Wenn jeder Einzelne sich optimiert, werden alle verlieren — Simone Menne (Aufsichtsrätin, BMW, DPDHL, JCI & Springer Nature)

Simone Menne

Im Rahmen der technologischen Entwicklung wird Netzwerken und Kooperation viel wichtiger. Simone Menne (Aufsichtsrätin, BMW, DPDHL, JCI & Springer Nature) betont, dass sich dabei insbesondere erfolgreiche deutsche Unternehmer manchmal schwer tuen, weil sie befürchten, etwas abzugeben. Im C-Suite-Interview plädiert sie für mehr Solidarität, denn: Wenn jeder Einzelne sich optimiert, werden alle verlieren. 

Simone Menne steht für Neugier, regelmäßigen Neuanfang und plädiert für ein innovatives starkes Europa.
Im Rahmen der C-Suite im Juli 2019 in Berlin wird Simone Menne Ihnen zeigen, welch riesiges unternehmerisches
Potential in (auch grenzüberschreitender) Zusammenarbeit steckt.

 

Simone Menne (Aufsichtsrätin, BMW, DPDHL, JCI & Springer Nature) im C-Suite-Interview

Frau Menne, wie groß sind die Kopfschmerzen, die Ihnen das Thema Brexit durch Ihre Rolle als Aufsichtsrätin in mehreren Unternehmen bereitet?

Simone Menne: Ich denke schon, dass die Unternehmen sich so gut sie es können vorbereitet haben. Aber wir haben hier ein bewegliches Ziel, es lässt sich daher schlecht planen und daher auch die Auswirkungen schlecht voraussehen. Und Unsicherheit führt zwangsläufig zu mehr Kopfschmerzen.

Was bedeutet die Hängepartie für die wirtschaftliche Rolle Europas im globalen Rennen um Innovation?

Simone Menne: Ich denke für europäische Innovationen könnten wir vieles tun, was unabhängig vom Brexit möglich wäre – durchaus auch in Zusammenarbeit mit UK. Hier muss auf europäischer Ebene mehr gefördert werden, zum Beispiel im Hinblick auf Standardisierung, die Skalierung ermöglichen. Sicher ist auch einiges bei der Förderung möglich und ich bin auch einer gezielteren Industriepolitik nicht abgeneigt.

Wo müssen deutsche Unternehmen noch europäischer denken?

Simone Menne: Wie immer bei der Zusammenarbeit geht es um Geben und Nehmen. Deutsche Unternehmen dürfen nicht nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sein. Im Rahmen der technologischen Entwicklung wird Netzwerken und Kooperation viel wichtiger, da tun sich insbesondere erfolgreiche deutsche Unternehmer manchmal schwer, weil sie befürchten etwas abzugeben.

Und was denkt die Privatperson Simone Menne über die Risse, die die Idee des vereinten Europas durch solche Entwicklungen erleidet? Ist es Zeit für einen „Neubeginn in Europa“ wie ihn Frankreichs Präsident Macron jüngst forderte?

Simone Menne: Ganz sicher ist es das. Europa muss sich zusammenraufen. Und auch solidarischer werden. Hier haben wir eine recht schwierige Situation, dass die Lösung der Probleme eine Zusammenarbeit erfordert, die auf Kosten der Profite von Einzelnen geht. Aber wenn jeder Einzelne sich optimiert, werden alle verlieren. Das beste Beispiel ist Klimaschutz, aber auch Finanzpolitik und Migration gehören dazu.

Abschließend: Was macht Ihr Herzensprojekt der eigenen Galerie? Sie sagten mal, dass es leider nicht so vorwärts geht, wie Sie es sich erhoffen.

Simone Menne: Ich habe inzwischen gute Fortschritte gemacht, habe ein Gesamtkonzept entwickelt und Künstler getroffen, mit denen gemeinsam ich nun die Eröffnung plane.