Modellrechnungen für Arbeitnehmer in der reinen Beitragszusage


Dr. Peter Seng

Dr. Peter Seng für die INITIATIVE VORSORGE

Die INITIATIVE VORSORGE ist ein Konsortium aus vier Versicherern mit der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung a.G. als Federführer (Abb. 1). Die HSBC Asset Management (Deutschland) GmbH verantwortet die Kapitalanlage für das Konsortium.

Wesentliches Gestaltungsmerkmal ist dabei eine kollektive Kapitalanlage gemeinsam für Anwär­terund Rentner im Rahmen eines Spezialfonds. Dies ermöglicht eine stabile, langfristige und kostengünstige Allokation der Mittel.

Die Grundlage für die langfristige Ausrichtung der Kapitalanlage bilden die angestrebten Zielrenten für die Arbeitnehmer sowie eine Orientierung an den erwarteten Zahlungsflüssen. Mittels umfang­reicher stochastischer Modellrechnungen wird eine Asset Allokation ermittelt, die den spezifischen An­for­derungen der Sozialpartner (insbesondere hinsichtlich Zielrenditen oder Sicherheit und Stabilität der Rentenzahlungen) am besten entspricht. Abb. 2 zeigt beispielhaft die anfängliche Kapitalanlage für einen repräsentativen Musterbestand. Dabei sind mittelfristige Zielrenditen der Kapitalanalage von 3 % bzw. 4 % p.a. sowie geglättete Zinszuschreibungen für die Versorgungsberechtigten von 2,1 % bzw. 3,1 % p.a. unterstellt.

Die stochastischen Modellrechnungen erfolgen mit Hilfe des Economic Scenario Generator (ESG) von Moody’s Analytics. Dieser erlaubt eine stochastische Simulation von 5.000 Kapitalmarktszenarien über einen Zeitraum von 30 Jahren. Komplexe Rahmenbedingungen können dabei ebenso berücksichtigt werden wie die individuellen Präferenzen der Sozialpartner oder spezielle Modell-Kalibrationen für die reine Beitragszusage (z.B. Puffermanagement).

Für die Sozialpartner und die Arbeitgeber haben wir damit einige Modellrechnungen erstellt. So zeigt Abb. 3 eine Darstellung nach Quantilen für die Versorgungskapitalien zu Rentenbeginn und Abb. 4 für die Monatsrenten für eine Alters- und Laufzeitenkombination.

Mittels unserer stochastischen Modellrechnungen lassen sich verschiedene weitere Analysen erstellen. So kann auch die Wirkung von Sicherungsbeiträgen von Arbeitgebern auf die Stabilität eines Versor­gungswerkes analysiert werden. Abb. 5 zeigt, wie sich die Wahrscheinlichkeiten für das Erreichen der Zielrente im Musterbestand bei einer geglätteten Zinsfortschreibung von 2,1 % entwickeln. Es werden drei Szenarien verglichen: Ohne Sicherungsbeiträge, die ersten fünf Jahre 10 % vom Beitrag, die ersten zehn Jahre 5 % vom Beitrag. Unsere Modellrechnungen können je nach den Wünschen und Anfor­derungen der Sozialpartner angepasst und erweitert werden.

Modellrechnungen für Arbeitnehmer werden wir allerdings nicht mit diesen stochastischen Simu­lations­rechnungen erstellen. Wir halten eine Darstellung mit Medianen, Quantilen und Wahrscheinlich­keiten für zu komplex und wenig verständlich für die meisten Versorgungsberechtigten.

Für die Arbeitnehmer haben wir zwei andere Arten der Darstellung von Versorgungsleistungen geprüft:

Eine Darstellung mit der Zielrente, die sich aus der geglätteten Zinsfortschreibung ergibt, sowie Renten­werte aus dem geglätteten Zins + und – 1 %. Bei 2,1 % geglätteter Zinsfortschreibung wären das zusätz­liche Rentenwerte aus 1,1 % Zins sowie aus 3,1 % Zins. Eine solche Modellrechnung haben wir eben­falls verworfen, da sie den Versorgungsberechtigten ein zu hohes Maß an Sicherheit suggeriert.

Bei den Modellrechnungen für Arbeitnehmer werden wir uns an dem Vorgehen und den Zins­sätzen der Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA) orientieren. PIA würde eine reine Beitrags­zusage in die Chance-Risiko-Klasse 5 einordnen. Dort werden Modellrechnungen mit den Zinssätzen -1 %, 2 %, 5 % und 7 % verwendet. Dieses Schema werden wir übernehmen, wobei wir einen der Zins­sätze durch den jeweiligen Zins der geglätteten Zinsfortschreibung ersetzen, siehe Abb. 6

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