheit, da einem Angreifer der Zugriff auf das Netzwerk nicht ohne weiteres möglich ist – oder er im Idealfall gar nichts von der Existenz des Netzwerks weiß. Um neue Personen in ein Darknet zu integrieren, müssen diese gewöhnlich von Teilnehmern eingeladen oder akzeptiert werden. Stellenweise ist dies auch nur Teilnehmern möglich, die über Privilegien verfügen.” Diese Ecke des Internets lässt sich nicht mit normalen Suchmaschinen, sondern nur mit Hilfe von Anonymisierungs-Diensten wie dem „The Onion Router“ (TOR) erreichen.

Was für Inhalte befinden sich im Darknet?

In der aktuellen Berichterstattung wird das Darknet gleichgesetzt mit DEM Markplatz für Waffen, Kinderpornographie und Drogen. Doch In einer im Februar 2016 durchgeführten Studie hat das Londoner Unternehmen Intelliagg sich genauer angeguckt, was im Darknet drin ist. Demnach sind insgesamt nicht ganz die Hälfte der Inhalte im TOR-Netzwerk illegal (nach UK oder US-Recht). Eine Auswertung von rund 13.600 Webseiten ergab, dass File Sharing, geleakte Daten und Finanzbetrug die häufigsten Kategorien sind. Dagegen befassten sich nur vier Prozent der analysierten Adressen mit Drogen und 0,3 Prozent mit Waffen.

Gerade in anderen Ländern sind Zugänge über das Darknet wichtig, um überhaupt die Inhalte des „normalen“ Internets nutzen zu können. So spielte das Deep Web im Arabischen Frühling eine entscheidende Rolle, um Informationen über die Vorgänge in den jeweiligen Regionen in den Rest der Welt zu tragen, da der konventionelle Zugang ins weltweite Netz  zu der Zeit oftmals von den Regimes gesperrt wurde.

Darknet Inhalte

Bundesbehörde Zitis soll Verschlüsselungen knacken

Parallel zu der aktuellen medialen Berichterstattung wurde nun auch aus Regierungskreisen publik, dass eine Bundesbehörde gegründet werden soll, die die verschlüsselte Internetkommunikation offen legen soll. Unter dem Namen Zitis („Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich“) sollen BKA, die Bundespolizei und der Verfassungsschutz bei der Entschlüsselung von Kommunikation unterstützt werden, um rechtzeitig auf Terrorismusgefahr und Kriminalität aufmerksam zu werden.

Derzeit werden laut Medienberichten IT- und Cybersecurity-Spezialisten gesucht, die Techniken entwickeln, um verschlüsselte Kommunikation über Messenger wie Whatsapp oder Threema zu knacken. Bis 2022 sollen bei Zitis 400 Stellen entstehen, die Behörde überwacht dann nicht selber, sondern stellt die Entschlüsselungstechniken dann BKA, Bundespolizei und Verfassungsschutz zur Verfügung.

Die Zitis-Pläne der Regierung führten umgehend nach Bekanntwerdung zu Kritik von Datenschützern und Netzaktivisten. Peter Schaar, der ehemalige Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), kritisierte Zitis in der Berliner Zeitung mit den Worten:  „Bei den Sicherheitsbehörden wird überall aufgerüstet. Ich würde mich freuen, wenn mit dem gleichen Eifer die Datenschutzbehörden gestärkt würden. Doch davon kann leider keine Rede sein.” Des Weiteren stellte er in Frage, ob die Überwachung und Entschlüsselung von Krypto-Kommunikation rechtlich überhaupt zu vereinbaren wäre.

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