Grußwort 2020

SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,

in immer kürzeren Zeitintervallen werden neue, als Obligatorien angelegte Altersvorsorgemodelle vorgeschlagen. Extrarente, Vorsorgekonto und Deutschlandrente sind bekannte Beispiele. Viele dieser Vorschläge sind nicht ausgegoren. Sie konzentrieren sich auf die Ansparphase und sind hinsichtlich des rechtlichen Umfelds und insbesondere der Leistungen bestenfalls sehr unspezifisch.

Wenn die Arbeitgeber zur Inkasso- und damit wohl auch Beratungs- und Reklamationsinstanz verpflichtet werden, dann wird sie das sicher freuen – die hohen Kosten und Haftungsrisiken mögen sie bestimmt. Opting-out ändert diese grundsätzliche Problematik auch nicht. Wir brauchen all diese Modelle nicht.

Wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber Altersvorsorge organisieren sollen, dann ist die betriebliche Altersversorgung mit ihren bewährten Mechanismen der richtige Platz dafür. Um sie zu stärken, sollten wir vor allem Verbreitungshemmnisse beseitigen. Die Beitragslast im Alter muss reduziert, §6a EStG muss reformiert und die Umsetzbarkeit des BRSG könnte in vielen Details verbessert werden. Die jeden Sparvorgang betreffende Niedrigzinssituation und die Forderung zur nachhaltigen Kapitalanlage der langfristig investierten Altersvorsorgegelder erfordern zeitgemäße Rahmenbedingungen und nicht immer neue Berichtspflichten, wie ungeeignete Stresstests.

Die Handelsblatt Jahrestagung Betriebliche Altersversorgung 2020 nimmt sich all diesen und weiteren, hochaktuellen Themen in kompetenter Weise an.

Ich freue mich auf Sie.

Dr. Georg ThurnesDr. Georg Thurnes
Vorsitzender des Vorstandes
aba Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung